Satellitennavigationssystem

Galileo soll sieben Milliarden Euro kosten

12. Dezember 2011, 18:43

Im Oktober waren die ersten beiden Satelliten gestartet

Brüssel - Bau und Betrieb des europäischen Satellitennavigationssystem Galileo sollen bis zum Ende des Jahrzehnts sieben Milliarden Euro kosten. Industriekommissar Antonio Tajani spreche davon, die Kosten im Zeitraum von 2014 bis 2020 bei dieser Summe zu deckeln, sagte Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im deutschen Bundesverkehrsministerium, am Montag in Brüssel. Ursprünglich waren für das Galileo-System, mit dem Europa die Vormacht des US-amerikanischen GPS ("Global Positioning System") brechen will, Kosten von 3,4 Milliarden Euro eingeplant.

Immer wieder brachten Verzögerungen im Zeitplan und Kostensteigerungen Galileo in die Kritik. Der Betrieb war eigentlich schon für 2008 geplant, aber erst jetzt im Oktober konnten die ersten beiden Satelliten mit einer Sojus-Rakete in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Nun soll es 2014 endgültig losgehen. Bis dahin sollen mindestens 18 Satelliten im All sein. Bis 2020 sollen dann 30 Satelliten in einer Entfernung von gut 23.000 Kilometern um die Erde kreisen.

Galileo soll weltweit metergenaue Positionsbestimmungen ermöglichen. Dies soll nicht nur dem Verkehr zu Lande, im Wasser und in der Luft helfen, sondern auch der Industrie und der Landwirtschaft. (APA/red)

NONE
00
17.12.2011, 00:32

Wird sicher noch viel mehr kosten.

Europa braucht ein unabhängiges System. Leider gibt es Hochverrat in der EU - auch das die USA Kontrolle über Galileo haben können ist unglaublich.

Was ich mich aber frage ist wer hier derart inkompetent arbeitet. Das hat System, das sind keine "Zufälle" wenn die Kosten derart explodieren.

Arbeit für die Zensur
02
13.12.2011, 21:42
Galileo soll sieben Milliarden Euro kosten

und 14 Milliarden bis es fertig ist.

Kondratjew -Zyklus
 
00
13.12.2011, 18:56
Das kommt daher, dass der Rat die von der Kommission für TEN vorgnen 21 Milliarden auf 7 zusammengestrichen hat.

Das Parlament hat - unter besonderer Mithilfe von EU-Abg. Herbert Bösch (SP, Vorarlberg) - dann doch auf etwa 9 Mrd. EURO erhöht - was auch den Österreichischen TEN-Projekten zugute kam.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tran... sche_Netze

Enrico Furioso
00
13.12.2011, 16:43

Navstar (USA) und Glonass (Russland) gegenwärtig mit weltweitem Betrieb, BeiDou-2 ‘Compass’ (China) bis 2020 im weltweitem Betrieb (derzeit 10 Navigationssatelliten im All), Galileo auch bis 2020 im weltweiten Betrieb (derzeit 2 Navigationssatelliten im All).

2 Systeme also bereits im Vollbetrieb, China ist Europa ebenfalls im Ausbau voraus ... macht es da wirklich Sinn noch ein weiteres weltweites System aufzubauen? Mit dem Geld könnte man sicherlich andere Forschungsarbeiten bzw. Technologien lancieren, bei denen Europa nicht anderen hinterher hinkt.

Ceterum Censeo2
32
13.12.2011, 18:05
Wenn die USA mit Europa in Konflikt geraten,

und das zeichnet sich angesichts der wirtschaftlichen Gegensätze immer deutlicher ab, dann können sie uns jetzt mit einem Klick abdrehen und wir sind blind.

Daher halte ich Galileo für sehr wichtig.

Enrico Furioso
02
13.12.2011, 20:49

Dann bliebe immer noch Glonass. Und auf mittlere Sicht BeiDou-2 ‘Compass’. Zumal ich die Vorstellung, dass die USA einfach dem halben Westen das GPS abdrehen, für blanken Katastrophismus halte. Die USA brauchen Europa.

Mann40
11
13.12.2011, 11:38

zum Trost: die Amerikaner waren bei GPS auch nicht schneller im Entwickeln, und die Kosten waren ähnlich hoch...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.