Internationale Studie

Jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter psychischen Erkrankungen

12. Dezember 2011, 13:36

OECD: Bis zu 70 Prozent gehen trotzdem einem Beruf nach

Paris - In Industrieländern wie Großbritannien oder den USA leidet jeder fünfte Arbeitnehmer unter psychischen Erkrankungen. Drei Viertel der Betroffenen geben laut einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) an, dass dieser Zustand ihre Produktivität und das Arbeitsklima beeinträchtigt. In den zehn untersuchten Ländern, darunter Österreich und die Schweiz, gehen 55 bis 70 Prozent der psychisch Kranken trotzdem einem Beruf nach.

Die Beschäftigungsquote liegt allerdings zehn bis 15 Prozentpunkte unter der von Menschen ohne Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, ist bei psychisch Kranken, die oft unter Depressionen oder Angstzuständen leiden, doppelt so hoch wie bei gesunden Menschen. Die Autoren des Berichts kritisieren, dass die Gesundheitssysteme vieler Länder vor allem darauf ausgerichtet sind, Menschen mit schweren Störungen wie Schizophrenie zu behandeln. Eine stärkere Ausrichtung der Medizin auf schwächer ausgeprägte Krankheiten würde die Arbeitschancen der Betroffenen erheblich verbessern, heißt es weiter.

Österreich liegt bei der Beschäftigungsquote von psychisch Kranken mit unter 60 Prozent an letzter Stelle der untersuchten Staaten, noch hinter Großbritannien. Spitzenreiter mit deutlich über 70 Prozent ist die Schweiz. In der Statistik der beschäftigungslosen psychisch Kranken belegt Österreich den zweiten Platz hinter Belgien, das allerdings generell eine wesentlich höhere Arbeitslosenquote hat. (APA/AFP)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2
Carlos Clementin
00
15.12.2011, 06:31

Als wir noch Human waren, das war ein Kapittel - jetzt sind wir nur mehr ein Kapital.

Wastl Steinbeisser
50
14.12.2011, 00:01
bin auch jeden Tag sooo psychisch belastet:

immer wenn um 6 Uhr der Wecker läutet, möch i weiterschlafen!

Fritz Meyer
04
14.12.2011, 02:43
Wir werden auch psychisch belastet.

Wenn wir solche oberflächlichen Beiträge lesen.

Staatsfreind Nr.1
14
13.12.2011, 22:57
"Human Capital" war am Anfang

der philosophische Ausgangspunkt - am Ende:
faschistische Arbeitswelten, welche bestens mit der Ressource Mensch bedient werden.

Der Mensch der nicht denkt, sondern arbeitet bis zum allfälligen Ausschuss.

Wenn man andenkt, dass Freud 1959 die Psychoanlyse offiziell erdachte, und wie - seltsamerweise - wenig Platz dafür in der sozialen Arbeitswelt eingeräumt ist, so weiss man, um den herrschenden
Geist in der Maschine

typograph
00
14.12.2011, 11:06

Ja. An der Sprache erkennt man den Menschen.
Human-Kapital sagt schon mehr als genug ...

Vera Rschung
 
60
13.12.2011, 18:37
Wer nicht (mehr) arbeiten will, aber ...

leider doch gesund ist, der "erkrankt psychisch".

Fritz Meyer
11
14.12.2011, 02:47
Der Nick verrät uns schon...

hier ist einer furchtbar unlustig und furchtbar oberflächlich.

Ö-Vobie
22
14.12.2011, 02:41

Sind Ihnen solche Nazi-Sprüche nicht peinlich???

fischkopp
42
13.12.2011, 14:14

Auf die Jammer - fertig - los !
Wieder mal ein 1A-Trittbrett für alle, die sich gern aushalten lassen. Darin sind wir ja Wödmaster !

AlBundyFan
 
63
13.12.2011, 11:28
mir kommt vor

daß gewisse krankheiten erst dadurch entstehen, daß man genug zeit hat drüber nachzudenken und nach ihnen sucht.

die arbeitsbedingungen in den meisten ländern der welt sind weit schlechter als die in europa.
irgendwie ist es da schon komisch, daß gerade die arbeit die leute krank machen sollte....

Wildcat
01
25.12.2011, 18:24

ob sie in indien oder in österreich angst um ihre existenz haben müssen ist relativ egal

Jehane
02
13.12.2011, 14:59

Es muss ja nicht die Arbeit sein, die einen krank macht.

AlBundyFan
 
20
14.12.2011, 07:22
nein muß sie nicht

aber genügend andere glauben bzw. behaupten, daß die arbeit krank macht.....bist du das 1.mal hier im forum?
ist ja nicht meine idee das zu behaupten.

kein pardon
04
13.12.2011, 10:18
Hauptsache

der Shareholdervalue bleibt intakt

Jo H
03
12.12.2011, 22:44

hauptsach den reichen gehts guat.

Andreas W
14
12.12.2011, 20:03
Eh nur, dann passt ja eh alles!

Das haben die Unternehmen doch sicher eh einkalkuliert, dass halt a paar Arbeitsviecher wegfallen.

Aber solange sich die Mehrheit gerne bis aufs Blut ausbeuten und wie Dreck behandeln laesst, wird sich sicher nix aendern.

santa fe
 
113
12.12.2011, 14:54
arbeit unter lohn-unf geldterror ist indirekte sklavenarbeit und macht deshalb zunehmend krank.

die steigende arbeitslosikeit verschlechtert ausserdem den marktwert der einzelnen arbeitnehmer, was weniger reallohn und schlechtere arbeitsbedingungen bedeutet. das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

befreit vom arbeitszwang und ersetzt ihn durch eine gesellschaft der freiwilligen arbeit. endlich können jobs nach wahrem interesse, wahrer begabung und wahrem bedarf gewählt werden. dadurch wird jene arbeitsfreude und kreativität freigesetzt, die zur gesundung von gesellschaft, wirtschaft und demokratie führt.

berufung statt ausübung immer sinnloser werdender berufe, die eigentlich schon maschinen übernehmen könnten und bereits subventioniert werden müssen, was sie überteuert.

vernunft will selbstverwirklichung statt hamsterrad.

AlBundyFan
 
22
13.12.2011, 11:30
kann ich dann auch wie ein pensionist leben?

meine passion wäre dann nämlich garnichts zu tun....
und ich wäre nicht der einzige

und der anteil der menschen die zum spaß den kanal reinigen, müll wegbringen usw. dürfte sich auch in grenzen halten.
was dann? doch wieder einfuhr von sklaven die die arbeit machen für die sich keiner freiwillig meldet aber die trotzdem getan werden muß?

santa fe
 
16
13.12.2011, 11:44

sie würden nicht lange dabei zufrieden sein. sinnvolle arbeit, also arbeit im sinne von selbstverwirklichung ist ein grundbedürfnis des menschen. nichtstun sieht nur unter den gegenwärtigen sklavenbedingungen so attraktiv aus.

und was die unangnehmen arbeiten betrifft, werden sie durch das BGE verdientermassen sozial aufgewertet und dadurch automatisch auch viel besser entlohnt. wer also wirklich rasch zusätzliches geld braucht, hat da eine option. auf die dauer zählt aber der hohe sozial-status von wirklich sozialer arbeit.

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
13
13.12.2011, 13:33
Man kann sein Leben sehr befriedigend auch ohne

Lohnarbeit selbstverwirklichend ausfüllen: Sport, Backgammon-Club, ein paar Tage in der Südsteiermark verbringen, Foren frequentieren, fernsehen, kochen, uswusf.

Und das würden 99% auch so machen. Wenn dieses Schlaraffenland jemand bezahlen kann, gut.

Wenn nicht, hören Sie endlich auf die Foren mit Ihren Träumereien zuzuspamen.

AlBundyFan
 
12
13.12.2011, 12:38
es gibt eine durchaus große gruppe die damit schon jetzt zufrieden ist

punks und sonstige asoziale die sich weigern zu arbeiten - und davon gibt es nicht wenige.

nicht arbeiten heißt übrigens nicht: nichts tun.

ich kann ja trotzdem irgendetwas tun aber außer spaß zu bringen für mich hat es halt dann 0 einfluß auf das leben anderen menschen - und schon garnicht positiven.

Fritz Meyer
01
14.12.2011, 02:52
Ja, man merkt immer es deutlicher.

Die Gesinnung ist genauso dünn und oberflächlich, wie der Geschmack.

AlBundyFan
 
11
14.12.2011, 07:24
welche gesinnung?

ist es eine gesinnung zu denken, daß bei einem bedinungslosen grundeinkommen alle faulen menschen, die sich jetzt noch gerade aufraffen um zur arbeit zu gehen aus sozialen zwängen, nichts mehr tun würden?
und daß unangenehme arbeiten keiner mehr machen würde?

also ich würde das keine gesinnung nennen.

sanjoaquin
 
20
13.12.2011, 07:51
Das Problem

bei Ihrem Vorschlag der Gesellschaft der freiwilligen Arbeit besteht darin, dass wir dann nur noch Models, Moderatoren, Soziologen, Psychologen und Unternehmensberater haben werden.

Minister der Ökomonie
18
12.12.2011, 14:14

Naja. Die Wirtschaft will Gewinn machen, und nicht Menschen beschäftigen. Das sollte doch klar sein. Leider aber muss sie Menschen anstellen, weil noch nicht alles technisch umsetzbar ist. Aber KÖNNTE sie die Menschen ersetzen, täte sie es ohne mit der Wimper zu zucken.

Psychisch Kranke sind halt ein Risikofaktor. Man weiß dass Krankenstände durch psychische Probleme die wegen körperlicher Probleme bei weitem toppen. Also stellt ein Chef wohl lieber jemanden mit Rückenproblemen ein, als jemanden mit Depressionen.

Schlimm ist, dass Arbeit wiederum psychische Krankheiten verursachen kann... und das zunehmend auch tut. Und da könnte man durchaus gegensteuern!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.