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Tiraspol - Nach der Präsidentschaftswahl in der international nicht anerkannten, von Moldawien (Republik Moldau) abgespaltenen Region Transnistrien am Sonntag will Amtsinhaber Igor Smirnow, der offenbar nach fast 20 Jahren auf die Macht verzichten muss, die Wahl für ungültig erklären lassen. Nach Berichten der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti kommt Smirnow nach inoffiziellen Angaben nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen bloß auf den dritten Platz mit 25,5 Prozent.
An erster Stelle lag demnach der Ex-Parlamentschef Jewgeni Schewtschuk, der nach eigenen Angaben über 39 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte und bereits den Wahlsieg beansprucht. An zweiter Stelle folgt der derzeitige Parlamentsvorsitzende Anatoli Kaminski mit 27,7 Prozent. Die ursprünglich für Montag angekündigte Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse wurde von der Wahlbehörde zuletzt kurzfristig auf Mittwoch, 13.00 Uhr MEZ verschoben.
Die Ergebnisse der Exit Polls fielen widersprüchlich aus: Während in der Umfrage des der Führung in Tiraspol nahestehenden Umfrageinstituts "Vektor" am Sonntagabend über 47 Prozent der Stimmen Smirnow zugesprochen wurden, fielen die Ergebnisse des Instituts "Socium" ähnlich wie die am Montag bekanntgewordenen Hochrechnungen aus.
In Transnistrien sind rund 400.000 Bürger wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent. Die Stichwahl ist für den 25. Dezember vorgesehen.
Die östlich des Flusses Dnjestr gelegene separatistische Republik Transnistrien, in der mehrheitlich Russen und Ukrainer leben, wurde im Zuge der Auflösung der UdSSR ausgerufen. Die Sezession des offiziell innerhalb der moldawischen Grenzen befindlichen Territoriums löste 1992 einen mehrmonatigen bewaffneten Konflikt mit Moldawien aus, dem durch den Einzug russischer Truppen Einhalt geboten wurde. Während sich Tiraspol weiterhin um eine internationale Anerkennung bemüht, bietet Moldawien der separatistischen Republik nun einen Autonomiestatus innerhalb einer Unionsrepublik. Derzeit sind in Transnistrien Friedenskräfte aus russischen, transnistrischen und moldawischen Soldaten sowie Militärbeobachtern aus der Ukraine stationiert.
Der heute 70-jährige Smirnow steht seit fast 20 Jahren an der Spitze der mehrheitlich von Russen und Ukrainern bewohnten "Dnjestr-Republik". Nach der Unabhängigkeit des mehrheitlich von rumänischsprachigen Moldawiern bewohnten Landes von der Sowjetunion hatte sich die Region aus Angst vor einem Anschluss an Rumänien mit russischer Hilfe von diesem abgespalten. Moskau hatte Smirnow jahrelang gestützt, ihn aber zuletzt öffentlich kritisiert. Nach dem Willen Moskaus soll in der von Russland kontrollierten Region künftig der bisherige Parlamentspräsident Anatoli Kaminski regieren. Auf Wahlplakaten zeigte er sich demonstrativ Seite an Seite mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin. Der langjährige autoritäre Amtsinhaber Igor Smirnow (70) hoffte hingegen auf eine neue Amtszeit, wie lokale Medien berichteten. Nach 21 Jahren an der Regierungsspitze war er von der Schutzmacht Russland fallengelassen worden. Allerdings erkennt auch Moskau den selbst ernannten Staat am Fluss Dnjestr nicht an. (APA)
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