77 Prozent laut Umfrage für Studiengebühren

12. Dezember 2011, 13:23

SPÖ-Leitner will Absolventen und Studienabbrecher zahlen lassen

Wien - Studiengebühren finden in der Bevölkerung offensichtlich eindeutig Zustimmung: In einer aktuellen Befragung des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) sprechen sich eine soziale Staffelung vorausgesetzt, 48 Prozent für Studiengebühren aus, 29 Prozent sind in jedem Fall für Studiengebühren. Der niederösterreichische SPÖ-Chef Sepp Leitner forderte in diesem Zusammenhang bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien einen Beitrag von Absolventen und Studienabbrechern.

Die Zustimmung zu Studiengebühren habe zugenommen, erklärte Peter Zellmann vom IFT bei der Pressekonferenz. Im Jahr 2009 sprachen sich demnach 53 Prozent für Studiengebühren und 36 Prozent dagegen aus, für zwei Prozent kam es auf die Höhe an (telefonische Befragung von 500 Personen ab 15 Jahren, Spectra). Im Dezember 2011 (ebenfalls 500 telefonisch Befragte ab 15) äußerten sich nur mehr 19 Prozent gegen Studiengebühren.

Auch bei den 15- bis 29-Jährigen, also den direkt Betroffenen, überwiege die Zustimmung: 34 Prozent sind für Gebühren mit sozialer Staffelung, 24 Prozent in jedem Fall für Studienbeiträge, 34 Prozent dagegen. Bei Personen mit Matura bzw. Uni-Abschluss liegt die Zustimmung bei insgesamt 75 Prozent, bei Personen mit niedrigem Haushalts-Netto-Einkommen bei 78 Prozent.

Leitner für Gebühren-Modell

Die Sozialdemokratie müsse sich der Diskussion stellen, folgerte Leitner. Mit dem Vorschlag einer Uni-Steuer stellte er sich auf die Seite der Kärntner SPÖ: Absolventen einer Uni bzw. einer Fachhochschule, aber auch Studienabbrecher sollten im Nachhinein einen Beitrag leisten, forderte Leitner. Prozentsätze oder eine Höhe wollte er nicht nennen, es müssten aber "sichtbare" Beiträge sein. Bei Nicht-Österreichern, die hier studieren, kann er sich sofortige Studienbeiträge vorstellen. Die niederösterreichische SJ könne seinem Vorschlag etwas abgewinnen, in der Bundespartei sei er unterschiedlich kommentiert worden, meinte Leitner auf Nachfrage.

Kritik kam sogleich von der niederösterreichischen ÖVP. Landesgeschäftsführer Gerhard Karner sprach von einem "völlig unglaubwürdigen Schwenk", sei doch Leitner noch vor kurzem mit aller Schärfe gegen Studiengebühren aufgetreten.

Das IFT hat im Dezember auch die Meinung zur Wehrpflicht abgefragt. 40 Prozent der Österreicher sind demnach für die Beibehaltung der bisherigen Wehrpflicht (15- bis 29-Jährige: 27 Prozent), 19 Prozent für einen freiwilligen Wehrdienst als Ergänzung zu einem Berufsheer (15- bis 29-Jährige: 24 Prozent), 30 Prozent für ein freiwilliges Sozialjahr (15- bis 29-Jährige: 32 Prozent) und sechs Prozent für gar keinen Dienst an der Allgemeinheit (15- bis 29-Jährige: neun Prozent). Verglichen mit einer Befragung Anfang des Jahres habe es keine prinzipiellen Verschiebungen gegeben.

"Vermurkste" Diskussion

Die Diskussion um die Wehrpflicht splitte die Bevölkerung, so Leitner. Ursache sei, dass die Diskussion "völlig vermurkst" worden sei. Gefragt, wer die Debatte "vermurkst" habe, verwies Leitner darauf, dass die Wehrpflicht bei der SPÖ bis wenige Tage vor der Wien-Wahl in Stein gemeißelt gewesen sei, und dann nicht mehr. Hier sei eine Diskussion "abrupt und völlig unvorbereitet" vom Zaun gebrochen worden. Die ÖVP auf der anderen Seite, die bis zu diesem Zeitpunkt dafür gewesen sei, die Wehrpflicht abzuschaffen, sei ab diesem Zeitpunkt hellauf begeistert gewesen. Hier sei es nicht um die Sache gegangen. Er vermisse nachvollziehbare Konzepte auf beiden Seiten, also sowohl Weiterentwicklungskonzepte für die Wehrpflicht als auch von jener Seite, die die Wehrpflicht für nicht mehr notwendig hält. Er fordere von der Bundesregierung, innerhalb kürzester Zeit die Alternativen gegenüberzustellen.

Dass im Zusammenhang mit dem Thema Pensionen im Zuge des "Jugendmonitors" beispielsweise die Hälfte der Befragten glaubt, keine staatliche Pension mehr zu kommen, hält Leitner für "erschütternd". Die Zeit sei "mehr als überreif" für eine umfassende Pensionsreform. Er sei zuversichtlich, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und die Bundesregierung Taten setzten.

Leitner forderte u.a. eine intensive Debatte um eine raschere Angleichung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer, hier sei ein Vorziehen zumindest auf 2025 notwendig. Auch müsse es symbolische Akte in Bezug auf Höchstpensionen geben, die es etwa bei der Nationalbank, aber auch Politikern gebe - nötig seien sehr hohe Pensionssicherungsbeiträge. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 82
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ingeniosus
00
14.12.2011, 15:24
eine Transaktionssteuer bringt mehr als die Studiengebühren

Man sollte beachten dass die Hälfte der Studierenden arbeitet, nur um überleben zu können.

ingeniosus
00
14.12.2011, 15:22
eine prozentuelle Wertung ist nicht repräsentativ

Wenn 77% für Studiengebühren sind, ist es immerhin so, dass mehr als doppelt soviele als es Studierende gibt, dagegen sind.

Es ist nicht zu erwarten, dass Fachschulabsolventen Studiengebühren als sinnlos empfinden. Das ist ja nicht neu.

Die Spitzen eine Staates müssen Verantwortung zeigen und jedem, der dafür geeignet ist ein Studium ermöglichen, egal ob seine Eltern arm oder reich sind. Das ist ein Selbsterhaltungstrieb des gesunden Staates.

Saurer Zivi
00
14.12.2011, 13:00
Studienabbrecher sollen Gebühren zahlen...

also das ist interessant. es reicht also nicht, dass diese menschen durch den abbruch eines studiums - zb aus krankheit oder weil sie gemobbt wurden - dafür noch einmal zahlen dürfen?

versteh ich das richtig?

das ist ja ein hammer. so etwas hätte ich von einem spö politiker nicht erwartet. absolut nicht.

mir kommt das grauen...

Marth
02
13.12.2011, 12:38
Ein gutes Beispiel für eine schlechte Studie:

Nur ein Wort zur Befragung: Forschungsdesignmist

Zu den Zahlen:
Zahl der Zustimmer hat sich veringert! Von 53% (2009) auf 48% (2011) Gegner haben sich auch veringert von 36% auf 19%. So was ist jetzt mit der Differnz, Faktum ist, dass die Leute ohne genauer Meinungs mehr geworden sind.
Ach, da kann man soviel schrieben, da wird mir gleich schlecht. Faktum ist, die zwei wichtigsten Gruppen. Studenten und Angehnde, sowie Familien von Angehenden werden nicht ausgewiesen. Erbärmlich.

FAIL
00
13.12.2011, 11:57
Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung

whatthefuck? was davon is jetz studieren? freizeit oder doch eher tourismus, ich würfel mal ...

smea_gol
00
13.12.2011, 22:43

weil jedes seriöse meinungsforschungsinstitut inzwischen die finger von der thematik lässt.

aber es zeigt sehr gut, sogar die politik und die medien scheinen zu glauben, dass studieren entweder urlaub/tourismus oder freizeitbeschäftigung ist.

traurig dieses land.

FAIL
04
13.12.2011, 11:56
das einzige was man da sieht, ...

... ist wie niedrig die akademikerquote ist.

x aeins
00
13.12.2011, 10:12

durchsichtige Manipulation
im Stil: "sind sie dafür, dass ihr Nachbar mehr Steuern zahlt, sie aber nicht?"

allonsanfan
00
13.12.2011, 09:57
IFT = BZÖ

77 % des "volks" spricht sich für studiengebühren aus, das ist kein wunder, wenn ich 500 bzöler anruf, werden die reflexartig schreien "leistung, mehr leistung, die studenten sollen zahlen!"
man sollte überhaupt keiner äußerung von peter zellmann, seines zeichens vorstand der österreichischen mittelstandsvereinigung, einer vorfeldorganisation der orangen, irgendeinen wert beimessen. diese studie ist eine schlecht getarnte presseaussendung einer nicht existenten partei, die ziemlich amateurhaft versucht, menschen zu beeinflussen.

120 Jahre Karl Schranz
00
13.12.2011, 11:21
naja.

man muss meinungsumfragen natürlich immer hinterfragen.

aber 77% zustimmung ist schon sehr schwer zu faken. das kann man nicht so abtun wie sie das gerade tun

curieux
01
13.12.2011, 09:08
Eine großartige Idee!

So etwas kann nur von einem Kärntner Sozialisten kommen und vom NÖ Herrn Leithner, dem Sympathieträger, unterstützt werden.

- Die ausländischen Studenten studieren gratis, da sie nachher meist wieder nach Hause gehen.
- Österreicher, die nach dem Studium ins Ausland gehen detto.
- Die ersten Gelder beginnen erst in drei bis vier Jahren zu tröpfeln - oder will man alle Akademiker zur Kasse bitten? Da würden aber die Gerichte viel zu tun haben, da dann viele, die ohnehin Studiengebühren bezahlt haben, noch einmal zur Kasse gebeten werden.

Ein großartiger Vorschlag, auf den sich natürlich unser hochintelligenter Herr BuKa draufgesetzt hat. Er muss ja nichts zahlen, er hat ja kein Studium abgeschlossen!

Phan Tast
07
13.12.2011, 08:48
tolle umfrage

100% für niedrigere Steuern
80% für höhere Poltikerbesteuerung
66% für höhere Pension
70% für Hacklerregelung

alle gegen den Rest

Gatrik
01
13.12.2011, 01:11

Dem Vorschlag die Gebühren nach dem Studium zu zahlen kann ich auch als Student etwas abgewinnen, allerdings zu bestimmten Bedingungen. Die Rückzahlung für jedes Semester beginnt erst ab einem bestimmten Einkommen.

Stahl_____666
40
13.12.2011, 08:22
.

Wieso erst ab einem bestimmten Einkommen?

Die auf Gemeinschaftskosten erworbene Bildung ist ja auch schon mit dem Einstiegsgehalt vorhanden.

Fuzzface
03
13.12.2011, 07:45

Sehe ich ebenso. Ein zinsloses Darlehen mit einer Rückzahlpflicht ab einem gewissen Einkommen wäre meiner Meinung nach die beste und fairste Variante. Dazu ein Verrechnungssystem, das auf Prüfungsgebühren - und nicht auf der Idee der Kopfsteuer - basiert. Gekoppelt mit Förderungen für besonders fleißige Studierende.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es eine breite Opposition aller politischen Lager gegen solche Vorschläge gibt, weil wo kommen wir denn hin, wenn plötzlich jede/r Studierende soviel Eigenverantwortung bekommt, und unseren tollen PolitikerInnen der Stoff zum Polemisieren und Ideologisieren weggenommen wird...

Hagbard.Celine
01
13.12.2011, 12:07

Es gibt sicher Modelle, die sinnvoll und für alle "Schichten" fair sind, deines klingt auf jeden Fall interessant, dem könnte ich als Student auch etwas abgewinnen.

Das Problem ist, dass es hier einige Leute gibt, die beißreflexartig nein schreien, wenn sie nur das Wort Studiengebühren hören, und nicht einmal eine Diskussion darüber führen zu wollen, finde ich infantil und schlichtweg falsch.

Taschenkalender
02
12.12.2011, 22:23
telefonische Befragung von 500 Personen ab 15 Jahren

Lehrlinge, Hauptschüler, Berufsschüler..

oder was?

La Balance
11
12.12.2011, 22:17

Ich fordere Gebühren für Politiker, die lauter Schwachsinn reden!!!!! Studiengebühren während des Studiums, längere Studiendauer da 100% Erbwerbstätigkeit und jetzt wieder zahen? Ich bin für Lohnkürzung für Politiker die nur polarisieren und gewisse Gruppen ständig ausgrenzen und schröpfen!!!!

Thomas Geißler
00
12.12.2011, 20:00

Und wieviele der 500 befürworten vermögensbezogene Steuern?

Das hätte mich interessiert.

M. P.1
03
13.12.2011, 07:27

Den Reichen darf man nichts weg nehmen.

Sogar der kleine Durchschnitts-Österreicher hat's lieber, man nimmt's von den Armen (also quasi seinesgleichen) statt von den Reichen. Solang's nicht ihn persönlich betrifft. Außer die Dümmsten, die applaudieren sogar, wenn sie Wasser in die Donau tragen müssen.

Jaja, die Propaganda hat effektiv gearbeitet. Eat the poor, feed the rich.

lupoderwolf
12
12.12.2011, 19:17
Die Studie ist sehr, sehr schwach

Nein sie ist sogar mit die schwächste Umfrage seit langem.
Bitte liebes IFT keine 'suggestiven' Antwortmöglichkeiten vorgeben. Wenn etwas sozial gestaffelt/abgefedert/gerecht ist, ist dies wie gratis Eislutscher am Kinderspielplatz zu verteilen.

Wenn das Busdget für nur 500 Personen reicht - besser gar nicht publizieren. Das ist ein absolutes Minimum beim Stichprobenumfang.

Und lieber Standard - wieso übernehmt ihr den wirklich so schwachen APA Text denn?
Fakt ist doch 24% dafür, 34% dagegen bei allerdings 500 Personen...

McDaisy
00
12.12.2011, 21:02
Wenn das Busdget für nur 500 Personen reicht - besser gar nicht publizieren. Das ist ein absolutes Minimum beim Stichprobenumfang.

aha!
können Sie das auch fachlich begründen?

smea_gol
00
12.12.2011, 21:14

lesen sie ein statistik buch.
mehr gibts dazu ned zu sagen.

McDaisy
00
12.12.2011, 22:04

ich kenne genug statistik-bücher, garantiert im gegensatz zu ihnen.
zum beispiel sagen diese, dass mit 95%iger wahrscheinlichkeit bei einer stichprobengröße von n=500 bei einem stichprobenanteil von 77% auf einen "wahren" Anteil in der Population zwischen 73,3% und 80,7% geschlossen werden darf. ganz leicht auszurechnen.
sie neigen wohl dazu, sich intellektuell zu überheben.

lupoderwolf
00
13.12.2011, 07:26

Ja ist richtig, aber wir können ja nicht von 77% ausgehen - die Antwortmöglichkeiten lassen eben nur 24% dagegen und 34% über! Die Kategorie sozial abgefedert ist witzlos (wie erwähnt) - da müssen Sie doch zustimmen?
Also haben wir eine statistisches Übergewicht (sig sogar) gegen Studiengebühren.
Nur sind 500 Befragte nur sehr schwer ein Abbild der Grundgesammtheit (Gechlechter-, regionale-, Altersverteilung, Bildung, Einkommen...

Wieso werden solche Studien bitte überhaupt veröffentlicht? Das ist reine Stimmungsmache und nichts mehr. Und sogar diese Ergebnisse werden falsch interpretiert!

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