Grüne Unterstützung für Schuldenbremse in Verfassungsrang

12. Dezember 2011, 10:46
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    foto: standard/cremer

    Schuldenbremse im Verfassungsrang: Peter Pilz zieht die Grüne Notbremse und fordert im Gegenzug ein Ja der ÖVP zu Vermögenssteuern.

Sicherheitssprecher Peter Pilz drängt auf Zustimmung: Können nicht einfach "Nein" sagen - Regierung hat Sondersitzung einberufen

Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz versucht seine eigene Partei davon zu überzeugen, der Europäischen Schuldenbremse in Verfassungsrang zuzustimmen, wenn darüber im Österreichischen Parlament abgestimmt wird. Auf seinem Blog erklärt er:

"Ich weiß, dass einige Grüne die Schuldenbremse kategorisch ablehnen. Mit vielen ihrer Argumente haben sie Recht. Trotzdem bin ich für die Zustimmung, aus drei Gründen: Erstens muss endlich intelligent gespart werden. Zweitens haben sich jetzt 26 EU-Staaten auf die Schuldenbremse festgelegt. Da können wir nicht einfach 'Nein' sagen. Und drittens spielen Symbole manchmal eine übermächtige Rolle. Europa hat sich jetzt geeinigt."

Während viele Grüne nach wie vor der Schuldenbremse ablehnend bis skeptisch gegenüberstehen, sieht Pilz im Beschluss der 26 EU-Staaten einen "ersten Brückenkopf, der ausgebaut werden muss". Dieser Beschluss sei ein Fortschritt, mit dem "sorgfältig umgegangen werden muss". Auch die Opposition habe Verantwortung zu tragen.

Bedingung: Ja zu Vermögenssteuern

Grünen-Chefin Eva Glawischnig zeigt sich für die Schuldenbremse weiter verhandlungsbereit. Bedingung sei die Einführung einer Vermögenssteuer. Geht es nach den Grünen, sollen Vermögen, die über 500.000 Euro liegen, besteuert werden. Ist eine Immobilie etwa 750.000 Euro wert, sollen für 250.000 Euro Vermögenssteuern bezahlt werden.

Im Gespräch mit derStandard.at sagt Pilz, die Regierung wisse genau, dass die Grünen die einzige Partei sind, mit der man realistisch über die Schuldenbremse verhandeln kann. Allen voran die ÖVP müsse einsehen, dass an Vermögenssteuern, die die Grünen als Bedingung für ihr "ja" zur Schuldenbremse machen, kein Weg mehr vorbei führe.

Laut Pilz scheiterten die Grünen Verhandlungen mit der Regierung vor allem an "der Hardcore-Partie rund um Finanzministerin Maria Fekter, der die goldene Nase einiger Vermögenden wichtiger ist, als das Triple A für Österreich".
Warum Pilz sein Vorstoß erst jetzt macht, nachdem bereits über die "österreichische Schuldenbremse" abgestimmt wurde? Vergangene Woche habe er noch darauf gehofft, dass die "ÖVP doch zur Vernunft kommt".

Sondersitzung am Mittwoch

Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger wollen bei einer Sondersitzung des Nationalrats am Mittwoch eine Erklärung zur Schuldenbremse abgeben. Die Regierungsspitze will dabei die Parlamentarier auch über die Ergebniss des EU-Gipfels von vergangener Woche informieren. Wie der APA weiters aus den Büros der Koalitionsspitze bestätigt wurde, soll es Tags zuvor noch ein Treffen mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig und BZÖ-Obmann Josef Bucher geben. Die Regierung erhofft sich von den beiden Oppositionsparteien doch noch eine Zustimmung zur Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung. Nicht eingeladen wurde vorerst die FPÖ.

FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache kritisiert die Ankündigung, keine Gespräche mit den Freiheitlichen führen zu wollen. Offenbar verweigere der Kanzler Gespräche mit der FPÖ, weil er sich vor dem eigenen Volk und ihm, Strache, fürchte, meinte der FPÖ-Chef in einer Aussendung am Montag. Einmal mehr betonte Strache, er könne sich eine Zustimmung zur Schuldenbremse nur vorstellen, wenn daran auch ein "Demokratiepaket" geknüpft wird, das etwa eine Volksabstimmung zum Rettungsschirm beinhaltet. Erneut fordert er auch eine Stärkung der direkten Demokratie "nach Schweizer Vorbild". (Katrin Burgstaller, derStandard.at, 12. Dezember 2011)

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F. T.
00
15.12.2011, 08:45
Lasst H.C.Strache und seine Reichen-Schutzpartei, äh, seine Experten, für Österreich arbeiten!

Ich lach mich tot!

Erwin Rotter
00
14.12.2011, 09:33

Das Wissen unserer Politiker über "Finanz und Geldwesen" ist sehr beschränkt oder nicht vorhanden. Immer wieder "Wahlzuckerln" auf Kosten der Steuerzahler austeilen und immer mehr ausgeben als eingenommen werden kann, geht auf die Dauer nicht. Daher müssten alle Politiker im Parliament eine Prüfung über "Finanzen" ablegen, bevor sie viel reden & versprechen.

hlg
00
13.12.2011, 19:57
habe ich das richtig verstanden, dass die grünen jetzt...

FÜR ein ändern der verfassung von...

"alles recht geht vom volk aus"

in

"alles recht geht vom geld aus"

einsetzen?

mike sierra
00
13.12.2011, 09:55
Was hat sich geändert?

Schuldenbremse gegen Vermögenssteuer war schon vorher.

Eventuell, dass Glawischnig sich nicht mehr über "Überschriften" lustig macht. Vielleicht hat sie jetzt verstanden, was Verfassungsgesetze sind.

tigermuecke
00
13.12.2011, 08:05

Warum wird nicht auch eine "Bankenkontrolle" in die Verfassung geschrieben?

zeitfuchs
02
13.12.2011, 09:45
...und eine Steuerbremse?

Vintageologist
 
00
16.12.2011, 02:42

Weil dann den Sozis irgendwann das Geld zur Bedienung ihrer Freunderl ausgeht, wenn sie nicht wieder mit Hilfe der pseudo-Legitimation der Faulen und Dummen in unserem Land durch Bedienung derer Neidkompexe die Gebildeten und Leistungsträger schröpfen können.

rrrn
 
00
13.12.2011, 07:13
unsere rasende Zeit

vergisst, dass eine Schuldenbremse sowieso in der Verfassung ist: welcher vernuenftige Mensch lebt denn ueber seine Verhaeltnisse? Oder war die Verfassung schon so weitsichtig, dass sie die "freiheitlichen" Deppen voraussah? (M. Graf (3. NR-praesident, rechtsextrem --> "Olympia") hat die Austrian Research Center heruntergewirtschaftet).

gue galie
11
13.12.2011, 06:14

schuldenbremse ja, aber nur unter folgenden bedingungen:
1) neue regeln für das finanzsystem (z.b. keine naked cds)
2) neue regeln für das bankensystem: entweder trennung geschäftsbanken/investmentbanke oder
die alten bilanzregeln einführen.
3) verursacher der finanzkrise gehören vor gericht (z.b. herr treichel usw.): ob schuldig oder nicht muss das gericht klären aber diese zocker gehören endlich vor den richter.
4) für staatsanleihen gehören endlich mit reserven hinterlegt (änderung der basel-regelung).
5) derivat-handel gehört in das spielkasion.
6) computer handel im m

es kann nicht sein herr pils, dass der steuerzahler immer der dumme ist.
sollte die oben stehende punkte erfüllt sein, so steht einer schuldenbremse nichts mehr im wege

Standard deviation
00
14.12.2011, 19:22
Das Offensichtliche richtig benennen

Wir haben derzeit keine Finanzkrise, sondern eine
VERSCHULDUNGSKRISE.

Standard deviation
00
14.12.2011, 19:19
Herr Treichl ist Verursacher der Finanzkrise?

Geht's noch ?

zeitfuchs
01
13.12.2011, 10:16
...nicht einmal unter den von Ihnen angeführten Bedingungen!

Die Schuldenbremse im Verfassungsrang bedeutet die Festschreibung eines Automatismus daß immer dann, wenn dem Staat Geld fehlt, die Steuern unter Ausschaltung und Umgehung des Parlamentes erhöht werden können. Also, je mehr der Staat mitsamt seinem sich aufblähenden Verwaltungsapparat abschöpft - auch das ist bekanntlich ein Automatismus - , umso mehr muß von unten, der Bevölkerung nachgeschossen werden. Trick 17, für die ganz Dummen.

Judy61
00
13.12.2011, 02:41
Hilfe!

Was bitte wird besser, wenn eine Schuldenbremse in der Verfassung steht? Mit gleichem Rang wären doch wohl Finanztransaktionen zu besteuern!
Politische Verantwortung kann sich doch nicht mit dem Abtritt in eine fette Pension erschöpfen?
Es muss mehr direkte Demokratie geben - wer zahlt (Volk) schafft an!

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
13.12.2011, 01:10

Statt Vermögenssteuer KEST nicht fix verzinsen sondern normal auf die Einkommensprogression rauf rechnen!

positiv gesehen
00
13.12.2011, 00:51
und was ist die nächste forderung von einer ratingagentur ?

Führer befiehl wir folgen dir ist schon einmal sehr schlecht ausgegangen obwohl zu einem bestimmten zeitpunkt diese idiologie sogar eine demokratische mehrheit gefunden hätte.
Selber denken statt einfach befehle ausführen, dazu hätten wir eine regierung.

Evolution durch Korruption
00
13.12.2011, 00:36

Ich küsse den Grünen die Füsse wenn sie mit dieser Taktik tatsächlich Vermögen-Substanzsteuern rauserpressen... ooops ... so sagt man das nicht. Man sagt junktimieren.
sorry.

Irgendwas fehlt in der ganzen Diskussion, irgendwas fehlt trotzdem... hmmm...

Ja! Jegliche VERNUNFTBASIERTEN ENTSCHEIDUNGEN fehlen.

Die gibt es nicht mehr in der Postdemokratie; alles wird entweder durch Erpressung durch "die Märkte" oder andere Politischen Mitspieler ERZWUNGEN...

DAS sollen suveräne demokratische Staaten sein?
DAS soll "das politische Spiel" sein?

Es ist nichts anderes als Handel und Spekulation ... nicht nur an der Börse und damit ist der zerstörerische Beitrag dieser Markt-Ideologien auch in der Politik wirksam.

Alternativen heute undenkbar.

Kummerl1
10
12.12.2011, 23:46
Zinsen abschaffen

und Vermögenszuwächse höher wie Arbeit besteuern.
Und Spekulanten Arbeiten schicken, das hilft auf Dauer.

zeitfuchs
00
12.12.2011, 23:30
also, ich bin schon überrascht

über den Anteil von Masochisten unter den Steuerbremse-Bloggern. Daß der Armin Wolf vom ORF bei jeder denkbaren Gelegenheit seinen Interviewgästen suggeriert, man könne ja hier und man könne ja da neue Steuern einheben, und so -zig Milliarden neue Einnahmen generieren verstehe ich noch. Wahrscheinlich erwartet er sich ein fettes Scheibchen davon für den ORF. Mit Inbrunst aber, so scheint mir, wird hier ein brainstorming abgezogen, das den Ideenreichtum eines Armin Wolf noch weit in den Schatten stellt! Mein Wunsch wäre jedenfalls, den sparsameren Umgang mit unserem Steuergeld an erste Stelle aller Überlegungen zu stellen. Dann die Unsummen an Geldern die faktisch aus dem Fenster geworfen werden, dann....

Besserwisser
00
12.12.2011, 23:50
Ohne die Zustimmung einer Oppositionspartei gibt es die Schuldenbremse nur als einfaches Gesetz.

Wollen sich Regierung/Parlament an ein einfaches Gesetz nicht halten oder warum sonst drängen sie so auf ein Gesetz im Verfassungsrang?

zeitfuchs
00
13.12.2011, 00:15
vermute, daß da wieder

einige neue Verwaltungsposten im vfgh zur dann notwendigen Kontrolle der Regierung, der Parlamentarier und sonstiger Bundes- und Landesbehörden geschaffen werden sollen. Vielleicht will man sogar den Kommunen auf die Finger klopfen können, falls sie die Schuldenbremse nicht befolgen. Alles denkbar. Ein einfaches Gesetz könnte man durch ein anderes ja leicht aushebeln oder "überschreiben". Im gleichen Maße könnte man aber auch ein Gesetz im Verfassungsrang mit der dazu nötigen parlamentarischen Mehrheit wieder außer Kraft setzen. Weiß der Kuckuck, wozu das Ganze.

Genowo
10
12.12.2011, 23:15
Peter Pilz hat 100%ig Recht!

Vermögenssteuern jetzt und dann die Schuldenbremse in die Verfassung!

Fekter und ihrer Goldnasenfreunde sprechen nicht für Österreich!

Mozart
00
12.12.2011, 23:05
Was spricht eigentlich gegen Pensionskürzungen?

Vedl
 
02
12.12.2011, 23:18
Öhm...

die Pensionisten?

Mozart
01
12.12.2011, 23:38

Wolfgang Schüssel 11.100 Euro
Andreas Khol 11.450 Euro
Karl Blecha 14.100 Euro

BetterWorld
 
00
12.12.2011, 22:54
Gratulation an die Grünen!!!

Ganz schlau gemacht!!!
Bravo!!!

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