Wiener Neustadt

ÖBB warfen hundert Fahrgäste aus Eurocity

12. Dezember 2011, 15:33
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    foto: robert jaeger/apa

    "Bitte aussteigen", hieß es für hundert ÖBB-Passagiere in Wiener Neustadt.

Sicherheit laut Bahn nicht gewährleistet - Keine Heizung, defekte WCs

Wien - Wegen eines völlig überfüllten Zuges hat ein ÖBB-Schaffner am Sonntagnachmittag zu einer drastischen Maßnahme gegriffen. Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Montagsausgabe berichtete, mussten rund 100 Fahrgäste des Eurocity Polonia (Warschau-Villach) in der Station Wiener Neustadt aussteigen. ÖBB-Sprecher Christoph Posch bestätigte den Vorfall: "Eine sichere Weiterfahrt konnte nicht gewährleistet werden."

Es sei Vorschrift, dass für den Zugbegleiter alle Türen und Sicherheitseinrichtungen erreichbar sein müssten, sagte Posch. Dies sei hier nicht mehr der Fall gewesen. Daher hätte der Schaffner entschieden, dass Fahrgäste ohne Reservierung den Zug verlassen müssen, erklärte der Bahnsprecher. Diese Passagiere mussten dann in Wiener Neustadt auf einen späteren Zug warten. Für Fahrgäste, die nach Lienz weiter mussten und ihre Anschlusszüge verpassten, wurde ab Villach ein Ersatzbus organisiert. "Davon waren rund 30 Personen betroffen", erklärte Posch.

"Kundenservice sieht anders aus"

Die Reisenden zeigten sich wenig erfreut über die ÖBB. "Kundenfreundlichkeit und Kundenservice sieht anders aus", sagte Fahrgast Matthias Kapeller, der mit dem Eurocity Polonia von Wien nach Feldkirchen gefahren ist.

Die Szenen am Bahnhof Wien-Meidling und in weiterer Folge auf der Fahrt nach Wiener Neustadt beschrieb der Kärntner als "unvorstellbar": "Man hatte nicht einmal mehr Platz, um in Ohnmacht zu fallen." In Wiener Neustadt wären die Fahrgäste freiwillig ausgestiegen. "Die Zugräumung war die logische Konsequenz. Die Zugbegleiter haben auch alles Menschenmögliche getan, um zu verhindern, dass die Szene eskaliert", sagte Kapeller.

Keine Heizung, defekte WCs

In mehreren Waggons habe laut dem Kärntner auch die Heizung nicht funktioniert. "Es war eiskalt. Fahrgäste sind mit Jacken, Schals und Handschuhen im Zug gesessen", schilderte Kapeller. Auch die WCs hätten für Probleme gesorgt. "Sie waren entweder defekt oder unbenützbar, das Wasser stand teilweise knöcheltief."

Die ÖBB hatte am Montag darauf hingewiesen, dass Fahrgäste an besonders stark frequentierten Reisetagen die Möglichkeit der Sitzplatzreservierung in Anspruch nehmen sollen. Im Eurocity Polonia hätte dies laut Kapeller nichts genützt: "Das ist die reinste Kundenverhöhnung. Wenn die ÖBB dazu aufruft, dass Sitzplätze reserviert werden sollen, müssen diese auch dementsprechend markiert werden", sagte Kapeller. Dies sei bei dem Zug nach Kärnten nicht der Fall gewesen.

Technischer Defekt

In einem Waggon war im Eurocity die Elektronik ausgefallen. "Licht und Heizung funktionierten nicht mehr, der Defekt war während der Fahrt aufgetreten", erklärte Posch. Der Waggon musste ebenfalls in Wiener Neustadt geräumt werden. Posch hatte am Montag darauf hingewiesen, dass die Garnituren des EC-Zuges Polonia der polnischen Staatsbahn gehören. Laut dem Sprecher sollen nun die dortigen Verantwortlichen bezüglich der technischen Defekte kontaktiert werden. "Warum besetzt die ÖBB diesen Zug nicht mit ihrem eigenen Wagenmaterial?", fragte sich Kapeller. "Wir Kunden buchen auch bei der ÖBB und nicht bei der polnischen Bahn, daher kann die Verantwortung nicht einfach abgeschoben werden", sagte der Fahrgast. (APA)

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bunter wimpel
00
13.12.2011, 17:33
die öbb hatte völlig recht,

die kärntner sollen nicht so wehleidig sein, wenn's für sie keine extrawürschteln gibt.

strangerinastrangeland
 
01
13.12.2011, 13:36
"ÖBB warfen hundert Fahrgäste aus Eurocity"

Wow, kräftige Zugbegleiter hat die ÖBB!

Warum wurden die Fahrgäste nicht einfach gebeten, den Zug wegen Überfüllung zu verlassen?

samsung
10
13.12.2011, 11:44

wieso hat die öbb noch kein daten-abo bei facebook? dann wären sie nimma überrascht und könnten mit einer genauigkeit von +/- 2 fahrgästen vorhersagen, wann wer wohin fahren will.

focus
01
13.12.2011, 10:51
Schaffner...

... möcht ich keiner sein.
Entweder den Zug räumen, sodaß dieser sicher abgefertigt und geführt werden kann und (UNSCHULDIG) den Grant der Leut auf sich ziehen oder Situation ignorieren, Zug abfertigen und im Ernstfall den "Scherm auf hom".

So, wie auf den Autobahnen zur HVZ, kommts halt auch im Zug zu Überlastungen. Bei leider starr und unflexibel durchgeplanten Umläufen und Einsparung von Mitarbeitern bzw. dem Nicht-Vorhanden-Sein von Reserve-Waggons, sind übervolle Züge das Resultat.
Wird dann interessant ab Sommer 2012, wenn der FV auf der Süd mit RJ geführt wird.
Da ist bei 7 Waggons nämlich sense, da die Bahnsteige zu kurz sind für 2 Garnituren.

derElch
113
13.12.2011, 09:49
Hast du Mut, fahr mit dem Zug.

Etwaige Staus auf Tangenten oder echten Autobahnen sind immer noch deutlich entspannender als eine halbe Stunde im Zug.

sonja1978
07
13.12.2011, 07:35

Das kommt raus, wenn
a.) Züge eingespart werden
b.) ganze Waggoneinheiten eingespart werden.
Fahre seit über 10 Jahren intensiv mit der Bahn - und die Züge waren früher um ein Gutteil länger.

sonja1978
34
13.12.2011, 07:31
Dieser polnische Zug ist eine Frechheit!

Stinkt, keine Steckdose, wennst nix reservierst bist angschmiert. Letztens eine ältere Dame hatte solche Sorge, dass sie die ganze Fahrt stehen muss, hab ihr meinen Sitzplatz angeboten. Ich reservier immer und dann bekommst erst so einen stinkigen Platz. Dreiste Kundenverar*che.
Kommt der Öbb wahrscheinlich billiger diesen Zug zu mieten, als den eigenen zu betreiben. Die Schaffner können nix dafür, und bemühen sich eh immer. Aber die "ganz oben", die Millionen einstreichen und entscheiden, wie viel Technik- und Reinigungspersonal eingespart werden muss - die müssten mal ne Zugfahrt lang auf der übergegangenen Toilette stehn oder sich von Zuganfang nach Zugende auf Sitzplatzsuche durchquetschen! Brauchens nicht? Weils unsere Kohle kriegen!

Club-der-dichten-Toten
14
13.12.2011, 08:46
Kommt der Öbb wahrscheinlich billiger diesen Zug zu mieten, als den eigenen zu betreiben.

Also bitte, wenn man so wenig Ahnung hat sollte man besser nix schreiben...

Man kann ja durchaus Kritik üben, nur sollte man wissen, wovon man spricht. Der Zug ist ein polnischer Zug, weil er von Warschau nach Villach fährt. "Die ÖBB" mietet den Zug überhaupt nicht an. Internationale Züge fahren grenzüberschreitend...

Business99
43
13.12.2011, 07:24
unbelehrbar - Wettbewerb auch auf die Südbahn

ist wohl nicht der erste Hinauswurf - es muss doch Verantwortliche geben - wer leitet den Bereich - gibt es keine Vantwortung oder ist Unbelehrbarkeit zu Lasten der Kunden der ÖBB Normalzustand. Wenn der Zug aus Polen kam, dann fiel er ja wohl nicht wie einfach vom Himmel sondern war weit über eine Stunde ab der tschechischen Grenze bevor er in Wien eintraf in Österreich unterwegs. Es wäre doch nur normal, diese Zeit zu nutzen, um den Kunden Ersatzwagen in Wien bereitzustellen. Oder ist den ÖBB der Kunde nur dort etwas wert, wo es Konkurrenz gibt, dann freie Bahn dafür in ganz Östereich.

Pete Freedom
12
13.12.2011, 06:16
"Westbahn" auf die Südbahn!

Dilbert
03
13.12.2011, 08:51

Sie meinen, denen ist die Sicherheit egal?

Pete Freedom
21
13.12.2011, 16:35
Nein, das denke ich nicht!

Nur die Westbahn würde ihre Kunden besser behandeln.

Ich erinnere:
- Polizeiliche Räumung eines Zuges am Westbahnhof
- Westbahnhof schon zu gesperrt, obwohl noch ein Sonderzug ankommen sollte. Kunden im Westbahnhof eingesperrt
- Jetzt die Aktion in Wiener Neustadt

Jedem, dem noch solche Geschichten einfallen, der sei herzlich eingeladen, diese in die Diskussion einzubringen.

Dilbert
01
13.12.2011, 18:32

Und was würde ihrer Meinung nach die "Westbahn" bei einem überfülltem Zug machen?

Idefix der zweite
 
12
17.12.2011, 13:17

Ich weiss nicht was die Westbahn machen würde. Aber ich weiss, was die ÖBB tun sollten: Dafür sorgen, dass genügend Wagenmaterial bereitsteht, Bedarfsspitzen kommen nicht überraschend vom Himmel, sondern sind durchaus auch vorhersehbar.

Die grausame Realität 2011
04
13.12.2011, 02:07
"Warum besetzt die ÖBB diesen Zug nicht mit ihrem eigenen Wagenmaterial?"

Ja, warum nicht an jeder Staatsgrenze den Aufenthalt um eine halbe Stunde verlängern?

Wirtschaftskompetenz ÖVP-Politiker?

Fast, es ist der Pressesprecher der Diözese Gurk (so geht es zum persönlichen APA-Empörungs-Artikel).

M L3
10
13.12.2011, 03:44
Dann müssen die ÖBB ihren Partnern halt bezüglich dem technischen Zustand genauer auf die Finger schauen

So wie bei einem Lizenzprodukt, wo auch der Name des Lizenzgebers draufsteht. Er garantiert quasi für seinen Lizenznehmer und der verpflichtet sich üblicherweise, die Qualitätsstandards einzuhalten. Warum soll das hier andes funktionieren?

Idefix der zweite
 
00
17.12.2011, 13:20

Warum soll das hier andes funktionieren?

Weil das kein Lizenzprodukt ist. Es ist ein polnischer Zug, der von Warschau bis Villach fährt. Da, wo er durch Österreich fährt, auf Österreichischen Gleisen.

Mahnende Stimme
01

Und wer hat das Ticket verkauft und ist somit Vertragspartner?

JulyPJ
32
12.12.2011, 23:20
Die Öbb, mein Staatsfeind #1

Im vergangenen Monat allein hatte ich auf meiner Wöchentlichen Zugstrecke (1x Wien und zurück) Verzögerungen von insgesamt 7 Stunden (wobei es das Monat nur 5 Fahrten waren) und beim regelmäßigen Umstieg in den Zug in Wr. Neustadt (der meistens aus Villach kommt) nach Wien, muss man sich schon beim Einsteigen die Nase zuhalten, weil die Klos sogut wie IMMER und Wasser (uns sonstigem) stehen. Letztes Jahr wurden auf meine Kosten für eine Interrail-Reise 3 falsche Reservierungen ausgestellt, die mir nicht nur nicht Rückerstattet wurden, stattdessen musste ich noch in den ICE-Zügen Strafe zahlen, weil man die eben nur mit Reservierung benutzen darf.

just my 2g Senf
00
12.12.2011, 23:53

Ich hatte auch schon einmal eine Aufpreisdiskussion mit einem DE-Schaffner in einem ICE. Da ich allerdings diese Strecke regelmäßig mit den selben Zügen gefahren bin (ich also wusste, dass ich so fahren darf) und das Ticket der Woche davor noch bei mir hatte, habe ich mich als einziger Fahrgast im Waggon geweigert, den Aufschlag zu zahlen. Der Schaffner ist dann abgedampft um nachzufragen, was nun zu tun sei - und nix war mit nachzahlen.
Davor hat der halbe Waggon den ungerechtfertigten Zuschlag ohne viel Aufstand gezahlt ...

pmacke
01
12.12.2011, 23:45

nur ICE-Sprinter sind aufpreispflichtig. Normale ICEs im Interrail Pauschaltarif enthalten. Ihre Erfahrung mit wenig kooperativen DB-ZugbegleiterInnen habe ich auch schon gemacht. Bei der ÖBB hatte ich da hingegen wirklich noch nie Probleme. Der SB-Hinweis steht auf der Homepage und am Bahnsteig. Trotzdem musste ich auch ohne Mediendrohung keinen Aufpreis zahlen.
Mich würde ja auch interessieren von wo Sie nach Wien fahren. 7h Stunden sind viel, aber 30min Stau bei der Stadtein/ausfahrt wären auch 5h.
Ich fahre momentan sehr oft Klagenfurt-Wien-Klagenfurt und würde auch bei 5h Fahrzeit den Zug dem Auto vorziehen. Allerdings hatte ich auf den letzten 20 Fahrten zusammen weniger als 1h Verspätung.

JulyPJ
41
12.12.2011, 23:27
des weiteren...

wollte mich ein Schaffner strafen, nachdem ich ohne Ticket im Zug war (dass ich mir bei der vorherigen Fahrt noch Problemlos immer im Zug gekauft habe). Nach lautstarkem Protestieren, und der Frage: "seid wann dass denn?" wurde mir ein läppisches: "jo, des is neich seitn 1. jetza..." hingeworfen. Ich drück ihm darauf mein Handy mit der ÖBB Seite offen in die Hand und sag: "Wenns ma das irgendwo auf der Homepage zeigen können" dann Zahl ich ihnen die Strafe, ansonsten werfen's mich beim nächsten Bahnhof raus, ich hab gute Freunde in den Medien.. Waren sie schon mal im Fernsehen, Herr wasauchimmer?!" Dann hat a mich in Ruhe lassen, ned mal das Ticketgeld wollte er mehr!
Warum trotzdem ÖBB? Nur weil es nicht anders geht. Nur darum!

loer
12
22.12.2011, 10:48

sie sind mir ja ganz ein harter bursch ! ihre freunde bei den medien, was sind denn die ? zeitungszusteller ?

Stephan W.
06
12.12.2011, 23:11

"Warum besetzt die ÖBB diesen Zug nicht mit ihrem eigenen Wagenmaterial?"

Wie stellt sich der Herr das vor, alle über die ÖBB buchbaren Züge (das sind praktisch alle europäischen Fernverbindungen) mit ÖBB-Material zu führen?
Oder sollen an jeder Grenze die Leute polnischen (bzw. konsequenterweise vom tschechischen) Zug in einen österreichischen umsteigen?

Internationale Zugläufe erfordern nun mal einen gewissen Austausch an Waggons zwischen den verschiedenen Ländern.

Irgendein Jürgen
24
12.12.2011, 22:14
So what?

Samstags um 16:30 muss man im Hofer kein frisches Brot mehr suchen. Das weiss ein jeder, es ist jedes Wochenende das Selbe. Auch Personen mit Hofer-Gutscheinen gehen leer aus, sie müssen entweder auf Brot verzichten oder ihren Einkauf beim Billa erledigen. Keiner regt sich darüber auf, alle haben es als Tatsache akzeptiert.

Für die ÖBB gilt das Gleiche. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit sind die Züge überfüllt, ein Ticket alleine ist noch keine Garantie für die Mitnahme im Zug. Wer nicht reserviert hat oder zu spät zusteigt, der muss eben in einen anderen Zug wechseln. Die ÖBB ist ein staatliches Unternehmen und so beliebt wie Fußpilz, darum regen sich alle künstlich über das Unvermeidliche auf.

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