Verhandlungen erst nach Gewaltverzicht - Angriff auf NATO-Tanklaster: Ein Toter - Ministerpräsident: Afghanische Grenze bleibt weiter geschlossen
Islamabad - Die pakistanische Regierung hat Berichte
über Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban
zurückgewiesen. Innenminister Rehman Malik sagte am Montag, es gebe
definitiv keinen Dialog. Auch Ministerpräsident Yusuf Raza Gilani
wies die Berichte vom Wochenende zurück. Verhandlungen seien erst
dann möglich, wenn die Taliban auf Gewalt verzichteten, sagte er dem
Sender BBC.
Der stellvertretende Talibankommandant Maulvi Faqir Mohammad
hatte am Samstag erklärt, seine Gruppe verhandle mit der Regierung
über ein Friedensabkommen. Die Regierung wiederum kündigte im Herbst
an, dem "Frieden eine Chance zu geben" und mit einheimischen
Extremisten verhandeln zu wollen. Sollte es zu solchen Gesprächen mit
den Taliban kommen, wäre dies eine weitere Belastungsprobe für die
ohnehin angespannten Beziehungen zu den USA. Der pakistanische
Ableger der Taliban, die Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP)
("Bewegung der Taliban") wird von vielen Ländern als terroristische
Vereinigung eingestuft.
Ein Toter bei Angriff auf NATO-Tanklaster
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage
haben bewaffnete Angreifer im Süden Pakistans Tanklastwagen der NATO
attackiert. Etwa acht Angreifer hätten sich dem Konvoi in der Provinz
Baluchistan an der Grenze zu Afghanistan am Sonntagabend genähert,
einen Fahrer erschossen und die Lkw anschließend in Brand gesetzt,
teilte die Polizei mit. Ein Polizeisprecher sagte am Montag, ein
weiterer Fahrer sei bei dem Überfall am Vorabend verletzt worden.
Bei dem Angriff in Dadar 90 Kilometer südöstlich von Quetta wurden
demnach sieben Laster zerstört. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst
niemand. Erst am Donnerstag hatten bewaffnete Angreifer mindestens 34
NATO-Tanklaster zerstört.
Ministerpräsident: Grenze bleibt blockiert
Pakistan hat die Grenze zu Afghanistan bereits vor gut zweieinhalb
Wochen für NATO-Konvois geschlossen, wodurch die Laster zur Rückkehr
nach Karachi gezwungen sind. Islamabad hatte die Versorgungslinien
Richtung Afghanistan aus Verärgerung über einen NATO-Luftangriff
gesperrt, bei dem Ende November 24 pakistanische Soldaten getötet
worden waren.
Pakistans Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani sagte dem Sender
BBC, dass die Grenze so lange geschlossen bleibe, bis sich die
Beziehung zu den USA verbessere. "Wir arbeiten zusammen, und wir
vertrauen einander immer noch nicht", sagte er. Obwohl
US-Kommandanten versichern, der Angriff sei keine Absicht gewesen,
hält Gilani an Pakistans gegenteiliger Sicht fest. (APA)