Grundlage der Festnahme soll Interpol-Haftbefehl gewesen sein
Warschau - Der weißrussische Oppositionsführer Ales Michalewitsch
ist am Montag auf dem Warschauer Flughafen vorübergehend festgenommen worden.
Nach mehreren Stunden und einer Intervention des Warschauer Außenministeriums
wurde er am Abend wieder frei gelassen. Eine Sprecherin der Warschauer
Staatsanwaltschaft teilte mit, zuvor habe Weißrussland die Fahndung nach
Michalewitsch einstellen lassen. Grundlage der Festnahme soll ein
Interpol-Haftbefehl gewesen sein.
Michalewitsch, der bei den Präsidentenwahlen im vergangenen Jahr gegen den
weißrussischen Herrscher Alexander Lukaschenko antrat, ist in seiner autoritär
regierten Heimat zur Fahndung ausgeschrieben und erhielt von Tschechien Asyl. Er
reiste mit einem tschechischen Flüchtlingspass.
Für die polnische Regierung, die zu den schärfsten Kritikern Lukaschenkos
gehört, war die Festnahme peinlich. Das Warschauer Außenministerium sprach von
einem "absurden Irrtum der Staatsanwaltschaft". Staatssekretär Krzysztof
Stanowski eilte zum Flughafen, um sich persönlich für eine schnelle Freilassung
Michalewitschs einzusetzen.
Michalewitsch meinte über den Zwischenfall. "Nach den KGB-Gefängnissen in
Weißrussland ist ein polnisches Gefängnis gar nicht so schlimm", sagte er dem
weißrussischen Exilsender "Radio Swoboda". (APA)