840.000 Euro für Elektroarbeiten

Bürgermeister beauftragt sich selbst

12. Dezember 2011, 12:35

Gemeinde Puch: 99,5 Prozent der Elektroarbeiten wurden von der Firma des Bürgermeisters erledigt - "Eben Bestbieter gewesen"

Salzburg  - Regelrecht zerpflückt hat nun der Salzburger Landesrechnungshof (LRH) die Gebarung der Gemeinde Puch im Salzburger Tennengau. Für den Untersuchungszeitraum 2003 bis 2009 fehlten Buchungsbelege und Rechnungen, waren schriftliche Aufträge genauso verschwunden wie Leistungsnachweise. Vor allem aber kritisiert der Rechnungshof in einem der APA vorliegenden Bericht, dass von den 840.000 Euro für Elektroarbeiten in diesem Zeitraum 99,5 Prozent an das Unternehmen des Bürgermeisters Helmut Klose geflossen sind. Klose: "Ein Großteil der Fehler wurde inzwischen beseitigt."

Aufträge und Leistungsnachweise fehlen

Der Ortschef hatte für die Aufträge insgesamt 133 Rechnungen gelegt. "Bis zum Abschluss des Rahmenvertrags im Jahr 2008 wurden lediglich zwei Bau- und sieben Lieferaufträge einem beschränkten Wettbewerb ausgesetzt - alle anderen Arbeiten wurden durchwegs nur mündlich oder aufgrund nur eines Angebotes beauftragt. Nach Ansicht des LRH ist beim Gewerk 'Elektro' eine Marktbeherrschung gegeben, welche in der Regel zu höheren Preisen führt. Eine derartige Monopolstellung beeinträchtigt den freien und lauteren Wettbewerb. Ob sich daraus ein Schaden für die Gemeinde Puch ergab, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen. Es ist jedoch durch den Ausschluss des freien Wettbewerbs ein solcher als wahrscheinlich anzunehmen", heißt es im Prüfbericht.

Nicht viel anders sah es laut Rechnungshof bei der Vergabe für Straßenbau-Arbeiten aus: Von 42 Rechnungen über insgesamt 430.000 Euro für den Zeitraum 2003 bis 2008 kamen 40 vom selben Unternehmen, in 39 Fällen fehlte ein schriftlicher Auftrag.

Kein Vier-Augen-Prinzip

Weiters bemängelten die Prüfer die Doppelfunktion Kloses als Bürgermeister und Geschäftsführer der Gewerbehof Puch GmbH. Dadurch sei er gleichzeitig Geschäftsführer und Vertreter des Alleingesellschafters "Gemeinde Puch", und das "ist unvereinbar, denn niemand kann im Rechtssinne sich selbst kontrollieren". Außerdem fehle ein Vier-Augen-Prinzip.

Nach jahrelanger Kritik vor allem der Grünen hat die Gemeinde im Juli 2009 eine Unternehmensberatungsfirma mit der Erstellung einer Organisationsanalyse für die Gemeindeverwaltung beauftragt. Hier lobt der Rechnungshof, dass durch die neue Geschäftsverteilung übersichtliche und nachvollziehbare Leistungsstrukturen geschaffen wurden. Die Empfehlungen seien zum Teil bereits umgesetzt oder befänden sich auf dem Weg der Umsetzung.

Klose sei "eben Bestbieter gewesen"

Für ihn habe der Prüfbericht des Landesrechnungshofes keine Neuigkeiten ans Tageslicht gebracht. "Die Punkte sind alle bereits 2008 öffentlich diskutiert worden", sagte der Pucher Bürgermeister Helmut Klose (ÖVP) gegenüber der APA zum heute, Montag, veröffentlichten Prüfungsergebnis. "Der Bericht spiegelt nicht den aktuellen Stand wider, ein Großteil der Fehler wurde inzwischen beseitigt."

Wichtig sei, dass keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe übrig geblieben seien. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen eingestellt, und auch ein Finanzverfahren wegen angeblicher Steuerhinterziehung habe sich in Luft aufgelöst.

"Sicher sind Fehler passiert, da gibt es nichts zu beschönigen, dazu stehen wir." Eine Organisationsanalyse 2008 habe aber ein ganzes Bündel an Maßnahmen vorgeschlagen, und ein großer Teil sei bereits umgesetzt worden oder befinde sich gerade in der Umsetzung. Das habe auch der Rechnungshof positiv anerkannt. "Wir sind immer noch dabei, unsere Strukturen nachhaltig zu verbessern, damit solche Fehler nicht noch einmal vorkommen."

Zum Vorwurf, dass 99,5 Prozent der Elektroarbeiten an seine Firma vergeben wurden, sagte Klose, dass dies nun durch einen Rahmenvertrag geregelt sei. Die Gemeinde schreibe diesen Vertrag jeweils für zwei Jahre über einen externen Berater öffentlich aus, und er sei eben Bestbieter gewesen.

Salzburgs Gemeindereferent Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP), der bisher noch seine schützende Hand über den Pucher Ortschef gehalten hatte (er untersagte zweimal den Plan der Gemeindeabteilung des Landes, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten), überlegt nun Konsequenzen: Der Prüfbericht zeige "eine ganze Reihe von - teils gravierenden - Fehlern in der Verwaltung auf, beinhaltet aber keine strafrechtlich relevanten Tatbestände. Derzeit wird abgeklärt, ob und inwieweit Sanktionen zu setzen sind. Man kann nach diesem Bericht sicher nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte Haslauer.

Grüne fordern Rücktritt

Salzburgs Grüne empfinden den  Bericht des Landesrechnungshofes  als "Sieg der Gerechtigkeit" und fordern Konsequenzen: "Ein Bürgermeister, der sich bei Auftragsvergaben derart gravierende Verstöße zu Schulden kommen lässt, sollte von sich aus die Konsequenzen ziehen und zurücktreten", sagte Cyriak Schwaighofer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.

Am 21. Dezember 2007 machten die Grünen erstmals auf die "Ungereimtheiten" in der Pucher Vergabepraxis aufmerksam. "Ohne die Veröffentlichung der zum Teil ungeheuerlichen Vorgänge stünden zweifelhafte Zahlungen und intransparente Auftragsvergaben dort heute noch an der Tagesordnung", ist Schwaighofer überzeugt. Bereits der Bericht der Gemeindeaufsicht im Jahr 2008 habe die Kritik der Grünen untermauert, geschehen sei damals trotzdem nichts.

Die Grünen in Puch seien dafür, dass sie die Missstände beim Namen genannt haben, aber zum Teil heftig angefeindet worden, erklärte Schwaighofer. "Bei der Gemeindevertretungswahl am 1. März 2009 wurde die Fraktion der Grünen halbiert. Der aktuelle Bericht ist eine späte, aber wichtige Bestätigung der politischen Arbeit, die der damalige Gemeindevertreter Alex Kern damals geleistet hat, nämlich allen Widerständen zum Trotz für saubere Vorgangsweisen einzutreten." (APA)

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Mostbluzza
00
24.4.2012, 16:59
hat die rote landesregierung auch a bissl

gschlafen. und die bürger auch.

und die justiz, guten morgen, sowieso.

besteht der ganze ort nur aus goldenen elektrokabeln, silbernen steckdosen und tiffany lampen - bei den werten???

schmauchlümmel
01
26.12.2011, 19:57

das stinkt bis zum himmel! so einer person kann man doch kein vertrauen entgegenbringen!
leider scheint das "part of the game" zu sein. die bürgermeister-partei hat halt ahnung von bwl. für deren klientel, die bürger, tut es mir leid, dass sie von vwl entweder keine ahnung haben, oder einfach narzistisch in die eigene tasche arbeiten, wo es nur geht… wenn schon ausschreibungen öffentlich werden müssen, um den schein zu wahren, wird eine externe firma beauftragt (bezahlt!), um eine auf einen anbieter maßgeschneiderte ausschreibung zu machen und bei der (intransparenten) bewertung zu sehen, dass jemand bestimmtes genommen wird. der zahlt dann halt eine "provision", wenn es nicht eine firma des entscheiders selbst ist. bei bund und land detto

bodenbauer
01
18.12.2011, 19:08
Der Ortskaiser Klose

ist ein echter Teflontyp dem das ganze Geschrei um seine Person nur grossen Spass bereitet.Er wird sich weiter in seiner ÖVP Riege als Macher feiern lassen obwohl seine Erfolge und Aufträge Ihm meist nur zufällig in den Schoß gefallen sind.So bleibt Ihm sicher bis zu den nächsten Wahlen Zeit seine netten
Machtspiele weiter zu treiben.

Tycho Brahe
00
15.12.2011, 08:58
Macht euch nicht in die Hose,

ihr kommunistischen Ignoranten.
Der Herr Klose ist ein Leistungsträger wie es in der ÖVP üblich ist, und Schwamm drüber!

S H7
01
14.12.2011, 23:50
Wieviele Vorwürfe braucht es noch um diesen Herren endlich in den Häfen zu bringen

Er handlet als Bürgermeister höchst kriminell.

Ich kann mir als Politiker einer Gemeinde nicht selber Aufträge zuschieben. Hallo!??? Ich verstehe nicht warum es in der Bevölkerung nicht endlich ein umdenken gibt?

Es ist ja "eigentlich" nicht einmal vereinbar als Bürgermeister überhaupt eine Unternehmen zu haben das von der Funktion auch nur irgendwie profitieren könnte...

Und seine Ausrede er sei kein Jurist und hätte keine Zeit um sich mit solchen Sachen auseinanderzusetzen ist doch lächerlich. Zweit hat er keine weil er neben Bürgermeister eben auch Unternehmer ist - eines von beiden muß er abgeben.
Gehört generell gesetzlich verboten!

imir
12
14.12.2011, 16:08

ÖVP! Mehr muß man gar nicht sagen.

Benzino Gasolini
00
25.12.2011, 15:01

Korruption beschränkt sich nicht nur auf eine bestimmte Partei ...

Walter Kaiser.
01
28.3.2012, 18:28
In diesem Beispiel, in diesem Artikel - schon.

Hier gehts genau nur um den ÖVP Bürgermeister.

Frodo Der Hobbit
00
13.12.2011, 18:24

schaut mal nach, was "kurakot" heisst...
;) ;) ;)

Andreas W
05
13.12.2011, 17:27
Wie hoch verschuldet ist die Gemeinde, damit der BM ein Luxusleben führen kann!!!

Dank ÖVP hat sich seit der Monarchie kaum was geändert. Kein Wunder, dass diese Partei den Ex-Monarchen bei jeder Gelegenheit hinten rein kriechen.

Kremser
02
14.12.2011, 11:01

es gibt tatsächlich dörfer in denen sich seit der monarchie nichts grundlegend geändert hat. sie denken so wie damals, sie handeln so wie damals. die bauern haben das sagen und die "häuslleut" meist mit den bauern verwandt ducken sich und schweigen! an denen geht die weltpolitik spurlos vorüber, die gesetze des bundes und des landes, insbesondere die von der verfassung garantierten rechte (meinungsfreiheit, niederlassungsfreiheit), gelten nicht!
es ist dies ein problem das leider von der öffentlichkeit unbemerkt existiert!

Kremser
01
14.12.2011, 11:01

es gibt tatsächlich dörfer in denen sich seit der monarchie nichts grundlegend geändert hat. sie denken so wie damals, sie handeln so wie damals. die bauern haben das sagen und die "häuslleut" meist mit den bauern verwandt ducken sich und schweigen! an denen geht die weltpolitik spurlos vorüber, die gesetze des bundes und des landes, insbesondere die von der verfassung garantierten rechte (meinungsfreiheit, niederlassungsfreiheit), gelten nicht!
es ist dies ein problem das leider von der öffentlichkeit unbemerkt existiert!

karl der postler
01
13.12.2011, 14:45
ist doch ganz normal in österreich!

in wievielen gemeinden es sicher ganz ähnlich aussieht, möchte ich gar nicht wissen!

an den pranger mit solchen verbrechern!

sozenglotzer
10
13.12.2011, 13:40
typisch

steirer - wenn die gier bis ins mark reicht
mann - wenns keine frau war
schwarz - wenns nicht rot war
gepostet - wenns zu mehr nicht reicht

LT81
01
13.12.2011, 14:24

achso und sie machen es umgekehrt nicht so? ich kann mich da an anderes erinnern. forderns von anderen also keine sachen denen sie selbst nicht im geringen nachkommen.

favonius
00
13.12.2011, 13:39
Bodenlose Frechheit!

Wo bleibt da die Justiz! Wenn man nicht angegurtet Auto fährt, wird man zur Kasse gebeten, obwohl man nur sich selbst schadet und nicht den anderen ... aber wenn man im großen Stil den anderen schadet und sich selbst dabei noch was Gutes tut, passiert nix! Die Regierung gehört nicht nur neu besetzt, sie gehört neu strukturiert. Sparstift!!!

Alaska Saedelaere
09
13.12.2011, 13:17
Typisch ÖVP

Nach einem Bürgermeister, der sich die Wählerstimmen zuschanzt, haben wir jetzt einen Bürgermeister, der sich die Aufträge zuschanzt. Rücktrittsgrund?! Nein danke, alles supersauber!

Trolling is a art.
00
13.12.2011, 13:12
Hat ja eh a Leistung dafür gebracht, der schwarze Selbstbediener!

Franz Schwingenschrot
00
13.12.2011, 13:04

Wozu die Aufregung? Das ist doch nur ein echter Leistungsträger dieser Gesellschaft.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Christ in der Zeit
03
13.12.2011, 12:57

Erinnert mich an den Bürgermeister von Hinterholz 8!

ÖVP in Reinkultur!

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
219
13.12.2011, 12:34
övp in reinkultur

wenn gier und korruption verschmelzen.

irgendwann reicht es. jeden tag kriegen wir diese schmutzigen meldungen ins gesicht geschleudert.

und dann fragen sich leute wie herr klose, warum es auf einmal so viele "wutbürger" gibt. unglaublich. aber es wird ihm nix passieren. zum kotzen das ganze.

eko
00
13.12.2011, 12:29

Kein strafrechtlich relevanter Vorwurf?
Wie war das noch einmal mit der Ausschaltung der Konkurrenz und der Asuwirkung auf den Preis für die gemeidne Puch? Und damit einen allfälligen Schaden für sie?
Vielleicht sollte das doch ein Hauptverhandlunsgrichter genauer untersuchen dürfen ...

Österreichische Verbrecher Partei!
03
13.12.2011, 14:53
Das Ausschreibungsgesetz gilt in Österreich nicht

und Korruption ist bei uns nicht strafbar,
siehe Strasser, Grasser bla bla

Wooldeworth
02
13.12.2011, 13:03
Und mit welchem Effekt?

Dass der jetzige BM durch einen neuen BM ersetzt wird, der den gleichen Sumpf wieder neu bewässert.

Es ändert nichts, außer dass ein paar Tausend Euro mehr an Steuergeld sinnlos vergeudet werden...

Es müsste vielmehr so sein, dass der Rechnungshof, der den ganzen Fall ja ohnehin schon durchleuchtet, zur Absetzung des BM (oder sonstigen korrupten Politkasperls) ermächtigt sein sollte. Wozu das ganze doppelt moppeln?

Wooldeworth
12
13.12.2011, 12:27
Wieso bitte wird allgemein bekannten Wahrheiten

nämlich dass die politische Kaste in Österreich quer durch alle Coleurs aus korrupten Freunderlwirtschaftern besteht, immer noch so viel Raum in den Medien gewidmet?

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