Vienna International will unter neuem Chef expandieren

12. Dezember 2011, 18:25

Kooperation mit Einzelhandel - Neue Schiene: Sanierung

Wien - "Wir sind mit unseren 31 Hotels in neun Ländern zu klein, wir müssen wachsen", kündigte Andreas Karsten, Chef von Österreichs größtem Hotelbetreiber im Ausland, der Vienna International (VI), an. Karsten leitet nach einer Interimslösung die Gruppe, die zuletzt unter Rudolf Tucek für Schlagzeilen sorgte. Um einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, wurde die Beteiligung an den von Tucek gegründeten Cube-Hotels verkauft.

Karsten, gebürtiger Deutscher, der 16 Jahre bei Tui war und zuletzt Magic Life in Österreich geleitet hatte, will die Dachmarke VI stärken und v. a. Richtung Deutschland, Belgien, Schweiz und Holland expandieren. Parallel zu den bestehenden Marken wie Angelos und Andels soll eine neue Marke im Drei- und Vier-Sterne-Bereich kreiert werden sowie kleinere Hotelketten unter die Dachmarke VI aufgenommen werden. VI werde sich auch um den Betreibervertrag für die Uniqa-Hotels (neun in Österreich, drei in Tschechien) bemühen. Wie berichtet, will die Versicherung zwar Ihre Hotel-Immobilien behalten, aber nicht mehr selbst betreiben. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, soll im nächsten Jahr fallen.

Darüber hinaus will Karsten die VI als Sanierungsspezialist mit Turnaround-Kompetenz profilieren. Der VI-Chef versteht darunter, Hotels zu übernehmen, die - aus welchen Gründen immer - in den Besitz von Banken oder Versicherung gekommen sind. Für diese Hotels, die nicht unbedingt in Eins-a-Lagen sein müssen, könnte die VI "maßgeschneiderte Lösungen anbieten", sagte Karsten am Montag vor Journalisten.

Verbesserungspotenzial wird auch bei der Zusammenarbeit mit Einzelhandelsketten geortet. Das gelte speziell für die beiden VI-Hotels in Disneyland bei Paris. Karsten will Pakete schnüren mit Anreise, Übernachtung und Eintrittskarten für die Familie und diese in Deutschland und Österreich vermarkten.

In Osteuropa, speziell in Prag und in Polen, sei VI "gut aufgestellt", aber nicht so sehr in der Fläche, derzeit seien die Preise stark unter Druck. Ein großes Thema sei unverändert Russland.

Finanziert werden könnte die Expansion nicht zuletzt von jenen Finanzinstituten, die in Zeiten schwach rentierender Staatsanleihen nach Verhandlungsmöglichkeiten suchen. Andere wiederum verkaufen Hotels, um ihre Bilanzen zu verkürzen. Der geplante Börsengang wird nicht vor 2014 realisiert. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.12.2011)

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