Fall aus dem Jahr 2008 wird neu aufgerollt
Wien - Bei den Ermittlungen rund um die Zwickauer Zelle, die in Deutschland mindestens zehn Morde an Migranten und einer Polizistin verübt haben soll, wird laut einem Bericht der Tageszeitung Kurier ein Fall wieder aufgerollt, in dem eine Spur vor zweieinhalb Jahren auch nach Österreich führte.
Konkret geht es um einen Fall aus dem Jahr 2008, bei dem ein Verdächtiger bei einer Personenkontrolle in Bayreuth auf Beamten geschossen, und sich später das Leben genommen haben soll. Die Beamten fanden Hinweise auf Waffenverstecke - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, weshalb die deutschen Ermittler damals ein Rechtshilfeersuchen stellten. Tatsächlich wurden drei Erdlöcher auf heimischem Boden ausfindig gemacht, darin seien allerdings nur Alltagsgegenstände, "keine Waffen oder Explosives" gefunden worden, wie Innenministeriumssprecher Harald Noschiel auf Nachfrage sagte. Bis Montag sei kein neues Rechtshilfeersuchen in der Sache eingelangt.
Der Kurier berichtet allerdings, es bestehe bei den deutschen Behörden womöglich der Verdacht, K. sei Sprengstoff- und Waffenlieferant der Nazi-Terroristen gewesen. Es seien damals Bomben gefunden worden, die in höchster Präzision gefertigt worden seien, darunter auch Zehn-Kilo-Bomben. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken soll bestätigt haben, dass der Fall neu aufgerollt werde. (red, spri/DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2011)