Lega Nord will eigene Padanien-Währung statt Euro

13. Dezember 2011, 10:17

Rückkehr zur Lira nicht akzeptabel - Kritik an "Kabinett der Bankiers" - "Regierung Monti wird zugrunde gehen"

Rom - Die rechtspopulistische Partei Lega Nord, die nach dem Sturz der Regierung Berlusconi vor einem Monat in die Opposition gegangen ist, träumt vom norditalienischen Separatstaat Padanien mit eigener Währung, sollte der Euro zugrunde gehen. "Wenn der Euro zusammenbricht, wird Padanien seine eigene Währung einführen, wir werden bestimmt nicht zur alten Lira zurückkehren", sagte Lega-Chef Umberto Bossi nach Angaben italienischer Medien vom Dienstag.

Bossi zeigte sich über die Zukunft des Euro pessimistisch. "Brüssel will den Rettungsfonds EFSF ausdehnen, doch in Wahrheit will niemand Geld hineinstecken, daher wird nichts daraus werden. Es gibt keinen Fonds, der Staaten retten kann", kommentierte Bossi.

Der Lega-Chef prophezeite dem Fachleutekabinett um Premier Mario Monti ein kurzes Leben. "Diese Regierung wird zugrunde gehen. Wie kann sie überleben? Sie ist von Präsidenten Giorgio Napolitano eingesetzt worden. Er muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass er die demokratisch gewählte Regierung von Silvio Berlusconi aufgelöst hat und einen Kommissar der Banken an die Führung Italiens gestellt hat. Die Regierung Monti ist ein Kabinett der Bankiers", so Bossi.

Der Lega-Vorsitzende kritisierte den milliardenschweren Sparplan der Regierung Monti. "Dieser Sparplan spaltet schon, diejenigen, die ihn unterstützen sollten. Sie belastet die Pensionen und die Pensionisten", kommentierte Bossi.

Die Partei von Umberto Bossi weigert sich, die Regierung des "Technokraten" Monti zu unterstützen und führt als einzige Einzelpartei im Parlament Opposition gegen das Übergangskabinett, das Italien aus den Wogen der dramatischen Schuldenkrise lotsen soll. Damit hat Bossi die seit 2001 bestehende Partnerschaft mit Berlusconis Gruppierung gebrochen, dank der seine Partei dreieinhalb Jahre lang entscheidende Schlüsselpositionen in der Politik besetzt hatte.

Bossi bestritt, dass er die Allianz mit Berlusconi wieder aufnehmen könnte. "Berlusconi ist mit der Linken an der Regierung, es kann jetzt keine Allianz geben", so Bossi. Seitdem die Schuldenkrise in Italien akuter geworden ist, drängt die Lega Nord wieder auf die Sezession des industriereicheren Norden vom Rest des Landes. Der Norden könne nicht allein für die Schulden des Südens aufkommen. (APA)

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Nathaniel Winerib
00
17.12.2011, 23:15

die haben offenbar sehnsucht nach ihrer alten währung, die das papier nicht wert war, auf der sie gedruckt war.

e g c
00
16.12.2011, 22:52
Das nennt man Glaubwürdigkeit ...

Solche Menschen leben sowohl politisch, als auch finanziell von der Dummheit der Menschen, die sie wählen.
Es wäre einmal an der Zeit, solchen Wählern die Rechnung zu präsentieren!

desperate wife without house
00
14.12.2011, 04:13

fein, dann kosten bei uns die fiats endlich nichts mehr, die schi und die schuhe, die kacheln und die küchen, die nudeln und der käse, der wein und der prosecco, der strickschick der modezmacher, das design der topdesigner ... kostet dann alles nichts mehr.

ob's die padanier freuen wird, für noch weniger noch mehr zu arbeiten?

BärBruno2
32
13.12.2011, 23:18
Na ja das sind halt Wunschträume

haben die Südtiroler eine eigene Währung ?
Wenn der Bossi über so etwas schwadroniert und noch dazu der Chef der Lega Nord ist soll er mal schauen wer Italien wirklich lenkt....
Ohne Vatikan und Mafia ist dort noch niemand an die Macht gekommen-
es soll mir auch egal sein- ich mag diese Spaghettis sowieso nicht- weil sie so unermüdlich lügen können daß die Nudeln wie Kaugummi schmecken-

e g c
00
16.12.2011, 22:46
endlich ein fundierter beitrag!!

jetzt verstehe ich auch endlich, warum die österreicher in europa so viel zählen und warum sie zu dem gemacht worden sind, was sie jetzt sind ...

freiraumXi
00
13.12.2011, 18:39
ROFL

und wenns dann bissal kracht, dann kommt man zum euro zurückgekrochen.

Herr Gog
00
13.12.2011, 18:22
tja wenn der ober dolm weg ist

sieht man erst die anderen dolme
sogesehen konnte man bei berlusconi tatsaechlich von strahlkraft reden :D

methinks there is much reason in his sayings
00
13.12.2011, 17:23

1 po = 100 ticini

Frankensteins Fekternich
00
13.12.2011, 16:58

Ich schlage den großen Panda als Wappentier vor-der hat so schöne braune Augen...

Kondratjew -Zyklus
 
02
13.12.2011, 16:28
Ein Vorschlag, den sie sich in den Po stecken können.

Raptor Jesus
02
13.12.2011, 16:22
Wohlstandsseperatismus in seiner schlimmsten Form.

Die Südgrenze "Padaniens" wie ihn die Lega gerne hätte, haben die immer nach Süden ausgedehnt um mehr Wählerstimmen zu bekommen, aber auch, weil es dort wirtschaftlich nach oben ging und die dort ihren Anspruch kundtaten, bevor es die Süditaliener irgendwie taten (gibt ja keine Lega Süd).
Mittlerweile ist Padanien laut Lega Nord das gesamte Nord- sowie Mittelitalien, mit Ausnahme der Region Lazio (wo auch Rom liegt).

so so ....
00
14.12.2011, 13:32

Mittelitalien war eigentlich nie sonderlich arm (Kirchenstaat). Jetzt sind es halt noch 4 Regionen im Süden, die aber teilweise auchhohe Wachstumsraten haben. Der Schlaganfall hat den Bossi weder klüger noch weniger gierig gemacht.

Raptor Jesus
00
18.12.2011, 02:04
Ich mein nur diese liberale Festlegung von Padanien

Am Ende ist es noch ganz Italien mit Ausnahme von Lampedusa, weil Lampedusa ganz im Süden liegt und der Rest von Italien, ich meinte Padanien im Norden (ba dum tssss)

Gerald WAlter
 
01
13.12.2011, 16:53
es gibt sehr wohl eine Lega Sud...

Messknecht
 
00
13.12.2011, 16:05
Idee für Wertanpassung der Padanina:

für 10000 padanina muss man 3 Bier im lokal und eine packung zigaretten bekommen, damit der geprüfte Pipione urlauber, den alten flair wiederbekommt und nicht komplizierte kommairgendwas kurse im alkoholgeschwängerten kopf ausrechnen muss!

cannery row
00
13.12.2011, 14:28
bitte doch lira..

"eine pizza? 4500,- padanios, bitte"..
wie klingt denn das.

Bekka
 
06
13.12.2011, 14:16
manchmal würde man sich ja direkt wünschen

dass man diese "wir gegen die anderen"-nationalisten machen ließe, wie sie wollen - und dann kräftig einfahren ließe.

mit der hoffnung dass die menschen dann von solchen rabauken ein für alle mal geheilt wären.

aber leider sind die menschen vergesslich. bei uns hats nicht einmal 10 jahre gedauert und die fpö ist schon wieder eine 25% partei ...

mr. z
10
13.12.2011, 15:46

Die durften viel zu lange machen, was sie wollten...

Wie kamen denn die meisten historischen Kriege zustande - besonders der 2. WK?

G. B. Corner
03
13.12.2011, 16:10

Der Nationalismus als politische Richtung ist eine sehr neuzeitliche Erscheinung und eigentlich erst seit dem 19. Jh. relevant, interessanterweise ausgehend von der franz. Revolution. Die Idee des "Nationalstaats" ist kaum älter. Daher kamen die meisten historischen Kriege nicht durch den Nationalismus (als politische Richtung) zustande. Sehr wohl gab es aber natürlich auch früher schon Konflikte zwischen ethnischen oder sprachlichen Gruppen; oft gerade innerhalb eines Staatengebildes wie z.B. im römischen oder persischen Reich.

mr. z
20
13.12.2011, 16:56

Ja, das mag schon alles stimmen.
Allerdings ist für mich auch "Monarchismus" oÄ mit Nationalismus gleichzusetzen. Natürlich, es stimmt schon, es gab den Nationsgedanken doch nicht, aber defcto wars nur ein anderes Wort, für das selbe Verhalten mMn.

G. B. Corner
00
13.12.2011, 18:10

Nationalismus war entschieden eine Gegenströmung zum Absolutismus, also republikanisch. Im 19. Jahrhundert verstanden sich die Nationalisten übrigens als sowas wie die Avantgarde der politischen Denker ... so ändern sich die Zeiten. Man darf gespannt sein wie die Leute in 100 oder 200 Jahren über unsere politischen Gehversuche denken.

mr. z
00
13.12.2011, 22:05

Das ist mir schon alles klar, aber ich hab die Begriffe einfach in eine größere Relation gesetzt, weil sie im Grunde das selbe beschreiben: Nämlich einen Territorialgedanken. Ob man dieses Territorium nun über 'königliche' Macht oder über gemeinsame Kultur/Ethnie e.t.c. zu legitimieren versucht, ist im Endeffekt wurscht. Das Prinzip bleibt das selbe. - Nämlich dass es 'uns' und 'die anderen' gibt.

Chien de Pique
03
13.12.2011, 18:07

Es ist aber praktisch das genaue Gegenteil.

cannery row
00
13.12.2011, 14:26
25%..

war einmal.

Emiliano Zapata
 
01
13.12.2011, 14:00
hurra, bossi reitet wieder...

in den letzten jahren war es ja wirklich still um die lega nord - aber jetzt meldet sich bossi wieder lautstark zu wort - und als unbeteiligter kann man sich darüber königlich amüsieren ;-)
hat die lega nord eigentlich jemals padanien genauer definiert? zählt da zb friaul dazu oder venetien? die toskana? lombardei... südtirol hätten's wahrscheinlich auch gern, aber das nehmen die österreicher sicher gern zurück...

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