Land an zwei US-Naturschutzorganisationen verkauft - Samburu-Volk aus den Dörfern vertrieben
Addis Abeba/Nairobi - Menschenrechtler haben die Vereinten Nationen dringend dazu aufgerufen, dem Volk der Samburu im Norden Kenias zu Hilfe zu kommen. Die Samburu seien nach dem Verkauf ihres Landes an zwei US-Naturschutzorganisationen aus ihren Dörfern vertrieben worden und lebten seither unter katastrophalen Bedingungen am Rande des betroffenen Laikipia-Gebietes, teilte die Organisation "Survival International" am Dienstag mit.
Dörfer niederbegrannt, Tiere getötet, Menschen angegriffen
Zuvor hätten kenianische Polizisten die Dörfer des indigenen Volkes niedergebrannt, Tiere getötet und gestohlen sowie Männer, Frauen und Kinder angegriffen. Rund 2000 Samburu-Familien lebten nun in provisorischen Hütten, die Ressourcen seien knapp, hieß es. Viele Frauen und Kinder würden aus Angst vor der Polizei und trotz starker Regenfälle im Freien übernachten. 1.000 weitere Familien wurden den Angaben zufolge gezwungen, das Gebiet ganz zu verlassen.
Der Laikipia Distrikt sei seit Jahrhunderten Teil des traditionellen Gebietes der Samburu gewesen, bis die Organisationen "The Nature Conservancy" (TNC) und "African Wildlife Foundation" (AWF) das Gebiet für zwei Millionen Dollar (1,51 Mio. Euro) gekauft hätten. Das Land, auf dem zahlreiche Tierarten leben, gehörte zuletzt offiziell Kenias ehemaligem Präsidenten Daniel arap Moi.
Gewalt gegen Samburu hält an
Nach den Übergriffen durch die Polizei klagten die Samburu gegen AWF und Ex-Präsident Moi, um ihre Landrechte zu schützen. Eine Verfügung des Gerichts, die Gewalt gegen die Samburu zu stoppen, sei jedoch ignoriert worden.
Obwohl das Gerichtsverfahren noch nicht beendet ist, habe AWF das Land kürzlich an die kenianische Regierung verschenkt. Ziel sei es, den Tourismus in dem Gebiet anzukurbeln. "Dass die Samburu im Namen des Naturschutzes aus ihrer Heimat vertrieben werden, sollte von all jenen entschieden abgelehnt werden, die an Fairness und Gerechtigkeit glauben", sagte der Direktor von "Survival International". "Sie wollen einfach weiter auf dem Land leben und es schützen." (APA)