Schmerzvolle Weihnachten für Olympia

12. Dezember 2011, 18:33
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    foto: epa/everett kennedy brown

    Fabian Leimlehner hat Olympia auch kopfüber im Visier.

Turner Fabian Leimlehner für Qualifikationschance Anfang Jänner zuversichtlich

Wien - Für das Ziel, das es zu erreichen gilt, nimmt Fabian Leimlehner eine Minimalpause über die Feiertage gerne in Kauf. "Das werden kurze, schmerzvolle Weihnachten", sagt der 24-Jährige. Seit 51 Jahren hat es kein österreichischer Turner mehr zu Olympischen Spielen geschafft. Leimlehner könnte das mit einem erfolgreichen Wettkampf beim Qualifikationsturnier am 10. Jänner 2012 in London ändern.

"Wenn nichts Gröberes passiert, sollte ich das schaffen", gibt sich Österreichs Nummer eins selbstbewusst. Am Wochenende hat sich Leimlehner, der seit 2007 in Innsbruck lebt und trainiert, bei den Staatsmeisterschaften in Mattersburg aufgewärmt. Leimlehner holte sich die Siege im Mehrkampf, auf dem Reck, dem Pauschenpferd, dem Barren und den Ringen und hält bei 23 Titeln.

Die ewige Bestenliste führt übrigens ein Hans Sauter mit 43 Titeln an. Sauter brachte es zu vier Olympia-Teilnahmen. Zuletzt qualifizierte er sich mit vier weiteren Vorarlberger Turnern für die Spiele 1960 in Rom. Sie sollten die bis heute letzten Turner sein, die Olympische Spiele schmückten. Henrietta Parzer war 1964 in Tokio die letzte Turnerin.

Leimlehner erreichte bei den Staatsmeisterschaften im Mehrkampf 84,050 Punkte. "Die sollten für die Olympia-Qualifikation reichen", sagt er. Sein ganzes technisches Repertoire rief der Doppel-Staatsbürger (die Mutter ist Schweizerin, der Vater ein Oberösterreicher) dabei nicht ab.

Und so will es Leimlehner auch beim entscheidenden Turnier in London halten. "Ich gehe auf Nummer sicher. Sollte ich es zu den Olympischen Spielen nach London schaffen, kann ich noch immer ein paar Schwierigkeiten draufpacken." Bei der WM im Oktober in Tokio wollte Leimlehner sein ganzes Können zeigen und wurde mit einigen Fehlern nur 97. unter 261 Turnern.

Heute, Dienstag, fliegt Leimlehner zu einem Trainingslager nach Frankreich in die Normandie. Dort kann der Heeressportler auf Geräten üben, wie sie baugleich auch beim Qualifikationsturnier in London zum Einsatz kommen. Ab 4. Jänner bereitet er sich in der Olympia-Stadt auf den Wettbewerb vor. (David Krutzler, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 13. Dezember 2011)

Ihr Franz-Josef Hartlauer
01
13.12.2011, 14:56
es ist so verdammt traurig, dass Turnen überhaupt keine Lobby hat!

Die Leute rennen stattdessen nur der dauernden Kickerei nach! Dabei ist die Turnerei der Ursprung aller Sportarten. Ich will mich jetzt nicht über die immer dicker werdenen Kinder aufregen aber: Ich gehe seit Jahren mit der Idee hausieren, dass Kinder ab dem Volksschul-Alter eine athletische Grundausbildung erhalten sollten. Und das am besten beim Turnen!!! Später können sie sich noch immer entscheiden, welche Sportart sie dann forcieren möchten (Fußball, Basketball, Tennis, etc., welche Sportart auch immer). Dann haben sie aber schon den koordinativen Grundstein gelegt für eine athletische Karriere! (Laufen, Springen, Rumpfstabilität!) Aber was erzähl ich da? Mich erhört ja eh niemand...

ritter von der traurigen gestalt
00
14.12.2011, 12:23
wie recht sie haben

eine motorische grundausbildung in schule/verein sollte unbedingt eingeführt werden - in der schule sehe ich angesichts der momentanen ausbildung unserer pädagogen in diesem bereich leider schwarz, aber die hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt.
mens sana in corpore sano!

Arnold Strong
00
13.12.2011, 19:24

Stimmt schon, dass Turnen mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Aber ich wäre mehr für die tägliche Turn/Sportstunde, wo eben der Sportlehrer entscheidet, was gemacht wird. Wie sollen die Leute später zum Sport kommen, wenn sie es nie richtig gelernt haben?
Turnen ist halt viel härteres Brot und daher weniger beliebt als spielerische Sachen. Aber von dem, was man sich hier antrainiert, v.a. die erwähnte Rumpfstabilität, kann man in allen Sportarten profitieren.

Karl Hausner
12
13.12.2011, 10:31
Turner in Österreich. Das heißt sich durchbeißen. Respekt.

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