Amazon verspricht baldige Aktualisierung - Multitouch- und Performance-Probleme sollen behoben werden
Nach anfänglich durchaus positiver Berichterstattung hat sich in den vergangenen Wochen die Stimmung gegenüber Amazons Kindle-Fire-Tablet merklich gedreht. So zeigen sich mittlerweile viele frühe KäuferInnen über die diversen Defizite des Geräts verärgert, ein Teil davon soll gar die Tablets wieder an den Hersteller retourniert haben, wie die New York Times zu berichten weiß. Die Palette der Beschwerden reicht dabei von der schlechten Reaktion des Touchscreens bis zum Umstand, dass der Ausschalt-Knopf all zu leicht unbeabsichtigt gedrückt wird. Auch der bei der Präsentation des Kindle Fire so sehr gelobte Browser ist vielen schlicht zu langsam, dazu kommt, dass es keinerlei Schutz der Privatsphäre gibt: Wer auch immer das Gerät in Händen hält, sieht alles, was zuvor darauf betrachtet wurde.
Usability
Vor wenigen Tagen folgte dann die nächste negative Schlagzeile: Usability-Experte David Nielsen hatte das Fire eingehenden Tests unterzogen, und die von Amazon auf Basis von Android erstellte User Experience als "enttäuschend schlecht" bezeichnet. Nielsen legte aber noch nach und riet vom Kauf des Geräts ab, er könne sich auch nicht vorstellen, dass Amazons Tablet in diesem Zustand ein Erfolg werden würde.
Update
So einfach will sich der Hersteller aber natürlich nicht geschlagen geben, immerhin nimmt das Kindle Fire eine zentrale Rolle in der langfristigen Strategie des Unternehmens dar: Über kostengünstige Hardware sollen die KonsumentInnen an die eigenen Services und Angebote - etwa zum Kauf von Musik, Filmen oder Büchern - gebunden werden. Die drängendsten Probleme sollen mit raschen Softwareupdates gelöst werden, bereits in den kommenden zwei Wochen soll denn auch ein größeres Update folgen. Dieses verspricht Verbesserungen bei der Multitouch-Nutzung und an der aktuellen Performance des Geräts, so der Hersteller. Zudem soll es endlich auch möglich sein, die Liste der eigenen Aktivitäten zu bearbeiten und zumindest sensible Informationen zu entfernen.
Hardware
Darüber hinaus soll aber auch bereits eine neue Hardwarerevision in den Startlöchern stehen, wie die Zeitung berichtet. Schon im Frühjahr könnte diese die bisherige Gerätegeneration ablösen, bleibt abzuwarten, ob man hier von den jetzt kritisierten Punkten lernt. (red, derStandard.at, 12.12.11)