Entdeckt: Stupsnasenaffe und Hippie-Gecko

12. Dezember 2011, 12:12
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WWF-Report: Das Flora- und Fauna-Paradies in der Mekong-Region ist gefährdet

Hanoi/Bangkok - Wissenschafter haben rund um den Mekong innerhalb eines Jahres 208 bisher unbekannte Tierarten dokumentiert. Besonders spektakulär ist der Stupsnasenaffe aus Burma. Er hat nicht nur eine regenempfindliche Nase, sondern am Kopf eine Haarlocke, die an Elvis Presley erinnere. Das Tier wurde in entlegenen Wäldern entdeckt, berichtete der WWF in seinem neuesten Mekong-Report. Der Mekong ist etwa 4.500 Kilometer lang.

Der Stupsnasenaffe (Rhinopithecus strykeri) dürfte die skurrilste Entdeckung sein. Snubby, wie sie das Tier tauften, ist schwarz, flauschig und nach Angaben der Bewohner der Kachin-Region in Burma bei Regen leicht zu finden. Dann sitzt er trotzig auf den Bäumen und klemmt den Kopf zwischen die Beine. Der Grund: Die Regentropfen fallen in seine nach oben gerichteten Nasenlöcher - dann muss Snubby niesen.

Die Regenmuffel gefährden sich aber damit: In der Region wird nämlich gejagt. Es gibt laut WWF vermutlich nur noch zwischen 260 und 330 Stupsnasenaffen. Sie sind vom Aussterben bedroht. Forscher hatten den Affen bereits im "American Journal of Primatology" vorgestellt.

Gecko in Hippiefarben

Vietnam war besonders ergiebig für die Forscher: Dort kriecht auf der Halbinsel Ca Mu ein Gecko in Hippiefarben (Cnemaspis psychedelica). Er hat einen leuchtend gelben Hals mit schwarzen Streifen, einen blaugrauen Körper und orangefarbene Füße. Ngo Van Tri von der Wissenschaftsakademie entdeckte in einem Restaurant in Süden Eidechsen, die sich zum Verwechseln ähnlich sahen. Sein Verdacht bestätigte sich: Die neue Art (Leiolepis ngovantrii) klont sich selbst - zur Fortpflanzung seien keine Männchen nötig.

In der Provinz Dak Lak blühte im Verborgenen eine weiß-orangene Orchidee (Dendrobium daklakense). "Es ist bemerkenswert, dass ein so auffallendes Exemplar bis vor kurzem unbekannt war", sagte der Orchideenexperte des botanischen Gartens in Kew bei London, Andre Schuiteman. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 145 Pflanzen-, 28 Reptilien-, 25 Fisch-, sieben Amphibien-, zwei Säugetier- und eine Vogelart entdeckt.

Das Flora- und Fauna-Paradies in der Mekong-Region ist aber gefährdet. Seit 1990 werden dort nach Angaben des WWF im Jahr 2,7 Millionen Hektar Dschungel für Kaffee-, Kautschuk- oder Palmölplantagen kahlgeschlagen. Der Lebensraum der Tiere schwindet rasant: durch Straßen, Städte und Dutzende geplante Staudämme. (APA/red)

  • Bild des Affen mit Haartolle
    bild: wwf/martin aveling

    Bild des Affen mit Haartolle

  • Der bunte Gecko Cnemaspis psychedelica
    bild: wwf/lee grismer

    Der bunte Gecko Cnemaspis psychedelica

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