Apple und Google streiten um Rendering Engine Webkit

13. Dezember 2011, 12:05
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Google will Support für Javascript-Alternative Dart einführen - Apple sperrt sich entschieden dagegen

Mit Dart hat Google vor einigen Wochen eine neue Skriptsprache eingeführt, mit der man auf lange Sicht das in der Browser-Welt dominierende Javascript abzulösen hofft. Vor allem für komplexere Anwendungen soll es sich mit einem objektorientierten Ansatz besser zur Entwicklung eignen, und dabei auch eine signifikant gesteigerte Performance abliefern.

Kein Support

Doch auch wenn man die Kompatibilität mit älteren Browsern über die Möglichkeit, Dart-Code als Javascript auszugeben, erhalten möchte, so richtig erfolgreich kann die neue Sprache wohl nur werden, wenn man auch andere Hersteller von deren Vorzügen überzeugen kann. Genau in diesem Bereich sieht es bisher aber düster aus, in den letzten Wochen hat es ausschließlich Absagen gehagelt. Nachdem bereits Mozilla und Microsoft ein striktes "Nein" zur Unterstützung von Dart kommuniziert haben, hat sich Google nun auch noch in einem Streit mit Apple verfangen.

Bedenken

Konkret geht es dabei um Änderung an der Rendering Engine Webkit, die den Einsatz von mehreren Skriptsprachen ermöglichen soll, und so Dart den Weg ebnen würden. Da die Open-Source-Lösung aber - unter anderem - gemeinsam von Google und Apple entwickelt wird, muss man sich einigen, Apple sperrt sich nun aber strikt gegen die Integration der entsprechenden Patches. So bezeichnet Apple-Entwickler Oliver Hunt den Google-Ansatz als "akademische Lösung", die der Ausrichtung von Webkit auf eine möglichst hohe Standardkonformität widerspreche. Zudem gebe es keinen Grund, warum Google nicht einfach Dart prinzipiell so nutze, dass dieses Javascript-Code ausgibt - womit man sich die direkte integration ersparen würde.

Modifikation

Die verweigerte Aufnahme in den offiziellen Webkit-Code bedeutet aber natürlich nicht, dass Google seine Bemühungen rund um Dart aufgeben wird. Es ist davon auszugehen, das das Unternehmen die nötigen Modifikationen einfach in seinem internen Entwicklungszweig für Webkit vornimmt. Dadurch entfernt sich dieser allerdings natürlich um ein - kleines - Stück weiter von der gemeinsamen Codebasis. Wesentlich signifikanter bleibt aber, dass man für Dart bisher keinerlei Unterstützung bei anderen Herstellern erfahren hat. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 13.12.11)

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