Regierung dementiert Gespräche mit den Taliban

12. Dezember 2011, 12:58

Verhandlungen erst nach Gewaltverzicht - Angriff auf NATO-Tanklaster: Ein Toter - Ministerpräsident: Afghanische Grenze bleibt weiter geschlossen

Islamabad - Die pakistanische Regierung hat Berichte über Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban zurückgewiesen. Innenminister Rehman Malik sagte am Montag, es gebe definitiv keinen Dialog. Auch Ministerpräsident Yusuf Raza Gilani wies die Berichte vom Wochenende zurück. Verhandlungen seien erst dann möglich, wenn die Taliban auf Gewalt verzichteten, sagte er dem Sender BBC.

Der stellvertretende Talibankommandant Maulvi Faqir Mohammad hatte am Samstag erklärt, seine Gruppe verhandle mit der Regierung über ein Friedensabkommen. Die Regierung wiederum kündigte im Herbst an, dem "Frieden eine Chance zu geben" und mit einheimischen Extremisten verhandeln zu wollen. Sollte es zu solchen Gesprächen mit den Taliban kommen, wäre dies eine weitere Belastungsprobe für die ohnehin angespannten Beziehungen zu den USA. Der pakistanische Ableger der Taliban, die Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) ("Bewegung der Taliban") wird von vielen Ländern als terroristische Vereinigung eingestuft.

Ein Toter bei Angriff auf NATO-Tanklaster

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben bewaffnete Angreifer im Süden Pakistans Tanklastwagen der NATO attackiert. Etwa acht Angreifer hätten sich dem Konvoi in der Provinz Baluchistan an der Grenze zu Afghanistan am Sonntagabend genähert, einen Fahrer erschossen und die Lkw anschließend in Brand gesetzt, teilte die Polizei mit. Ein Polizeisprecher sagte am Montag, ein weiterer Fahrer sei bei dem Überfall am Vorabend verletzt worden.

Bei dem Angriff in Dadar 90 Kilometer südöstlich von Quetta wurden demnach sieben Laster zerstört. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Erst am Donnerstag hatten bewaffnete Angreifer mindestens 34 NATO-Tanklaster zerstört.

Ministerpräsident: Grenze bleibt blockiert

Pakistan hat die Grenze zu Afghanistan bereits vor gut zweieinhalb Wochen für NATO-Konvois geschlossen, wodurch die Laster zur Rückkehr nach Karachi gezwungen sind. Islamabad hatte die Versorgungslinien Richtung Afghanistan aus Verärgerung über einen NATO-Luftangriff gesperrt, bei dem Ende November 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren.

Pakistans Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani sagte dem Sender BBC, dass die Grenze so lange geschlossen bleibe, bis sich die Beziehung zu den USA verbessere. "Wir arbeiten zusammen, und wir vertrauen einander immer noch nicht", sagte er. Obwohl US-Kommandanten versichern, der Angriff sei keine Absicht gewesen, hält Gilani an Pakistans gegenteiliger Sicht fest. (APA)

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