Im Oktober waren die ersten beiden Satelliten gestartet
Brüssel - Bau und Betrieb des europäischen
Satellitennavigationssystem Galileo sollen bis zum Ende des Jahrzehnts sieben
Milliarden Euro kosten. Industriekommissar Antonio Tajani spreche davon, die
Kosten im Zeitraum von 2014 bis 2020 bei dieser Summe zu deckeln, sagte
Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im deutschen Bundesverkehrsministerium, am
Montag in Brüssel. Ursprünglich waren für das Galileo-System, mit dem Europa die
Vormacht des US-amerikanischen GPS ("Global Positioning System") brechen will,
Kosten von 3,4 Milliarden Euro eingeplant.
Immer wieder brachten Verzögerungen im Zeitplan und Kostensteigerungen
Galileo in die Kritik. Der Betrieb war eigentlich schon für 2008 geplant, aber erst jetzt im Oktober konnten die ersten beiden Satelliten mit einer Sojus-Rakete in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Nun soll es 2014 endgültig losgehen. Bis dahin sollen mindestens 18 Satelliten
im All sein. Bis 2020 sollen dann 30 Satelliten in einer Entfernung von gut
23.000 Kilometern um die Erde kreisen.
Galileo soll weltweit metergenaue Positionsbestimmungen ermöglichen. Dies soll
nicht nur dem Verkehr zu Lande, im Wasser und in der Luft helfen, sondern auch
der Industrie und der Landwirtschaft. (APA/red)