Faymann: Treffen mit aufmüpfigen Parteikollegen "konstruktiv"

12. Dezember 2011, 14:56
  • Faymann und Ackerl am Parteitag der oberösterreichischen SPÖ Mitte November.
    foto: apa/brandstätter/rubra

    Faymann und Ackerl am Parteitag der oberösterreichischen SPÖ Mitte November.

SPÖ-Oberösterreich trat gegen Schuldenbremse auf und fordert den "Kampf für eine sozial gerechte Zukunft" - Faymann: "Gespräche unter Freunden"

Die Teilnahme des SPÖ-Vorsitzenden Bundeskanzler Werner Faymann an einer Sitzung des Vorstandes der oberösterreichischen Landespartei am Montag in Linz ist aus der Sicht des Wiener Gastes "sehr konstruktiv" verlaufen. Kritische Jugendorganisationen hatten ihm einen "turbulenten Empfang" angekündigt, um auf die "jüngsten politischen Verfehlungen der Bundes-SPÖ" hinzuweisen. Die oberösterreichische SPÖ war zwar der "Schuldenbremse" ablehnend gegenübergestanden, ihre Abgeordneten stimmten aber letztlich im Nationalrat dafür.

10 Forderungen an Faymann

Die ersten jungen SPÖ-Aktivisten bauten vor der Landesparteizentrale an der Landstraße zwei Eingänge zur Wahl auf: "Neoliberalen Weg fortsetzen" oder "Sozial gerechte Zukunft erkämpfen". Als Faymann eintraf, überreichten sie ihm "zehn Punkte - für eine sozial gerechte Zukunft", in denen unter anderem die flächendeckende Gesamtschule der 6- bis 15-Jährigen, ein Mindestlohn von 1.500 Euro und ein gerechteres Steuersystem verlangt werden. Sie forderten Faymann auf, diese sofort zu unterschreiben. Er antwortete: "Ich unterschreibe nicht, ich nehme das mit". Bei einem kurzen Überfliegen des Textes meinte er, das meiste seien Dinge, für die er auch sei. Es handle sich um Bereiche, die auch Beschlüsse des Parteitages seien.

Auf dem Weg zum Sitzungssaal passierte noch ein Zwischenfall: Eine Passantin drängte zum Bundeskanzler und kritisierte die SPÖ. Faymann hörte geduldig zu, dann wurde die Frau von der Polizei abgedrängt und er ging in die Sitzung. Dort sollte es um einen "Austausch" darüber gehen, wie bei der Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgegangen werden solle.

"Sehr positive" Gespräche

Danach erklärte der SPÖ-Chef, das Gespräch sei "sehr positiv verlaufen, wie es unter Freunden üblich ist, sehr konstruktiv". Studiengebühren seien ein Thema von etlichen. Zur Aktion der jungen Funktionäre gab er zu bedenken, sie seien engagiert und hätten höhere Ansprüche als andere, die immer wieder mit Kompromissen befasst seien.

Für Ackerl sind Fragen offen geblieben

Der oberösterreichische Landesvorsitzende Josef Ackerl berichtete ebenfalls von einem "sehr guten konstruktiven Gespräch unter reger Beteiligung aller Anwesenden". Es seien aber Fragen offen geblieben, weniger wegen der beschränkten Zeit, sondern weil das konkrete Gestalten - vor allem ausgaben- und einnahmenseitig - noch Gegenstand von Verhandlungen mit dem Koalitionspartner sei. Faymann habe aber ein klares Bekenntnis dafür abgelegt, dass auch einnahmenseitig etwas geschehen müsse und stimme damit mit Oberösterreich überein. Der Dialog werde fortgesetzt. (APA)

Kommentar posten
10 Postings
Eine Grinser sagt mehr als 1000 Worte

Kann mir die SP von OÖ erklären

was daran sozial ist, wenn man den nachfolgenden Generationen Schuldenberge hinterlässt?

Das kann die ganze SPÖ nicht!

für diese art von sozialisten heisst sozial, dass man sich selbst mit möglichst hohen transferleistungen versorgt

Verstehe ich nicht wie man bei unseren Abgabenquoten immer noch der Wählerschaft verklickern kann dass das Problem einnahmenseitig zu bewältigen sei

HALLO- wegen mit genau dieser Strategie (Ausspielen der Klientel von SPÖ & ÖVP gegeneinander) hat man sich nun jahrzehntelang um Effizienzsteigerungen und Einsparungen in der Verwaltung gedrückt.

Wir sehen zu welcher Schuldenlast das geführt hat - jetzt bringt noch mehr von der selben Strategie sicher nicht die Lösung!

Die Frösche werden den eigenen Sumpf schon trockenlegen

- mit neuem Hochwasser!

Sie sagen das, weil sie entweder keine Ahnung haben, welche Riesensummen die SPÖVP den SteuerzahlerInnen stiehlt oder weil Sie es wissen und daran verdienen.

langsam zerbricht die spö

zerbrach!

"langsam" ist dabei relativ zu sehen.

das foto straft seine aussagen lügen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.