Dem Higgs-Teilchen dicht auf der Spur

13. Dezember 2011, 18:43
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    foto: cern

    So könnten Spuren des Higgs-Bosons aussehen. Nun konnte sein Existenzbereich weiter eingeengt werden. Wenn, dann liegt er im Massebereich zwischen 116 und 127 Gigaelektronenvolt.

Jahrzehntelang haben Physiker nach dem Higgs-Boson gesucht - Am Dienstag bestätigten Forscher am Cern, dass sie erstmals konkrete Spuren haben

Vor allem die Medien nennen es gern auch das Gottesteilchen. Doch diese Bezeichnung ist seinem eigentlichen Namensgeber, dem britischen Physiker Peter Higgs gar nicht recht, wie er vor drei Jahren in einem Interview betonte: "Ich finde das peinlich. Obwohl ich selbst kein gläubiger Mensch bin, denke ich mir, dass das jene Art von falscher Begriffsverwendung ist, die bestimmte Menschen kränken könnte."

Das von Higgs 1964 vorgeschlagene Teilchen, das laut den Berechnungen seines Erfinders den anderen Teilchen ihre Masse verleihen würde, kam angeblich durch den Redakteur eines Texts von Physik-Nobelpreisträger Leon Lederman zu seinem unangebrachten Beinamen: Lederman schrieb etwas gar kräftig vom "goddam particle", also dem "gottverdammten Teilchen". Übrig blieb dann das Gottesteilchen.

Für die Suche nach ihm wurden in den vergangenen Jahrezehnten fast keine Kosten und Mühen gescheut - zumindest in Europa. Den US-Amerikanern war der Bau des von Lederman propagierten Superconducting Super Colliders (SSC) 1993 zu teuer. Hätte man diese Maschine weitergebaut, dann wüsste man wohl längst, ob es das Higgs-Teilchen gibt oder nicht. Denn der SSC wäre noch um einiges größer geworden als der Large Hadron Collider (LHC) des Cern in Genf, wo man seit Herbst 2008 auch nach dem Higgs-Boson fahndet.

Am Dienstag gaben Physiker in Genf nun bekannt, dass sie nach eigenen Angaben substanzielle Hinweise auf die Existenz dieses im sogenannten Standardmodell noch fehlenden Elementarteilchens haben - ohne freilich seine Entdeckung bestätigen zu können. Für diese Spurensuche werden in dem 27 Kilometer langen Ringtunnel des Teilchenbeschleunigers Protonen wieder und wieder zum Kollidieren gebracht, bis jetzt mehr als 400 Billionen (!) Mal. Diese riesigen Zahlen sind deshalb nötig, weil Higgs nicht direkt sichtbar ist und sehr schnell in andere Teilchen zerfällt. Entsprechend selten wäre in dem Regen von Teilchen aus Elektronen, Myonen und Quarks, der bei den Kollisionen im LHC entsteht, auch ein Higgs-Boson dabei. Mit den Detektoren CMS und Atlas werden diese Zufallsprodukte, die bei den Kollisionen entstehen, nach auffälligen Signaturen abgesucht.

Die neusten Ergebnisse der Auswertung zeigen nun, dass es sowohl bei CMS und Atlas im Massebereich zwischen 116 und 127 GeV (Gigaelektronenvolt), eine "interessante Anhäufung" dieser Zerfallsereignisse gab. Sollten sich die Messungen bestätigen, dann würde das bedeuten, dass das Higgs-Teilchen ungefähr so schwer ist wie zwei Kupferatome.

Für Manfred Krammer vom Institut für Hochenergiephysik (Hephy) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien bedeuten diese Ergebnisse zweierlei: Zum einen ist ein riesiger Bereich ausgeschlossen, in dem das Higgs-Teilchen nicht vorkommen kann. Zum anderen ist für ihn erstaunlich, dass die Ergebnisse der Detektoren CMS und Atlas fast identisch seien, da sie völlig unterschiedlich arbeiten würden.

Noch sei die Zahl der beobachteten Ereignisse trotz der 400 Billionen Kollisionen aber zu klein, um eine genaue Aussage treffen zu können. Wenn der Beschleuniger und die Experimente genauso gut laufen wie heuer, sollten die Forscher im Laufe des nächsten Jahres die drei- bis vierfache Datenmenge gesammelt haben, so Krammer - "und damit müsste sich auch dieser Bereich eindeutig klären lassen".

Hintergrund: Margaret Thatcher und das Higgs-Boson

Der britische Physiker David Miller veranschaulicht die Funktionsweise des Higgs-Bosons mit einer Cocktailparty: Die Teilnehmer einer politischen Feier sind in einem Raum gleichmäßig verteilt. Plötzlich kommt Margaret Thatcher herein und schreitet durch die Menge; augenblicklich bildet sich eine große Traube an Partygästen um sie. Dadurch erhält sie eine größere Masse. Läuft sie weiter, treten Partyteilnehmer, denen sie sich nähert, auf sie zu. Andere, von denen sie sich entfernt, wenden sich von ihr ab und wieder ihren ursprünglichen Gesprächspartnern zu.

"In drei Dimensionen und mit allen Komplikationen der Relativität ist das der Higgs-Mechanismus", erklärt Miller. Der Physiker vergleicht das Higgs-Boson mit einem Gerücht, das die Runde durch den Partyraum macht: Der Raum selbst ist das Higgs-Feld. Das Gerücht beginnt in einer Ecke, Leute stecken die Köpfe zusammen, um es zu hören. Dann wandert es in Richtung der anderen Ecke - als Zusammenballung von Menschen. Solche das Gerücht weitertragenden Zusammenballungen waren es letztlich auch, die der Ex-Premierministerin Thatcher Masse verliehen haben. Thatcher war ein Teilchen, das Masse bekam. Das Gerücht, Symbol des Higgs-Bosons, bildet ebenfalls Cluster und muss demnach eine Masse haben. (tasch, APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 14.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 958
Zhdophanti
00
11.3.2012, 00:05
Extreme late posting

Vielleicht gibts ja doch noch 1000 :)

http://vimeo.com/36000478

Falls sich schon mal wer gefragt hat, wie ma überhaupt ein Higgs Boson erkennen kann :)

Nick Tameer
00
22.12.2011, 02:14

Poster heraus! Es wäre doch jammerschade, wenn so ein Thread knap unter 1000 verhungern würde.Ich wundere mich soweieso, warum das geschieht, wo doch kurz später meist wieder inhaltlich praktisch Identisches gepostet wird.

derderbenutzer
00
31.12.2011, 23:46

neunhundertsiebzig ...

pox vobiscum
00
22.12.2011, 11:06

In diesem schon recht krassen Thread sollten ein paar gegenseitige Beschimpfungen noch drinnen sein, bevor sich die guten Neujahrsvorsätze bemerkbar machen.

Nick Tameer
00

In Deutschland lief im Fersehen früher an Silvester immer eine Kabarett-Sendung namens "Schimpf vor zwölf", aber die Poster scheinen sich dieses Motto nicht zu eigen gemacht zu haben.

Womit noch 29 Postings an der magischen Grenze fehlen.

pox vobiscum
00

Jetzt fehlen plötzlich 45 Postings auf die 100!
Zensur!!!
So kann das nichts werden, außerdem vermindert es den Unterhaltungswert.

Wurm - am Ende.
00

Derweil wir noch auf die Stellungnahme von Margaret Thatcher warten..

Volkes-Stimme
02
17.12.2011, 08:54
Higgsteilchen bestehen aus mehreren Teilen wie - Alkohol und Sprudel!

BK W. Shoyssel
04
15.12.2011, 11:34
verleiht Masse

wow, also ich hab da eine Kollegin die hat sicher eine Menge Higgs-Boson. Allerdings eher amorph
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... orf_01.jpg

und nicht dual herauskristallisiert
www.zazzle.at/busen_tsh... 5589153827

Nick Tameer
00
17.12.2011, 22:07

Wenn man mich nach meiner subjektiven Einschätzung fragt, halte ich nicht unbedingt die massenreichsten Teilchen für die mit der stärksten Anziehungskraft.

Burgenländer
 
04
17.12.2011, 17:21
higgs - wozu?
51
15.12.2011, 08:48
würde man

den gleichen aufwand betreiben um wirklich wichtige und zukunftsträchtige technologien zu erforschen - zb. http://www.youtube.com/watch?v=D2I3EJyYcfc
bräuchten wir weder öl noch atomkraft - ich fürchte aber, daß das gewissen interessen zuwiderläuft.

Raptor Jesus
00
15.12.2011, 12:45
Es ist wichtig und zukunftsträchtig

Al Borland
27
15.12.2011, 09:29

Stimmt, wenn Magie funktionieren würde, bräuchte man keine Rohstoffe.

die wundersame emanation ihres verliebens
181
15.12.2011, 10:14

Offenbar hat magie, so wie sie er nennen, einst einmal funktioniert, oder glauben sie allen Ernstes, dass Ägypter 100tonnen granitblöcke, präzisest fabriziert im inneren einer Pyramide auftürmen, mit kupfer und holzwerkzeugen.

Das ist einer der größten wissenschaftlichen unsinne, die der Menschheit je aufgetischt wurden. Das ist das ABSURDESTE, was ich je gehört habe.

Lady Pyrra of Danubien
 
00
22.12.2011, 11:13

...ich dachte, die hätten die Granitblöcke mit Hilfe von Rampen und der Zugkraft tausender Sklaven aufgetürmt.
Vielleicht war s ja auch Magie.
Oder Higgs - was weiss ich schon....

Nick Tameer
02
16.12.2011, 18:13

Wenig ist leider über den großen Pharao Haripotep bekannt.

Tote Mau5
11
16.12.2011, 10:35
Aua

Das tut ja mehr weh in meinem Kopf wie wenn ich Die SuperNanny auf RTL 2 sehen muss!

marty fink
12
15.12.2011, 13:18
Ach, überfordert sie die Recheche, wie das mit den damaligen Mitteln bewerkstelligt wurde?

die wundersame emanation ihres verliebens
00
15.12.2011, 13:41

nein ganz und gar nicht...es ist für mich aber überhaupt nicht plausibel. Wenn sie sich da sehr leicht tun, ihre entscheidung.

blub7
00
15.12.2011, 19:11
es ist für dich plausibler...

...dass es technologien gibt, die sämtliche physikalischen gesetze aushebeln, als dass ägypter damals wirklich was geleistet haben?

die wundersame emanation ihres verliebens
00
15.12.2011, 21:02

nein, dass ist nicht plausibel, behaupte ich auch nicht. Weil nichts, was den naturgesetzen widersprechen kann, hier stattfinden kann.

marty fink
00
15.12.2011, 17:04
1. warum nicht und 2. Was ist denn für sie plausibel?

Welche Erklärung ist denn für sie die naheliegenste?

die wundersame emanation ihres verliebens
00
15.12.2011, 21:03

Es wäre am ehrlichsten gar keine zu präsentieren.

NotDarkYet
11
15.12.2011, 13:14
"Offenbar hat Magie einmal funktioniert"

Wie dumm, naiv und ungebildet kann man eigentlich sein?

Offenbar halten Sie "Asterix in Ägypten" für einen Dokumentarfilm!

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Posting 1 bis 25 von 958

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