Überschuss

Vielleicht lässt sich Kohlendioxid auch als Rohstoff verwenden

17. Dezember 2011, 17:24

Oberösterreichisches Unternehmen will in der Industrie anfallendes CO2 weiterverarbeiten

Steyr/Wien - Kohlendioxid (CO2) ist nicht nur Klimakiller, sondern könnte auch Rohstoff sein. Das oberösterreichische Forschungsunternehmen Profactor arbeitet an der Entwicklung von Verfahren, mit denen aus CO2 Grundstoffe für Produkte hergestellt werden können. In Zusammenarbeit mit Partnern aus dem universitären Bereich und der Wirtschaft versucht man in mehreren Projekten, in der Industrie anfallendes CO2 mit chemisch-physikalischen- und mikrobiologischen Methoden weiterzuverarbeiten - und damit auch das Klima zu schonen.

Man habe sich ganz bewusst zwei Standbeine in der CO2-Verwertung geschaffen, so der Bereichsleiter für innovative Energiesysteme bei Profactor, Manfred Reiter. Auf der einen Seite die Biotechnologie und auf der anderen Seite physikalisch-chemische Ansätze. Vor allem die Biotechnologie biete enormes Potenzial, da "uns die Natur die CO2-Verwertung schon Milliarden Jahre vorgemacht hat". Die natürlichen Vorgänge würden bei niederen Temperaturen und unter Atmosphärendruck ablaufen, wogegen physikalisch-chemische Methoden oft bei 600 bis 700 Grad und unter hohem Druck gefahren werden müssen, was enormen Energieaufwand bedeute, so der Forscher.

Einsatz von Mikroorganismen

In dem Projekt "Bio-CCP" verfolge man einen solchen Ansatz. Hier werden in einem sogenannten Bioreaktor Mikroorganismen mit CO2 gefüttert. Die Kleinstlebewesen verarbeiten das Treibhausgas dann mit anderen Begleitgasen zu bestimmten Stoffen wie Ethanol, Butanol oder Essigsäure weiter. Diese Stoffe - die teilweise hochwertige Basischemikalien für die Industrie darstellen - würden anschließend abgetrennt. Bei dem Projekt würde gerade die wissenschaftliche Basis im Labor gelegt, so Reiter. Das Ziel sei es, in dem Prozess ein Maximum an CO2 zu verwerten, um mit der Lösung an die Industrie herantreten zu können.

In einem anderen Projekt namens "Reg-Store" führt Profactor ein Konsortium bestehend aus dem Energieinstitut und dem Institut für Organische Solarzellen (LIOS) der Universität Linz sowie der Fachhochschule Oberösterreich an. Es handle sich um "eine ganz radikale Innovation, bei der wir versuchen, die Elektrochemie und die Biotechnologie miteinander zu verheiraten", wie Reiter betont.

Dabei wollen die Forscher Elektroden an eine Elektrolytflüssigkeit anlegen, in der sich Mikroorganismen befinden, die unter elektrischer Spannung CO2 direkt in Energieträger wie Ethanol, Butanol oder Methan umwandeln können. Im Gegensatz zu ähnlichen Ansätzen, die Wasserstoff als Zwischenprodukt erzeugen, erspart man sich hier Umwege in der Herstellung der gewünschten Endprodukte. An den Elektroden wollen die Forscher einen Biofilm auswachsen lassen, der als Biokatalysator wirkt. Durch die biologischen Prozesse sollen die zu überwindenden Energieniveaus zwischen der Elektrode und der Flüssigkeit gesenkt werden, was den Wirkungsgrad des Vorgangs erhöhe. Der notwendige Strom soll aus Windkraft oder Solarzellen kommen.

... und ein Enteisungsmittel am Ende

Einen chemisch-physikalischen Ansatz verfolgt man bei dem Projekt "Carbon Capture in Products - CCP" in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie (CEST), dem steirischen Anlagenbauer Christof Group und dem Baustoffhersteller Wietersdorfer und Peggauer (W&P).

In mittelgroßen Zementwerken fallen im Produktionsprozess täglich etwa 1.000 Tonnen CO2 an. Am Ende des Verbrennungsprozesses sei das Treibhausgas "energetisch gesehen ein toter Hund", wie Reiter ausführte. Damit es wieder mit anderen Stoffen verbunden werden kann, wird Energie eingebracht. Wie das technisch gelöst wurde, unterliege zwar der Geheimhaltung, am Ende des Prozesses stünde aber das Produkt Natriumformiat, was beispielsweise als Enteisungsmittel auf Flughäfen eingesetzt wird, so Reiter. (APA)

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18 Postings
Nutze den Tag
01
Gibts schon lange: Holz aus H2O und CO2...

chrilan
00
21.12.2011, 12:16

was? das Klima wurde gekillt? omg was machen wir jetzt ohne Klima?

Kondratjew -Zyklus
 
05
18.12.2011, 18:41
Ich weiß auch schon einen zugkräftigen Namen : "Chlorophyll" !

Schießwütiger Pensionist
00
18.12.2011, 19:25
Rubisco

Pierre d´Aubusson
00
21.1.2012, 19:19
Wie ich Ihrem kurzen, aber sehr wesentlichen Psot entnehme

arbeiten die an der Entwicklung von Landwirtschaft
http://de.wikipedia.org/wiki/RuBisCO - Verweis auf verbesserte Umsetzung bei Landpflanzen.

Sollt man denen sagen, daß es das schon gibt?

Stuff
02
18.12.2011, 17:42
Und?

Reagiert die Börse schon? CO2-Papiere sollen ja bis dato etwas schwächeln…

molekühl
12
18.12.2011, 14:06

Da muss keiner blöd lachen. Es gibt genug "Öko"-Projekte, die eine ähnlich "positive" Bilanz haben wie dieses. Ich bin überzeugt, dass es ein "grünes, nachhaltiges" Förderschema gibt, unter dem sich die "Verwertung" von CO2 wirtschaftlich rechnet. Und ich bin auch überzeugt, dass es eine nach den Regeln von lobbygesteuerten Polit-Vollkoffern aufgestellte "Öko-Bilanz" gibt, die den Nutzen "wissenschaftlich einwandfrei" nachweist.
('tschuldigung für die vielen Anführungszeichen, aber beim Öko-Fake gehts nicht anders.)

Dagmar Rehak Wien
 
22
18.12.2011, 09:52
Kwakwakwa...

Kohlendioxid wird mittels Photosynthese zu Zucker und Sauerstoff umgebaut. Jedes Molekül Kohlendioxid erhöht also das Belebungspotenzial auf unserem wunderschönen Planeten. Um Kohlendioxid als Rohstoff braucht sich also wirklich niemand zu kümmern. Für sowas haben wir Profis.

Daniel Solwand
21
18.12.2011, 14:36

Leider werden eben diese Profis millionenfach „Ermordet“.
Dem menschlichen Expansionswahn ist leider kein Kraut gewachsen.

gilipollas
110
18.12.2011, 00:21

Kohlendioxid ist energiemässig bei den Kohlenstoffverbindungen sozusagen das Ende der Fahnenstange. Man muß stets Energie aufwenden um es zu was anderem zu machen.

Besonders lustig wäre wenn die Energie zur Kohlendioxid-Umwandlung aus fossilen Quellen stammen würde

Daniel Solwand
110
18.12.2011, 02:44
Auch die Aussage direkt zu Anfang ist ein Schenkelklopfer „Kohlendioxid (CO2) ist nicht nur Klimakiller, sondern könnte auch Rohstoff sein.“

Das bis jetzt das Kohlendioxid nur ein Klimakiller sein soll, ist mir aber völlig neu.
Dümmer gehts nümmer.
Nichts anderes macht die Flora seit Jahrmillionen, aus H2O + CO2 in Verbindung mit Sonnenenergie (Licht), Zucker und Sauerstoff herzustellen.
Die Überschüsse werden dann für das Pflanzenwachstum verwendet.
Also wenn das nicht der Rohstoff schlechthin ist, dann weiß ich es auch nicht.
Die Verwendung um Flugplätze eisfrei zu halten, ist aber auch nicht schlecht.
Damit im Winter mehr Flugzeuge starten können, die ja einer der größten CO2 Schleudern sind. Beim Fußball, wäre das ein klassisches Eigentor. :))

zeamount
11
18.12.2011, 13:04

lustig, dass man sich gleich drüber echauffiert, wenn man weitere möglichkeiten eröffnet, mit dem co2 umzugehen, ausser der absoluten verteufelung. da sollte doch jede lösung willkommen sein ...

und warum sollten dadurch mehr flugzeuge starten? wäre mir nicht bekannt, dass jahreszeitlich/klimatisch bedingt im winter weniger flugverkehr herrscht als in der übrigen zeit des jahres. das enteisungsmittel macht den flugverkehr vor allem sicherer und das wollen wir doch wohl alle, oder?

Daniel Solwand
00
18.12.2011, 14:30

Wer verteufelt denn hier was, hm?

Das Mem der Information in der Überschrift ist mir zuwider und nicht eine Industrielle Ausbeute des CO2, mehr nicht!
Und warum sollte man auch nicht das CO2 ernten, es gibt schließlich genug davon und es wird täglich weiter produziert.
Bitte bedient euch.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, oder wie war das noch?^^

zeamount
00
18.12.2011, 15:36

hm, haben's recht, war ja auch nicht nur auf sie bezogen, hat halt nur sie erwischt - und ich hab mich ein bissl zu sehr auf die flugzeuge fixiert. =]

1000undeine8
00
18.12.2011, 12:54

ihr "schenkelklopfer" bezieht sich auf einen ganz realen umstand und ist – bezogen auf menschliche technologie, nicht auf die natur – keineswegs falsch. der mensch hat es eben noch nicht zustandegebracht, vollständig oxidierten kohlenstoff (CO2) unter milden bedingungen und mit natürlichen energiequellen (sonnenlicht im fall von pflanzen, chemische reaktionen im fall mancher bakterien) zu zuckern zu reduzieren (-CHOH-).

Daniel Solwand
00
18.12.2011, 14:32

Das Mem der Information in der Überschrift ist mir zuwider und nicht eine Industrielle Ausbeute des CO2, mehr nicht.

Kein_Postingname
11
18.12.2011, 08:07
„… ist nicht (!) nur Klimakiller, …“

Bissi besser lesen, bitte!
Und: es gibt doch einen Relativsatz und einen Kausalsatz. Der eine beginnt mit "Das", der andere mit "Dass". Länger schon.
Und: Ich bin auch für weniger Fliegen, besonders motorisiertes. Ganz wollen wirs aber nicht weg haben, und da ist eine enteiste Rollbahn noch immer besser als Flugzeuge, die nicht landen können, ein paar hundert Kilometer weiter fliegen, und die Passagiere (oder Deine Spenderniere) kommt dann mit dem Zug/Bus an den ursprünglichen Landeort.

Daniel Solwand
02
18.12.2011, 14:12

Explizit nur für Sie: „Klimakiller“ bezieht sich ausschließlich und direkt auf das CO2.
Botschaft: 1. CO2 = Klimakiller.
2. Geißelt ein Grundbaustein des Lebens, mit „ist“ und „nicht nur“!
Die Information die dahinter steckt ist eindeutig, sie nagelt das CO2 an das Wort „Klimakiller“ fest.
3. „könnte auch“ wiederholt im Grunde die Feststellung „Klimakiller“ und suggeriert dem geneigten Leser, dass nur eine industrielle Bekämpfung (Verwertung) der „Killergase“ möglich ist.

Organtransporte haben einen verschwindend kleinen Anteil an den Flugbewegungen. Dafür lohnt sich der Aufwand nicht, da man mit den bisherigen Mitteln gut zurecht kommt.

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