Landtag fixiert Nulllohnrunde nach mäßigem Widerstand

13. Dezember 2011, 11:09

Gilt für alle Politiker - Gemeindebedienstete bekommen im Gegenzug Besoldungsreform ab 2013 - KPO: "Völlig inakzeptabel"

Graz  - Im steirischen Landtag stand am Dienstag der Beschluss einer Nulllohnrunde für Gemeindebedienstete sowie Politiker, getragen von SPÖ und ÖVP, auf dem Programm. Gegen die Nulllohnrunde bei den Gemeindebediensteten, bei der es am Montagabend überraschend einen Verzicht der Gewerkschaft auf Kampfmaßnahmen im Abtausch zur Zusage einer Besoldungsreform gegeben hat, wollte die KPÖ mit einer dringlichen Anfrage an LH Franz Voves (SPÖ) ein Zeichen setzen.

Gewerkschaft zufrieden gestellt

Während die "Nullnummer" für Politiker und die Landesbedienstete - 8.226 Beschäftigen in der Landesverwaltung und die 16.330 in der Steiermärkischen Krankenanstalten Gesellschaft -, schon mit dem Sparbudget im März festgeschrieben wurde, kam sie für die Gemeindebediensteten einigermaßen überraschend: Der Bundesabschluss wird nicht mitvollzogen, es bleibt bei Null, so lautete die Botschaft der "Reformpartner" Voves und LHStv. Hermann Schützenhöfer (V). Die Gewerkschaft muckte kurz auf, gab sich aber am Vorabend des Beschlusses mit einer Besoldungsreform per 1.1.2013 zufrieden: Diese sieht - analog jener des Landes aus dem Jahr 2003 - vor, die Gehaltskurve abzuflachen, d. h. die Einstiegsbezüge anzuheben und die Endverdienste zurückzunehmen.

Damit würden Einsteiger bis zu 400 Euro mehr bekommen, so die Botschaft der Gewerkschaft. Außerdem gebe es eine Pensionskasse. Dass es beim Vorbild Land eine Reihe kompensatorischer Maßnahmen gegeben hat wie Pensionsreform, Abschaffung der Zulagen und Personalabbau weiß man zwar, verweist aber auf noch zu führende Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern Städte- und Gemeindebund.

KPÖ: Inakzeptabel

Dennoch ist Gemeindebediensteten-Vertreter Willi Kolar klar: "Es ist ein qualitativ sehr guter Abschluss, der aber nicht leicht kommunizierbar ist." Gleichzeitig räumte er ein: Das Land war knallhart", sprich an der Nulllohnrunde gab es nichts zu rütteln. Der für gewöhnlich kämpferische ÖGB-Vorsitzende Horst Schachner meinte nach der Verhandlungsrunde: "Ich bin nicht der Verhandler. Ich war nur dabei, falls was passiert." Betroffen sind rund 11.530 Bedienstete von Gemeinden und etwa 3.200 der Stadt Graz.

Die KPÖ bezeichnete die "von den Spitzenverdienern LH Franz Voves und LHStv. Schützenhöfer verordnete Nulllohnrunde als völlig inakzeptabel. Laut Abg. Werner Murgg seien die "Gemeindebediensteten im Gegensatz zu Voves und Co. keine privilegierte Gruppe", sondern hätten bescheidene Einkommen und würden aufgrund der starken Teuerung viel verlieren. Murgg erklärte, besser wäre eine Diskussion über ein Zinsmoratorium für die nächsten Jahre - "nicht für die Gemeindebediensteten, sondern für die Banken und Investoren sollte es eine Nulllohnrunde geben".

Nicht nachvollziehen wollte das Land den Nationalratsbeschluss der Vorwoche, dem zufolge Politikergehälter bis zu 3.999 Euro von der angekündigten Nulllohnrunde ausgenommen werden. Die Beschlüsse waren für den Nachmittag anberaumt. (APA)

saunaecho
30
13.12.2011, 18:00
Voves for President !

In Wien haben die Reformer noch nicht begriffen: "Zu tode gefürchtet ist auch gestorben !"
Steirermen are very good.

Herr und Frau Österreicher
 
11
13.12.2011, 13:08
"Gleichzeitig räumte er ein: Das Land war knallhart""

Das müsste/könnte eine ECHTE Gewerkschaft auch sein!!! Der ÖGB ist es nicht - also ist er keine ECHTE Gewerkschaft sondern eine paternalistische Versicherungsanstalt!

luis trew
10
13.12.2011, 11:30
Phyrrussieg

Da hat sich Voves seine Nulllohnrunde von der Gewerkschaft aber teuer abkaufen lassen.

Die ausverhandelten Reformen bringen den Gemeindebediensteten doch viel mehr als eine lausige Gehaltserhöhung. Die lachen sich ins Fäustchen.

thatslife
33
13.12.2011, 11:29
warum können die beiden nicht auf bundeseben agieren

voves statt faymann und schützenhöfer statt spindelegger und wir würden endlich nicht mehr mit vollgas richtung staatsbankrott laufen.
am besten sollte man sowieso sämtliche övp mitglieder aus niederösterreich und spö mitglieder aus wien aus der regierung und dem nationalrat auschliessen, solange nicht auch mal diese beiden verschwendungskaiser diue realität erkennen.

Section Control
00
13.12.2011, 14:55
Meine Rede

Die Parteien sind zur Zeit alle sehr wienlastig aufgestellt. Ob SP, FP, GRÜNE oder VP. Alle sind seit langem schon in Wien politisch tätig. Und das BZÖ hat zwar einen Kärntner als Vorsitzender, aber ich glaube der überblick auch nicht mehr, wer da noch in der Partei ist, oder ob es eine Vorfeldorganisation der FPK ist, die wieder eine Vorfeldorganisation der FPÖ ist.

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