Akademikersteuer

Faymann will SP-interne Debatte zu Studiengebühren führen

13. Dezember 2011, 12:32
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    foto: kma/hbf/andy wenzel

    Faymann will über ein Darlehensystem diskutieren.

Spindelegger freut sich über Bewegung beim Koalitionspartner - Töchterle: Akademikersteuer nicht zielführend

Wien - Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will sich auf eine parteiinterne Debatte über Studiengebühren- bzw. Darlehensmodelle einlassen, sagte er am Dienstag nach dem Ministerrat. Man könne Modelle prüfen, solange nur keine Hürden für Studierende aus wirtschaftlich schwachen Familien eingeführt würden, meinte der Kanzler. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte zuvor auf die derzeit gültige Parteilinie der SPÖ - nämlich gegen Studiengebühren - verwiesen und betont, sie fühle sich an den entsprechenden Parteitagsbeschluss "gebunden".

"Es ist tatsächlich so, dass es eine Linie der SPÖ gegen Studiengebühren gibt", hielt auch Faymann fest. Zugleich aber seien aus seiner Partei zuletzt Modelle in Diskussion gebracht worden, mit denen man sich auseinandersetzen könne, wenn nur niemand am Studieren gehindert werde. Im Raum standen zuletzt unter anderem Darlehensmodelle bzw. eine Art Akademikerabgabe.

Spindelegger freut sich

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) zeigte sich am Dienstag schon einmal erfreut, dass es beim Koalitionspartner eine Diskussion gibt. Über konkrete Modelle will er nicht ausführlich diskutieren, bevor nicht die SPÖ eine Grundsatzentscheidung getroffen habe. Explizit ablehnen wollte er aber etwa die Idee einer Steuer für Personen, die bereits über einen akademischen Abschluss verfügen, nicht.

Unterrichtsministerin Schmied jedenfalls zeigt sich nach wie vor mehr als skeptisch, ob Studiengebühren überhaupt etwas bringen. "Der Finanzierungseffekt ist nicht sehr ausgeprägt", sagte sie vor dem Ministerrat. Bei Berücksichtigung eines nötigen ausgereiften Stipendiensystems würden wohl maximal 20 Millionen Euro herausspringen, rechnete sie vor, "und das bei einem immensen bürokratischen Aufwand".

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle kann diese Kalkulation wiederum nicht nachvollziehen. Wie viel sich von Studiengebühren lukrieren lasse, hänge ja von Beitragshöhe und Stipendiensystem ab, meinte er. "Nach unseren Berechnungen käme auf jeden Fall mehr heraus." Eine Akademikersteuer dagegen fände der Universitätsprofessor nicht zielführend. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 174
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Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
10
15.12.2011, 16:30

Statt über was vielleicht sinnvolles wie Zugangsbeschränkungen zu diskutieren, wird immer nur die Studiengebühren Laier rauf und rund gespielt. Themenverfehlung von allen Parteien!

Ich bin ein Inserat
30
13.12.2011, 21:40

Mit einer Akademikerabgabe drängt man die Studierenden nur in Studienrichtungen wie Sozialanthropologie co. mit denen man nie Steuern zahlen wird.

00A4002C023F00
00
14.12.2011, 02:29

genau, leute werden sich ein studium aussuchen damit sie später weniger steuern zahlen...

lächerlicher gedanke.

carven
01
13.12.2011, 21:14

Bei Schüssel dachte ich immer, einen unfähigeren, unsozialeren BK kann es nicht geben. Molterer war die Steigerung. Und dann kam Faymann.

Vielleicht sollte der rückgratlose Herr die Partei wechseln. Ich bin angewidert.

smea_gol
00
13.12.2011, 21:16

Naja faymann, bei allens chwächen hier, spielt trotzdem viele liegen über schüssel. Molterer und Spindelegger - beide waren und werden hoffentlich auch nie kanzler werden, spielen mit schüssel in der gleichen unterliga.

carven
00
13.12.2011, 22:08

Stimmt, ich habe völlig Molterers rotes, aber farbloses Pendant vergessen.
Wahrscheinlich, weil sich der auch immer über den Tisch ziehen ließ.

ryuu
12
13.12.2011, 20:53

jetzt will man aus studiengebühren, weil man sie nicht als solche verkaufen will eine art erbsünde für jene machen, die sich erdreistet haben zu studieren?
und das für diese tropfen auf den heißen stein den man dadurch an einnahmen erzielt?
wofür in jedem fall erst wieder geld in der verwaltung versickert, wo doch alle nach einer verwaltungsreform schreien?
wer denkt sich sowas aus und warum darf der ein land in geiselhaft halten?

Coyote1338
02
13.12.2011, 20:36
Der Wert von Bildung für die Demokratie

Der strategische Wert der Bildung für die Demokratie, bzw. für den demokratischen Willensbildungsprozeß, wird meines Erachtens von der gesamten österreichischen Parteienlandschaft höchst ungenügend gewürdigt. Demokratie und Bildung bedingen einander und sind für sich alleine genommen in Wahrheit nicht lebensfähig: Demokratie ohne Bildung (gemeint ist im Bevölkerungsdurchschnitt) führt zu einer Koalition bestehend aus Strache, Kronenzeitung und ein wenig ÖVP (solange man sie braucht). Und Bildung ohne Demokratie mündet in die Resignation bzw. in ein politisches Biedermaier. Daß unter diesen Voraussetzungen sowohl die Grünen als auch die SPÖ in regelmäßigen Abständen über Studiengebühren philosophieren ist mir ein Rätsel?

Irgendein Jürgen
06
13.12.2011, 19:14
Was mich bei der Diskussion ankotzt

Das Studium ist ein Weg für den man sich bewusst entscheidet, und den man auch zu Ende gehen sollte. Tut man es nicht, so entstehen dem Abbrecher wie auch dem Staat hohe Kosten.

Alle 1-2 Jahre ändert man das Gebührenmodell. Erst keine, dann für alle, dann für alle mit mehr Ausnahmen als Regelfällen, und nun vielleicht wieder was Neues.

Damit wird aktiv in die Lebensplanung junger Menschen eingegriffen, ohne dass sie sich dagegen wehren könnten. Kein Mensch kommt auf die Idee, Frühpensionisten nachträglich einen Teil ihrer Pension zu streichen oder laufende Kollektivverträge nachträglich zu verschlechtern. Bei Studenten ist's aber egal, Rechts- und Planungssicherheit gibt es nur für Personengruppen die eine kritische Masse überschreiten.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
15.12.2011, 16:29

Naja, Ist ja nicht so dass all das Wissen, Weißheit und Können mit der Überreichung des Diploms in den Kopf schießt. Abbruch ist zwar nicht gut für den Lebenslauf, da man als unkonsequent dasteht, und man weiß auch nicht, wieviel oder wieweit die Person gelernt hat. Dennoch wär zB zwei Jahre studiert, und dann im Lebensplan drauf kommt, das er/sie das Studium eigentlich gar nicht braucht, sondern gleich die Zündende Idee für ein Unternehmen hat, dann bitte. Google Gründer waren zB auch Studienabbrecher (Phd zwar aber bitte), weil sie irgendwann gesagt haben, hey wir machen Google, wir brauchen das PhD nicht mehr fertig zu machen.

knurrhoernchen
01
14.12.2011, 13:01
Einspruch bei der Sache mit den Kosten

Die Wirtschaft braucht die Abbrecherinnen!
Stellst du z.B. eine Mag.a bzw. Dipl.Ing.in für die Gestaltung einer Website ein? Es gibt genug Wirtschaftsbereiche, für die das Halbwissen der Abbrecherinnen ausreicht und für die akademische Löhne übertrieben wären.
Wer genau hinschaut wird erkennen, dass die FPÖVP Partie mit ihren Studiengebühren, den Markt der Abbrecherinnen trockengelegt hat.
Was auch verloren ging, sind diejenigen die sagten: "Sauschwierig das Studium, aber ich probier's"
Mit Studiengebühren wird eher das studiert, was schnellen Erfolg garantiert.
Wo sind heute z.B. die Schnupperstudentinnen, die in mehrere Studienrichtungen hineingeschnupperten und von überall ein bisserl Ahnung haben?
Uniziel = Bildung nicht Ausbildung!

romaaeterna
01
13.12.2011, 19:08
Egomanie und Populismus...

Bitte, soll es doch Studiengebühren geben: Wenn man sich darauf verständigt, Bildung privat zu finanzieren, warum nicht? Dann aber in logischer Konsequenz auch Gymnasialgebühren nach Ende der Pflichtschulzeit, Lehrgeld etc. Warum will Faymann seine Debatte nur über das eine führen: Mag es sein, dass sich fürs andere keine Mehrheit von 77% in der Bevölkerung findet?!

carven
00
13.12.2011, 22:17

Meinen sie die 77%, die gerne die Krone lesen?

freiraumXi
00
13.12.2011, 18:53
in ca.2 Monaten:

SPÖ FORDERT STUDIENGEBÜHREN ERHÖHUNG

knurrhoernchen
00
14.12.2011, 13:17
Da ist was dran

Der sozialgrausliche Wuchertrick der SPÖ:
Ursprünglich betrug die Studiengebühr 5.000 ATS.
Daraus wurden in weiterer Folge 363,36 Euronen.
Nachdem sich die Zahl 363,36 nur schwer erhöhen lässt, ist es besser ein Jährchen auszusetzen, um danach in die Vollen zu gehen... also von keine Studiengebühr auf 500 Euro Studiengebühr (der 5er blieb somit gleich und nachdem es nicht schicklich ist in echtem Geld zu rechnen, wird auch niemand bemerken, dass die Gebühr innerhalb kürzester Zeit um 1880 ATS bzw. 37,603% gestiegen ist :))
Ich hege den Verdacht, dass uns die wienernde Faymann-SPÖ mit vollem Vorsatz belogen hat!

Threonin
00
13.12.2011, 18:50

Eine Akademikersteuer wäre insofern praktisch, alsdass sie auch jene zu behalen hätten, die problemlos in den 1980er Jahren ohne Studiengebühren studieren durften und jetzt danach rufen.

Stahl_____666
41
13.12.2011, 18:38
.

Ja sicher - und die ganzen Akademiker im Ausland bilden wir gratis aus.

1000 Euro pro Semester und basta - wer sich nach dem Studium lieber einen SUV kaufen möchte soll halt einen Nebenjob annehmen.

Prof. Bienlein
04
13.12.2011, 18:38
Es ist ihnen wieder einmal exzellent gelungen...

...die Menschen gegeneinander aufzubringen. Eigentlich sollten wir geeingt gegen diese korrupten Abcasher vorgehen! Stattdessen gibt es jetzt bildungsfernere Schichten, die es nicht einsehen, dass so "intellektuelle Taugenichtse" studieren, während sie selbst tagein, tagaus zur Arbeit gehen müssen. Dass die Mehrzahl der Studenten selbst jetzt schon arbeiten muss - viele, um sich das Studium, das bereits jetzt bei Gott nicht kostenlos ist - überhaupt zu finanzieren, das sieht keiner.

Irre toll von diesen honorigen Herrschaften, wieder einmal einen Keil zwischen uns zu treiben. Nun beschäftigen wir uns mit uns selbst, anstatt "denen da oben" mit nassen Fetzen hinterherzujagen.

die dudeheit
01
13.12.2011, 18:29
übrigens wenn eine akademikersteuer, dann eher

für jene die nie fertig studiert haben - das ist übrigens sarkasmus. die sozis sind wirkliche idioten

xes
01
13.12.2011, 18:28
Ganz oben

und natürlich wie immer das WICHTIGSTE Thema in diesem Land! *würg*

Dr. Ewald Hinterfotzig
04
13.12.2011, 18:28

Die SPÖ schafft es also wieder einmal selbst im Liegen noch umzufallen. Bravo!

Makro 24/7
00
13.12.2011, 18:27

SP-intern = Krone

aidz1
01
13.12.2011, 18:26

ich bin schon gespannt, wie sie diese steuer eintreiben wollen und welchen verwaltungsaufwand das ganze bedeutet?

dakakadu
01
13.12.2011, 18:26

Erbschaftssteuer kann man einfach abschaffen, weil sie so wenig bringt aber eine Studiengebühr, die ein zehntel bringt muss umbedingt her.

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