Mit 81 in die Pension

Warren Buffett nimmt Sohn in die Pflicht

11. Dezember 2011, 20:17

81-jähriger Milliardär wünscht sich ältesten Sohn Howard als Nachfolger an der Spitze von Berkshire Hathaway

Omaha - Der legendäre US-Investor Warren Buffett will sein Vermächtnis in Familienhand wissen: Der 81-Jährige wünscht sich jetzt auch öffentlich, dass sein ältester Sohn Howard ihm als Verwaltungsratschef seines Investmentimperiums Berkshire Hathaway folgt, wenn er einmal stirbt. Sein Sohn verstehe die Kultur und Werte der Firma, sagte Buffett Senior dem US-Fernsehsender CBS in einem Interview.

Howie, wie sein Vater ihn nennt, ist derzeit Bauer und führt seinen eigenen Betrieb. Die Welt der Konzerne ist ihm aber durchaus geläufig: Das Älteste von drei Geschwistern sitzt bereits bei Berkshire Hathaway im Verwaltungsrat. Er hatte auch seinen Vater im Kontrollgremium von Coca-Cola abgelöst - Berkshire Hathaway hält ein großes Aktienpaket an dem Getränkeriesen. Zudem hat Howard Buffett eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich um die Verbesserung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern kümmert. Auch in der Politik war er schon aktiv.

"Ich war überrascht", sagt Howard Buffett dennoch zum Wunsch seines Vaters, dass er ihm einmal folgen solle. Und er scherzt: "Solange ich weiter Landwirtschaft betreiben kann, ist das aber okay." Der Job bei Berkshire wäre sowieso kein Vollzeitposten: Als Verwaltungsratschef würde er nicht ins Tagesgeschehen eingreifen, sondern das Management kontrollieren. Warren Buffett ist heute beides: Konzernchef und sein eigener Aufseher.

Zwei Kronprinzen für das Tagesgeschäft

Wer einmal der neue Konzernchef werden soll, ist unklar. Eine Reihe von Personalentscheidungen legen aber nahe, dass Warren Buffett die Macht aufteilen möchte: Ein Manager könnte sich etwa um die rund 80 eigenen Tochterfirmen von Berkshire Hathaway kümmern, ein anderer könnte die milliardenschweren Investments steuern. Mit Ted Weschler und Todd Combs hat Buffett bereits zwei Kronprinzen aufgebaut.

Wie die neue Spitze tatsächlich aussehen wird, muss aber später der Verwaltungsrat entscheiden. Howard Buffett soll dabei sicherstellen, dass niemand das Erbe seines Vaters ruiniert. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr, sehr, sehr gering, aber Howie ist ein weiterer Schutz", sagte Warren Buffett.

Warren Buffett gilt als der drittreichste Mensch der Welt mit einem vom Magazin "Forbes" geschätzten Vermögen von 39 Milliarden Dollar. Er hatte in den 1960er Jahren die kleine Textilfirma Berkshire Hathaway übernommen und sie mit klugen Investitionen zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt ausgebaut. Dennoch ist sein Lebensstil bescheiden. Er ist deshalb für unzählige Anleger in aller Welt eine Kultfigur. Sein fast untrüglicher Sinn fürs Geldverdienen hat ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" eingebracht. (APA)

Kommentar posten
14 Postings
Fantastic Fox
00
12.12.2011, 13:05
Man sollte bei börsenotierten Gesellschaften

jeden Anschein von Nepotismus vermeiden.

Buffett wird offenbar langsam altersmilde und sentimental.

Mit solchen Entscheidungen ruiniert er sich sein Lebenswerk.

anna kinsky walker
10
12.12.2011, 10:30
ich hab den buffett für intelligenter gehalten

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
51
12.12.2011, 08:43
Pflicht

Wenn ich der Buffet-Sohn wäre, so wäre meine einzige Sorge, wofür ich die Zinsen des Vermögens ausgeben könnte.

parmigiano
00
12.12.2011, 12:25

problem an Ihrer kritik ist allerdings, dass sie völlig ins leere geht. seine kinder sollen von ihm nichts erben ("weil sie selbst etwas erarbeiten sollen").

bin eh nur I
00
12.12.2011, 12:07

manche Leute haben eben nur ein Händchen dafür Geld auszugeben, andere können aber mit einem Budget etwas erschaffen

santa fe
 
07
12.12.2011, 00:03

warren buffett ruft dazu auf, dass die reichsten 1% ihre insgesamt unermesslichen gewinne mit den restlichen 99% teilen. er gehört sozusagen der vernunftabteilung der FI (finanzindustrie) an.

sogar die heiligen evangelisten des brutalkapitailsmus, die wirtschaftsnobelpreisträger milton friedman und friedrich von hayek haben die gefahr des einbruchs der allgemeinen kaufkraft vorausgesehen und das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

angedacht bzw. direkt empfohlen.

Herr und Frau Österreicher
 
01
12.12.2011, 13:03

Buffet ist auch jemand, der Klartext redet. Während vor allem Mitteleuropäische kapitalisten noch immer ihr Profitstreben erfolgreich als von allerhöchstem gesellschaftliches Interesse bezeichnen, meinte Buffet schon 2005: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.«

santa fe
 
00
12.12.2011, 00:03

warren buffett ruft dazu auf, dass die reichsten 1% ihre insgesamt unermesslichen gewinne mit den restlichen 99% teilen. er gehört sozusagen der vernunftabteilung der FI (finanzindustrie) an.

sogar die heiligen evangelisten des brutalkapitailsmus, die wirtschaftsnobelpreisträger milton friedman und friedrich von hayek haben die gefahr des einbruchs der allgemeinen kaufkraft vorausgesehen und das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

angedacht bzw. direkt empfohlen.

santa fe
 
00
12.12.2011, 00:04

das zweifache erscheinen dieses postings ist unbeabsichigt.

Mann40
00
11.12.2011, 22:33

Glück im Leben gehabt, schön....

Nun Verwandte und Freunde absichern, den Rest des Geldes verschenken, im Jenseits ist es nämlich zu nichts zu gebrauchen...

Steirer mit Drang zur Weltherrschaft
02
12.12.2011, 11:35

Hab leider keinen Link dazu (Zeitmangel und wenig Lust zu suchen), aber genau das hat Herr Buffett und auch Herr Gates vor. Ein kleiner Teil bleibt für die Verwandten und Freude (ca. 100 Mio. wenn ich mich recht erinnere), der Rest wird gespendet. Keine steuerlich absetzbaren Spenden, sondern wirklich, spenden!!!!

Warentester
00
15.12.2011, 14:56

Wenn ich mich nicht sehr irre, hat Buffet seinen Kindern ihr Erbe schon ausgezahlt. Jeder hat 1 Mrd. bekommen, der Rest wird gestiftet.

Joe Dalton1
00

"Wenn ich mich nicht sehr irre, hat Buffet seinen Kindern ihr Erbe schon ausgezahlt. Jeder hat 1 Mrd. bekommen, der Rest wird gestiftet."

Stimmt meines Wissens nicht, sie bekamen weniger als eine Million $. Peter Buffett bekam mit 19 jahren 90.000$ in Berkshire-Aktien, die er unklugerweise bald verkaufte.

Mann40
00
13.12.2011, 06:34

das lässt hoffen...

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