Oppositionsführer Michalewitsch kurzfristig in Polen inhaftiert

12. Dezember 2011, 20:52

Grundlage der Festnahme soll Interpol-Haftbefehl gewesen sein

Warschau - Der weißrussische Oppositionsführer Ales Michalewitsch ist am Montag auf dem Warschauer Flughafen vorübergehend festgenommen worden. Nach mehreren Stunden und einer Intervention des Warschauer Außenministeriums wurde er am Abend wieder frei gelassen. Eine Sprecherin der Warschauer Staatsanwaltschaft teilte mit, zuvor habe Weißrussland die Fahndung nach Michalewitsch einstellen lassen. Grundlage der Festnahme soll ein Interpol-Haftbefehl gewesen sein.

Michalewitsch, der bei den Präsidentenwahlen im vergangenen Jahr gegen den weißrussischen Herrscher Alexander Lukaschenko antrat, ist in seiner autoritär regierten Heimat zur Fahndung ausgeschrieben und erhielt von Tschechien Asyl. Er reiste mit einem tschechischen Flüchtlingspass.

Für die polnische Regierung, die zu den schärfsten Kritikern Lukaschenkos gehört, war die Festnahme peinlich. Das Warschauer Außenministerium sprach von einem "absurden Irrtum der Staatsanwaltschaft". Staatssekretär Krzysztof Stanowski eilte zum Flughafen, um sich persönlich für eine schnelle Freilassung Michalewitschs einzusetzen.

Michalewitsch meinte über den Zwischenfall. "Nach den KGB-Gefängnissen in Weißrussland ist ein polnisches Gefängnis gar nicht so schlimm", sagte er dem weißrussischen Exilsender "Radio Swoboda". (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.