Irritationen im Alltag

12. Dezember 2011, 17:17
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Die Ausstellung "Im täglichen Wahnsinn den Zauber finden!" im Linzer Kunstraum Goethestrasse xtd. löst Emotionen und Assoziationen aus

Linz - Für die Ausstellung zur vielschichtigen Reihe Im täglichen Wahnsinn den Zauber finden! brachten die Kuratorinnen Beate Rathmayr und Susanne Blaimschein internationale Positionen - Hanna Haaslahti, Lena Lapschina, Michikazu Matsune, Six/Petritsch, Padraig Robinson, Markus Soukup und Karo Szmit - nach Linz. Alle setzen sich mit Irritationen in regelmäßigen Abläufen, Momenten des Schauderns, des Schocks oder nur der Unterbrechung auseinander.

Die Zeichnungen von Ruth Gwily sind eigenwillig: gleichzeitig Angst und Vertrauen einflößende Darstellungen von kleinen Menschen, denen Puppenköpfe und Masken über die Köpfe gestülpt wurden. Sie finden sich in teils märchenhaften, teils realen Settings - seltsam entrückt lösen die Bilder dennoch Assoziationen aus, die mit Darstellungen in Kinderbüchern zusammenhängen.

Ebenfalls im Obergeschoß die Arbeit von Nicole Six und Paul Petritsch: ein Modell als manifeste Momentaufnahme eines filmischen Prozesses, der eigentlich ein Kunst-am-Bau-Projekt an der Uni für Musik und darstellende Kunst in Wien war. Der Campus wurde für zwei Stunden mit 5000 Menschen - einer filmischen Massenszene gleich - gefüllt. Bis zum Moment "Film ab!" glich alles einer Filmproduktion - danach aber gab es nichts mehr, die Statisten wurden bezahlt und gingen nach Hause, gefilmt oder fotografiert wurden sie von den Künstlern nicht. Übrig bleiben - neben Arbeitsmaterialien wie dem Modell - nur Erzählungen.

Mit weniger bewussten Erinnerungen spielt die finnische Künstlerin Hanna Haaslahti in Space of two categories: Ein kleines Mädchen im weißen Kleid läuft über eine Leinwand - sichtbar ist sie allerdings nur dann, wenn Betrachter einen Schatten auf die Leinwand werfen. Je mehr Schatten, desto größer der Aktionsraum des Mädchens. Der Schatten der Betrachter wird so zum Portal für ein früheres Bewusstseinsstadium. (Wiltrud Katherina Hackl, DER STANDARD/Printausgabe 12. Dezember 2011)

Bis 20. 12., Di-Fr 14.00- 18.00 

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Kunstraum

  • Modell einer Massenszene, die doch nicht gefilmt wurde: Kunst-am-Bau-Projekt von Nicole Six und Paul Petritsch.
    foto: gerlinde miesenböck

    Modell einer Massenszene, die doch nicht gefilmt wurde: Kunst-am-Bau-Projekt von Nicole Six und Paul Petritsch.

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