Stammesfürst verhängt Bußgeld wegen Hochzeit im November
Harare - Ein lokaler Stammesfürst hat den
simbabwesischen Ministerpräsidenten Morgan Tsvangirai mit einer
Strafzahlung von zwei Kühen und zwei Schafen wegen dessen Heirat im
Monat November belegt. Der 59-jährige Regierungschef hatte örtlichen
Medienberichten zufolge am 21. November in einer traditionellen
Zeremonie die Geschäftsfrau Locadia Tembo geheiratet und einen
Brautpreis in Höhe von 36.000 Dollar (rund 27.000 Euro) und 15
Rindern an deren Familie gezahlt. Zwölf Tage später löste er die
Beziehung wieder auf, betonte aber, den Tembos eine Entschädigung
gezahlt zu haben, nachdem er die Frau mit Zwillingen geschwängert
hatte.
Weil er den Brautpreis im heiligen Monat November zahlte und damit
gegen ein kulturelles Gesetz verstieß, belegte der Stammesfürst
Negomo aus Chiweshe in der Region Mashonaland Central Tsvangirai mit
der Strafzahlung. Neben den Tieren muss der Ministerpräsident demnach
zusätzlich ein Bußgeld in Form von zehn Meter weißen Stoffes zahlen.
Seiner "Ehefrau" wurde ebenfalls eine Strafzahlung von zwei Kühen,
zwei Schafen und einer Ziege auferlegt, weil sie das Angebot
akzeptierte.
Tsvangirai erklärte, dass er das Urteil nicht akzeptiere. Sein
Sprecher Douglas Mwonzora sprach von einer politischen Intrige der
Partei von Präsident Robert Mugabe. Tembos Schwester ist eine
Abgeordnete von Mugabes Partei Zanu-PF. Der seit Jahrzehnten
regierende Mugabe will 2012 wiedergewählt werden und die 2009
ausgehandelte Machtteilung mit Tsvangirai beenden. (APA)