Potenzielle Marker für eine verbesserte Vorhersage und Behandlung des Diabetes entdeckt
Düsseldorf - Das Fettgewebe ist nicht nur ein wichtiger Energiespeicher, sondern auch eines der größten endokrinen Organe im menschlichen Organismus. In dieser Eigenschaft setzt es eine Vielzahl biologisch aktiver Proteine frei, die als Adipokine bezeichnet werden. Über Adipokine kommuniziert das Fettgewebe mit anderen Organen wie Leber und Skelettmuskel. Diese Art der Kommunikation wird Organ-Crosstalk genannt.
Veränderungen im Sekretionsverhalten des Fettgewebes, beispielsweise als Folge von Übergewicht, stören diese Kommunikation zwischen den Organen und können an der Entstehung komplexer Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes mellitus entscheidend beteiligt sein.
Die exakte Zusammensetzung der Adipokine, sowie deren Regulation sind bislang nur unzureichend untersucht worden. Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf (DDZ) haben nun eine Studie an menschlichen Fettzellen durchgeführt, die erstmals einen tieferen Einblick in die Komplexität der Adipokine erlaubt und deren zentrale Rolle in der Regulation vielfältiger biologischer Prozesse im menschlichen Fettgewebe zeigt.
Relevanz für die Diabetes-Entstehung
In der Arbeit "Identification and validation of novel adipokines released from primary human adipocytes", die in der Januarausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Molecular & Cellular Proteomics" veröffentlicht wird, identifizierten Forscher des DDZ in einer umfangreichen Massenspektrometrie-gestützten Studie mehr als 300 veränderte Proteine im sogenannten Sekretom der menschlichen Fettzelle.
Mithilfe einer weiteren Analyse selektierten die Wissenschaftler hieraus Proteine mit hoher Relevanz für die Diabetes-Entstehung. „Im Rahmen unserer Untersuchungen konnten wir mehr als 40 neue Faktoren identifizieren, die eine mögliche Funktion in der Krankheitsentstehung haben oder als Marker für eine verbesserte Diagnose des Diabetes mellitus verwendbar sind", erläutert Stefan Lehr, Leiter der Arbeitsgruppe für Proteomanalyse am DDZ, die Ergebnisse seiner Studie. (red)