Pauschale Diskriminierung

Presserat: "Österreich" verstößt gegen Ehrenkodex

13. Dezember 2011, 11:30

Artikel "Zwei Banden im brutalen Drogenkrieg" arbeitet mit "Pauschalverdächtigungen von Ausländern" - "Österreich": "Sogenannter Presserat" darf keine Urteile über Nichtmitglieder fällen

Wien - Ausländerdiskriminierung und schlechte Recherche wirft der österreichische Presserat der Tageszeitung "Österreich" in Zusammenhang mit dem Artikel "Zwei Banden im brutalen Drogenkrieg" vom 4. Oktober vor. Seine Entscheidung veröffentlichte der Presserat am Dienstag in einer Aussendung, sehr zur Empörung von Oliver Voigt, Geschäftsführer der Mediengruppe "Österreich", der davon überzeugt ist, dass der Presserat nicht befugt ist, Urteile über Nichtmitglieder zu fällen. "Österreich", das nicht Mitglied im Presserat ist, will die Veröffentlichung der Entscheidung nun juristisch prüfen lassen.

Der Presserat wirft "Österreich" vor, mit dem beanstandeten Artikel und dem plakativen Stil, in dem er verfasst sei, "das latente Misstrauen der Bevölkerung gegen Ausländer zu verstärken und Fremdenangst zu schüren". Die Zeitung nehme auf einen einzelnen Vorfall Bezug, vermittle aber den Eindruck, dass brutale Drogenkriege zwischen Tschetschenen und Afrikanern längst Alltag seien. Zuverlässige Quellen würden im Artikel nicht angeführt. "Eine mit dem Ehrenkodex für die österreichische Presse vereinbare Berichterstattung muss Vorfälle so wiedergeben, wie sie sich ereignet haben", hieß es.

Der Presserat argumentiert, dass "Österreich" trotz Aufforderung des Senats in seiner Stellungnahme "leider nicht auf inhaltliche Punkte eingegangen" sei. "Dadurch wurde der Senat in seiner Annahme bestärkt, dass hier nicht sorgfältig recherchiert wurde." Diese Argumentation stößt bei Voigt auf vollkommenes Unverständnis. Da man nicht davon ausgehe, dass der Presserat überhaupt zuständig sei, habe man auch keine Notwendigkeit gesehen, dass sich die Redaktion zu dem Artikel äußert, so Voigt. "Ich halte es für grob fahrlässig, wenn ein sogenannter Senat Annahmen trifft" - ohne eine zugrundeliegende Stellungnahme. Selbstverständlich sei der Artikel inhaltlich korrekt recherchiert gewesen, konstatierte der "Österreich"-Geschäftsführer und kündigte rechtliche Schritte an. (APA)

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10 Postings
Heinz Anderle
 
00
20.12.2011, 05:33
Wie es scheint, sind die Obertinterl...

... den Sensationshascherln beim Klischee egal.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Simplicius Simplicissimus
02
14.12.2011, 02:27
Der "Presserat" ...

... ist mehr eine Gefahr für die Pressefreiheit. Die Behauptung, Angst zu schüren, ist in diesem Fall ebenfalls schlecht recherchiert. Der Fremdenhass unter Fremden ist eine zu wenig wahrgenommene Tatsache. Auch der Hass von Eingewanderten auf Einheimische sollte einmal ausführlich untersucht werden. Das Thema für Zensurbedürfnisse Machtgieriger verkommen zu lassen, ist auch sehr einseitig.

einerseits und andererseits
00
15.12.2011, 07:54
Was heisst Pressefreiheit in Gefahr oder Zensur,

wenn man nach einem ordentlich recherchierten Artikel verlangt???
Das sollte doch das mindeste sein, was man verlangen darf. Presserat hin oder her.

rundinho
14
14.12.2011, 08:49

Schon wieder ne Fellner-Sekretärin die bis halb 3 arbeiten muss. Hoffentlich bezahlt der WoFe die Überstunden auch ordentlich.

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
14.12.2011, 01:47

trauriger Abstieg in die 2.Liga...

einerseits und andererseits
00
15.12.2011, 07:55
wieso Abstieg in die 2. Liga,

war "Österreich" denn jemals in der 1. Liga??????

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
03
13.12.2011, 22:06

klingt für mich auch eher weit hergeholt, das bedruckte papier namens "österreich" der kategorie presse zuzuordnen...

saunaecho
02
13.12.2011, 18:21
Keine Meinungsfreiheit für den Presserat ?

Eigenartig, dass eine Zeitung dem Presserat verbieten will seine (begründete) Meinung auch zu veröffentlichen. Weiss die Zeitung nicht, dass sie ihr Erscheinen einstellen muss, wenn ihr Verlangen zur Regel wird ? Wer im Glashaus sitzt ...

Ramto
31
13.12.2011, 11:45
Bei Berichterstattung über die Kirche

sind Pauschalverdächtigungen die Regel. Das sich der Presserat darüber aufregen würd ist pauschal nicht der Fall.
Soweit zur Pressefreiheit in diesem schönen Lande.

E.Stampfl
01
13.12.2011, 16:29
Details, Fakten, Konkretes dazu bitte ...

keine Latrinengerüchte. Oder sind Sie auch von der 'Zeitung' Österreich?

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