Stille gewalttätige Zeit

Gewalt in der Familie im Advent nimmt jährlich zu

12. Dezember 2011, 17:21

Vorweihnachtszeit gilt als besonders konflikthaft

Wien/Salzburg - Gerade in der Vorweihnachtszeit haben die Gewaltdelikte innerhalb der Familie in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, während die allgemeine Kriminalität zurückging. 702 Fälle von häuslicher Gewalt wurden allein im Dezember 2010 österreichweit angezeigt. Um 53 Prozent mehr als im Dezember 2008, wie aus einer parlamentarischen Anfrage hervorgeht.

Die Adventszeit sei eine "besonders sensible Zeit für Familien", gibt Andrea Holz-Dahrenstaedt von der Salzburger Kinder und Jugendanwaltschaft (Kija) zu bedenken. Die hohen Erwartungen an das heile Bild der Familie könnten meist mit der Realität nicht mithalten, deshalb komme es leichter zur Eskalation. Gleichzeitig sei die Vorweihnachtszeit eine sehr konflikthafte Zeit, wenn es um die Besuchsregeln für geschiedene Eltern ginge, betont die Kinderanwältin.

Auch Stress und unerfüllte Erwartungen

Bei der Frauenhelpline, die auch an Feiertagen rund um die Uhr besetzt ist, häufen sich ebenso die Anrufe von Hilfesuchenden um die Weihnachtszeit. Aber nicht nur Betroffene von Gewalt rufen an, erklärt eine Mitarbeiterin, auch traurige, verzweifelte Frauen, die unter vorweihnachtlichem Stress und den unerfüllten Erwartungen leiden, suchen Hilfe.

Sowohl die Kija als auch die Frauenhelpline weisen aber darauf hin, dass das Bewusstsein zur Gewalt in der Familie gestiegen sei und sich deshalb mehr Menschen an Hilfestellen wenden oder Delikte zur Anzeige bringen. (ruep, DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2011)

Info:

Frauenhelpline: 0800/222 555

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
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Ignaz gartengschirrl
00
13.12.2011, 19:07

ich bin mir sicher das die gewalt nicht nur innerhalb der familie steigt.

sieht man den leuten zu wie sie nach einem stressigen tag in der arbeit für weihnachten shoppen gehen in einkaufszentren die viel stärker frequentiert sind als sonst uns sich dann noch voll bepackt mit einkaufstüten in hoffnungslos überfüllte und überheizte öffis zwängen wen wundert es da wenn der aggressionspegel steigt.

Angelika70
02
13.12.2011, 16:37

Zu welchem Jahrzehnt soll die Gewalt niedriger gewesen sein als jetzt?

Ich bin überzeugt, dass die Gewalt nicht gestiegen ist! Es wird nur mehr angezeigt und mehr darüber berichtet.

Cyco
04
13.12.2011, 15:28
Der Ursprung des Übels ist das Lied "Last Christmas"

py rx
22
13.12.2011, 13:04
ergo:

nieder mit der familie,
nieder mit dem advent!
für eine gesellschaft der freien und gleichen!

peter schmidt
 
10
13.12.2011, 13:04
Ich glaube das die Gewalt in der Familie nicht zunimmt.

Zumindest dann nicht wenn man die korrekte Vergleichsgruppe nimmt. Nehme ich also z.b. den Vergleich österreichische Bevölkerung 1960 zu heute dann hat die Gewalt aber sicher um etliches abgenommen.

Nehme ich den Vergleich anatolische Kleinbauern 1960 zu anatolischen Kleinbauern 2011 hat die Gewalt sicher auch abgenommen.

Vermische ich beides aber statistisch dann kommt es zu Täuschungen.

Weiters sind natürlich die Opfer selbstbewusster und sensibler und gibt es weniger Toleranz für Gewalt. Bei so manchem was heute eine Wegweisung samt Haftstrafe ergibt hätte vor 30-40 Jahren man noch gefragt was genau eigentlich das Problem ist.

grmblhmpft
110
13.12.2011, 12:58
Gibts auch irgendwo ne "Männerhelpline"???

Die Schwiegermutter hat ihren Besuch angekündigt....

Cielito Lindo
10
13.12.2011, 22:30
Benimm dich, aber nicht wie ein Jammerlappen.

Deine Frau flennt auch nicht ihm Forum, wenn sich deine Mutter ankündigt.

Angelika70
00
14.12.2011, 09:51

Woher wollen sie das wissen?

Cielito Lindo
00
15.12.2011, 19:03

Und woher wollen Sie wissen, dass dem nicht so ist?

xjoker
 
31
13.12.2011, 13:37
eigenartig,

aber es ist erstaunlich, in meinem weiteren Umfeld gibt es auch einige Schwiegersöhne, die allen und jedem vorjammern , wenn Schwiegermutter einen Besuch ankündigt.
Aber gerade sie sind es, die von dieser entweder Geld fürs Auto oder sonstige Unterstützungen erhalten.
Alle anderen können damit leben, sie ist schließlich die Mutter seiner Frau.

peter schmidt
 
26
13.12.2011, 13:12
Versuche Sie halt einfach zu verstehen

die Schwiegermutter. Sie hat ein Kind unter dem Herzen getragen und mühevoll großgezogen. Sie hat es sich so schön vorgestellt. Ein toller Schwiegersohn Superenkel. Das ihre ganze Mühe mit Zins und Zinseszins zurückkommt. Und dann bist du gekommen .......

Verständlich oder?

Niemand & Keiner
02
13.12.2011, 14:41

Ihren Beitrag finde ich nicht sehr witzig. Auch Männer werden häufig Opfer weiblicher Gewalt. Statt ihnen aber zu helfen werden sie nur ausgelacht und verspottet, sowie die entsprechenden Opferzahlen kleingeredet oder verschwiegen. Oftmals trauen sich diese Männer damit nicht an die Öffentlichkeit. Daß ist für mich ein Skandal.

rosa parks
00
17.12.2011, 07:55
ach jetzt verstehe ich endlich die männer....

ich wusste nicht, dass die alle zu hause von der frau tagtäglich verprügelt werden. wenn das so ist, ist eh klar, warum 95% der männer selbstmitleidige jammerlappen sind...

Spamboy
21
13.12.2011, 16:00

manche zahlen auch dafür und gehen erst recht ned an die öffentlichkeit.
hat mir zumindest meine domina erzählt

hinweis4
01
13.12.2011, 11:34
Advent:

Es ist Dezember, die Tage sind kurz, draußen ist es kalt, Schnee liegt auch keiner, in der Schule gibt's Prüfungsstress und Weihnachtsgebastel, die Leber will auch an den Punschhütten für gute Zwecke geopfert sein, die Erwachsenen rechnen hin und her, welche Geschenke sich ausgehen könnten, die Weihnachtsbesuche bei den verschiedenen Verwandten wollen auch möglichst gerecht geplant sein, im Supermarkt und im Möbelhaus spielt's heilige Weihnacht, Weihachtsurlaub spielt's nicht, weil der Jahresabschluß bevorsteht, in den Geschäften quetschen sich die Kunden - oder auch nicht, Flugtickets wollen besorgt sein, die Kinder wollen einen Adventskranz oder wenigstens Kerzerl brennen haben...
Wenn dann noch ein falsches Wort fällt, kracht's!

elf*assa
01
13.12.2011, 12:26
gut zusammengefasst...

nur kracht es nicht eher bei jenen wo schon der agressionspegel schon zur "normalität gehört.

hinweis4
00
13.12.2011, 18:04
Ja, wär schön, das mit dem Aggressionspegel das ganze Jahr über, der Voraussagen zulässt!

Leider sind wir nicht so gebaut...

Wenn wir massivem Stress ausgesetzt sind, kann sich das durchaus auch bei normalerweise recht gelassenen Individuen gewaltsam entladen, etwa in Streit. Denn wie Sie wahrscheinlich wissen, lautet die Antwort auf Stress: fright, flight or fight

Und (Vor)weihnachtszeit ist massive Stresszeit!

weil ich nicht mehr an euch glaube
019
13.12.2011, 09:42
es ist doch einfach unseriös

so zu titeln und dann einen ganzen artikel in dem sinne zu schreiben, um im letzten absatz einen hauptgrund für die steigenden zahlen zu nennen. Ich geniere mich ja schon, mich als leser dieses blattes zu outen, weil das reißerische inzwischen fixbestandteil hier ist. Bitte achtet auf die qualität!

Helicopterman
00
13.12.2011, 08:23
Ein wesentlicher Grund

für die steigende Gwalt gerade in dieser Zeit dürften wohl auch diverse Weihnachtsfeiern und Punschhüttenausflüge sein.

verleih nix
03
13.12.2011, 10:40

ich glaube es liegt an der zermürbenden wirkung wochenlanger,penetranter weihnachtsmusik. ;-)

ABC die Katze lief im Schnee...
42
13.12.2011, 08:08

Ob die Gewalt in den Familien wirklich zunimmt , möchte ich hiermit mal bestreiten, die Meldungen von Gewalt nehmen zu, aufgrund von stetiger Sensibilisierung durch Medien etc.
Sensibilisierung schafft ihr Medien, könnt ihr aber auch Angebote für die Gewaltopfer setzen ihr Medien.....

sowieso
21
13.12.2011, 07:40
irre!

Der gewaltätige Ex taucht in der Statistik also als Familienmitglied auf. Wie wird man bitte so einen Psycho dann los, wenn nicht mit Scheidung? Da wird massive Bedrohung als "Familienstreitigkeit" abgetan.

orkney
 
03
13.12.2011, 10:48
Aus Sicht des Kindes bleibt der Vater auch ein Familienmitglied, selbst nach Scheidung, Trennung, Gerichtsbeschluss, etc.

melora
12
13.12.2011, 09:44
Es ist wohl der Anstieg der Gewalt in den "heilen" Familien gemeint.

Da zuckt nicht der Ex aus, sondern der liebe Papa.
Und die Mama schaut zu. Oder wird gleich mitgeprügelt.

Danach tun alle so, als ob nix gewesen wäre.
Die Kinder sowieso, denen bleibt ja gar nichts anderes übrig. (Ich hoffe sehr, das hat sich wenigstens geändert.)

Die Erinnerung an diese Horror-Weihnachtszeit lässt mich immer noch Weihnachtslieder und -filme unerträglich finden, am 24. auf Tauchstation gehen und am 25. Dezember erleichtert aufatmen, dass der Grusel wieder einmal vorüber ist.
Bis zum nächsten Jahr.
Und das nach vielen, vielen Jahren.

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