Cyber Defense

Wie sich das Bundesheer vor Netzattacken schützen will

19. Jänner 2012, 07:22
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    Verteidigungsminister Darabos bei einer Präsentation zur Zukunft des Heeres.

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    Die Zeiten der Reiter und Grenzeinsätze im Burgenland beim Bundesheer sind vorbei

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1600 Kräfte nicht in geschlossenem Verband - Nicht nur IT-Experten im Einsatz

Seit vor einigen Monaten durchsickerte, dass Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) im Bundesheer 1600 Spezialkräfte zur Abwehr von Cyber-Angriffen abstellen will, halten sich Spekulationen über die Zusammensetzung der Kräfte, Bedrohungsszenarien und internationale Kooperationen. Bei einem zweitägigen Seminar zu Cyber-Security Mitte November bekräftigte Darabos ein verstärktes Vorgehen in dieser Richtung.

Für eine persönliche Stellungnahme zu diesem Thema war Darabos auf Anfrage nicht verfügbar. Sein Pressesprecher Stefan Hirsch verweist darauf, dass die Bundesheerreform derzeit mit der ÖVP verhandelt werde. In einem derStandard.at vorliegenden Fragenkatalog aus dem Verteidigungsministerium (BMLV) wird näher auf die Strategie eingegangen.

Eine abschließende Definition von "Cyber Defense" für die Aufnahme in die Bundesheervorschriften wird laut dem Papier derzeit noch diskutiert: "Im Wesentlichen wird darunter der Schutz der militärischen IKT-Systeme und der darauf verarbeiteten Daten vor Angriffen verstanden."

Nicht nur Experten

Einige Absätze weiter heißt es: "Um der Bedrohungslage entgegentreten zu können, sollen im Notfall bis zu 1600 Bundesheerangehörige zusammengefasst werden." Eine eigene Einheit wird dafür aber nicht rekrutiert, wie auch Stefan Hirsch bestätigt: "Wir bauen keinen geschlossenen Verband auf. Die Spezialkräfte sind über mehrere Dienststellen und Fachbereiche verteilt und sitzen unter anderem im Abwehramt, im Zentrum Führungsunterstützung oder im Streitkräftekommando."

"1600 Cyber-Warriors? Wo sollen die denn herkommen? Das ist doch lächerlich!", sagte der IT-Sicherheitsexperte Robert Kolmhofer dem Standard bereits im Sommer. Wie Hirsch erklärt, werden nicht ausschließlich hoch gebildete Spezialisten zusammengezählt, um auf die kolportierte Zahl zu kommen: "In diesem Cluster sollen alle koordiniert werden, die im Bundesheer im EDV- und im IT-Bereich zu tun haben. Das sind nicht nur Experten, sondern auch unterstützende Kräfte."

Zahl derzeit eingesetzter IT-Kräfte ist Militärgeheimnis

Wie viele solche Heeresangehörige im Alarmfall heute schon zusammengezogen werden könnten und wie viele neue Kräfte es benötigt, um auf 1600 zu kommen, will Hirsch nicht sagen: "Wir werden - auch aus Gründen der militärischen Sicherheit - nicht bekanntgeben, wie viele Leute im Abwehramt in diesem Bereich beschäftigt sind."

Zur Aufgabe dieser Kräfte heißt es in dem Papier: "Bewachung und Betrieb der IKT-Systeme, Betrieb und Audit der Sicherheitssysteme, Maßnahmen zur Aufklärung von Sicherheitsvorfällen, Vorbereitung von Notfallmaßnahmen und Übungen dazu, Sensibilisierung und Überprüfung und Aus-, Fortbildung des Personals."

Auch Schutz ziviler Einrichtungen

Als Beispiele für Bedrohungsszenarien nennt Hirsch "Angriffe auf Computer des Bundesheeres oder von Regierungsstellen, aber auch Angriffe im Wirtschaftsbereich, etwa wenn Bankomatnetze lahm gelegt werden." Konkrete Bedrohungen mussten die bisher schon in diesem Bereich eingesetzten Heeresangehörigen noch nicht abwehren, wie es im Katalog heißt. Das liege unter anderem daran, dass die internen Bundesheersysteme physisch vom Internet abgeschottet sei.

Da auch der Schutz ziviler Einrichtungen in die Verantwortung der militärischen Abwehrkräfte fällt, stellt sich die Frage der Kompetenzverteilung zwischen Verteidigungs- und Innenministerium (BMI). "Im BMLV hat das Abwehramt hier in den vergangenen Jahren eine hohe Expertise aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit dem Innenministerium funktioniert gut, auf Basis des Militärbefugnisgesetzes und eines Verwaltungsübereinkommens. Die Spezialisten des Bundesheeres unterstützen die Spezialisten des BMI (zum Beispiel im Bereich der Datenforensik)", wird dazu im Katalog angeführt.

Kein Widerspruch zum Neutralitätsgesetz

Dass das Heer neben Verteidigungs- auch an Offensiv-Strategien arbeitet, sei ausgeschlossen: "Das Bundesheer beschäftigt sich ausschließlich mit Maßnahmen zum Schutz der eigenen Systeme." Ob diese Vorgaben eingehalten werden, soll von verschiedenen Stellen kontrolliert werden, denen die Soldaten und zivilen Techniker Rechenschaft ablegen müssen: "Alle Elemente unterliegen der strengen Dienst- und Fachaufsicht durch vorgesetzte Dienststellen sowie aller sonstigen Kontrollorgane wie Rechnungshof, Parlament, Volksanwaltschaft, Rechtsschutzbeauftragte usw."

Auf internationaler Ebene kooperiere das Heer durch Teilnahme an EU-Initiativen und über bilaterale Abkommen mit Nachbarstaaten, heißt es weiter. Zudem stehe das Heer laufend im Informationsaustausch mit dem Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCoE) der NATO in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Unvereinbarkeiten mit dem Neutralitätsgesetz schließt der Stab mit knappen Worten aus: "Dazu gibt es keinen Widerspruch." (mm, derStandard.at, 19.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 87
1 2 3
Folgendes...
 
00
21.1.2012, 09:54
Ich finde das eigentlich ganz clever vom Darabos...

Die Truppe löst er ja auf. Irgendwo muss das beamtete Personal ja hin. Da bietet sich sowas ja an - insbesondere wenn er sagt, dass nicht alle Experten sein müssen.

Es werden also alle aufgelassenen Truppenkörper ihr Personal dorthin stecken können - und wenn zufällig ein ITler dabei ist - umso besser |-D

donnydarko
 
00
21.1.2012, 08:24

Bundesheer dreht einfach das Internet ab.
Das ist Problembewältigung.

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
00
20.1.2012, 11:21
heer abschaffen

und das heer ist zu 100% sicher gegen jegliche angriffe!

MemoryDragon
15
20.1.2012, 09:31
Ich sehs schon

vor meinem Geistigen Auge
1599 Non ITler
davon 1400 Offiziere, der Rest Systemerhalter.
Danach genau ein Grundwehrdiener der halt eine EDV HTL abgeschlossen hat der die eigentliche Drecksarbeit macht.
Vmtl wirds genauso aussehen.

Folgendes...
 
00
22.1.2012, 23:17
:-D.

Ich teile ihre Ansicht mit den 1599 Non-ITlern...

Tippe aber darauf, dass der 1600. Posten einfach noch nicht besetzt wird :-D

chinaman_a1
00
20.1.2012, 09:19
Achtung, Staatsgeheimnis

Das HNA war schon vor mehr als 20 Jahren weit besser aufgestellt und ausgerüstet als das BMI.

Auch die (technischen) Mitarbeiter waren gar nicht so schlecht. Leider sind staatliche Stellen halt immer umgeben von einem Speck-Gürtel an Beamte, die die Professionalisierung verzögern oder gar verhindern. So auch dort.

Ansonst strotzen die hier getätigten Posts nur so vor Dummheit und darauf folgende Ahnungslosigkeit.

Folgendes...
 
00
21.1.2012, 09:53
Besser als das BM.I

Ist das ein Qualitätskriterium?

Das BM.I war vor 20 Jahren unter aller Sau...

Ansonsten: Haben sie eine Quelle?

chinaman_a1
00
22.1.2012, 12:19
Quellen gibt es in diesem Metier eher weniger

aber denken Sie an die verschlüsselten Botschaften vom Bombenleger Fuchs. Erst das HDVA war in der Lage das binnen Stunden zu decripten. Das BMI konnte gar nix. Das meine ich mit besser sein. Nur eines von vielen Beispielen...

Folgendes...
 
00
22.1.2012, 22:36
Hmm...

Das war doch der Dobbertin vom BS.I, der da entscheidendes beim Fuchs half...

Kahuna
00
20.1.2012, 15:36
Wahrscheinlich ein Ex-General...

Charles Duchemin
00
20.1.2012, 09:10
Mit Brieftauben?

parapente
00
20.1.2012, 06:29
Es gibt nichts

gegen den alten Meldereiter zu sagen!

domanz
01
20.1.2012, 00:28

"Wie sich das Bundesheer vor Netzattacken schützen will"

"Mit Traumfängern. Geht des ned?"

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
02
19.1.2012, 21:27
die überschrift klingt mehr nach 'alle pcs abschalten'

Kahuna
00
19.1.2012, 20:36
Wo kommen die 1600 ITler her? Von der AMS Umschulung?

MemoryDragon
01
20.1.2012, 09:31
Das sind

alles Leute die den Netzwerkadministrator beim Humboldt gemacht haben...

hsse_robsi
01
20.1.2012, 07:18

humbold...

Cpu
01
19.1.2012, 19:24
Liebe Standardredaktion: Vielen Dank für diesen Bericht der im Postingbereich wieder einmal eindrucksvoll zeigt, dass man nicht informiert sein muss um seine (oftmals doch recht simple) Meinung kund zu tun

Earl
04
19.1.2012, 17:40

Voraussetzung: ECDL

Nur Pelinka kommt ohne rein.

Fritz Meyer
04
19.1.2012, 17:06
Was das Bundesheer unter einem "Netzangreifer" versteht...

http://4.bp.blogspot.com/_XJDCOO_P... iators.jpg

Beeindruckend! ;)

Gozer
00
19.1.2012, 15:01

"Wir werden - auch aus Gründen der militärischen Sicherheit - nicht bekanntgeben, wie viele Leute im Abwehramt in diesem Bereich beschäftigt sind."

hmm...wieviele Versorgungsposten gehen sich da wohl aus?
Eines ist jedenfalls klar, "Experten" gibts dort genug!

Menü 13
01
19.1.2012, 14:13

Die Umschulung von Gulaschkanone zum Eingabegerät mit Win95 wird ein Millionengrab!

Philippe Djian
01
19.1.2012, 13:41
Herrliche kommentare!

in diesem forum bisher - respekt!

widerspruch zum neutralitaetsgesetz ist nicht zu befuerchten, widerspruch in sich - BH und cyber-defense - umso mehr ;-)

einfach nur peinlich, wie da versucht wirkd einem alten kranken gaul (BH) mittels luftiger schlagworte neues leben einzuhauchen, bar jeden inhalts und bar jedweder kompetenz. der sarkasmus der buerger/poster spricht baende, und ist wohl vollauf gerechtfertigt.

auch hier gilt wohl: zurueck zum start, ziele formulieren, optionen pruefen, die effektivste waehlen und umsetzen. anstatt es dem fusslahmen BH in den ar*** zu schieben

Honkong Fu
00
19.1.2012, 13:41
diese schlagzeile mit dem bild von berittenen soldaten zu kombinieren ist wieder mal eine meisterleisung ;-)

zuerst di ip ausforschen und dann die kavallerie zum it-gangster schicken :-)

jerry springer
00
19.1.2012, 13:35
im notfall 1600 angehörige zusammenfassen...

...die werden dann gezipt?

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