Kommentar von Johanna Ruzicka

Das Mini-Ergebnis von Durban

Kommentar | Johanna Ruzicka , 11. Dezember 2011, 19:05

Was das Kioto-Protokoll nicht geschafft hat, dürfte jetzt erst recht nicht gehen

Große Illusionen braucht man sich nicht zu machen über die Zukunft des Klimaschutzes. Dieses Abschlussdokument von Durban ist lediglich eine Art Fahrplan, wie in den kommenden Jahren Klimaschutzdiplomatie betrieben werden soll. Im besten Fall wird es 2015 einen Vertrag geben, der möglichst bindende Ziele festschreibt.

Damit ist dieser Uno-Klimagipfel in Südafrika nur mit einem Mini-Ergebnis zu Ende gegangen. Einem Mini-Ergebnis, von dem sich viele Konferenzteilnehmer, vor allem aus den Reihen der EU, bemühen, es in halbwegs gutem Licht darstehen zu lassen.

Doch für die kommenden Jahre sieht es klimaschutzmäßig erst mal überhaupt zappenduster aus: Das Kioto-Protokoll endet mit Jahresende 2012 - und obwohl es eine Fortschreibung der Ziele und einen Fahrplan zu einem neuen Abkommen gibt, zeigen sich große Zeitfenster ohne ernstlich bindende Klimaauflagen.

Offen bleibt außerdem, warum sich die großen bekannten Bremser bei den Klimaschutzverhandlungen einem solchen künftig bindenden Abkommen unterwerfen sollen. Die strittigen Verhandlungspunkte bleiben ja gleich: China will sich nicht binden und verweist darauf, im Land die Weichen zu erneuerbaren Energien gestellt zu haben. Und die USA wollen beim Klimaschutz genau gar nichts tun - die innenpolitische Pattsituation wird sich voraussichtlich erst mit den nächsten Präsidentschaftswahlen auflösen.

Besonders illusionslos muss die Situation für den bisherigen Klimaschutz-Vorreiter EU gesehen werden. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise, die die Union derzeit durchbeutelt, werden die immer höheren Auflagen, die die Kommission Industrie, Handel und Verkehr auferlegt, politisch schwierig, ja kaum mehr durchsetzbar. Schon bisher hat die energieintensive europäische Industrie des Öfteren damit gedroht, ins klimaschützerisch laxere Ausland abzuwandern. Die Gratiszertifikate, die die EU-Kommission deshalb generös verteilte, sollte die Firmen ruhigstellen. Wenn sich aber beim internationalen Klimaschutz nichts tut, wird die EU-Industrie über kurz oder lang gegen weitere Auflagen aufbegehren.

Grundsätzlich muss die Frage gestellt werden, ob mittels internationaler Verträge mit dem Problem des Klimaschutzes politisch adäquat umgegangen werden kann. Schließlich war schon bisher, trotz Kioto-Protokolls, der globale Treibhausgas-Ausstoß ungebrochen. Zahnlose Absichtserklärungen werden erst recht keinen Umschwung bringen. Die einzige Wachstumsbranche rund um die Verhandlungen war bisher die des Konferenztourismus mit tausenden Politikern, Beamten, Journalisten und Umweltschützern, die sich Jahr für Jahr irgendwo zu Klimakonferenzen trafen.

Wäre das Problem des Klimawandels nicht so drängend und zeitsensitiv, könnte man all dies mit einem Achselzucken abtun und auf die Zukunft hoffen. Leider aber geht dies nicht. Laut UN-Klimastudien sollten die Mengen an Treibhausgasen, die die Menschheit jährlich in die Atmosphäre entlässt, in den nächsten Jahren ihren Höchststand erreichen und danach kontinuierlich zurückgehen. Nur dann bleibt der durchschnittliche globale Temperaturanstieg bei zwei Grad plus - und damit halbwegs beherrschbar. Der Klimawandel erlaubt also keine Zeitvergeugung mit vertragslosen Phasen, Absichtserklärungen oder Fahrplänen. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 27
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Petra Schreiber
00
12.12.2011, 17:08
So mager war das Ergebnis nicht

Schaut mal hier:

http://climatedepot.com/a/14072/E... obal-temps

und Hintergründe hier:
http://www.forbes.com/sites/lar... blishment/

BogumirOrjoltschaschtsch
 
24
12.12.2011, 12:30
Wenigstens bleiben ein paar Jahre Zeit,

bis sich religiöse klimafanatiker abgekühlt haben. Völlig unklar ist außerdem, ob durch die erstrebten Maßnahmen auch eine entsprechende Beeinflussung des Klimas überhaupt möglich ist. Also einmal abwarten.

Dr. Viktor Frankenstein
11
12.12.2011, 08:39
Die einzige Wachstumsbranche rund um die Verhandlungen war bisher die des Konferenztourismus mit tausenden Politikern, Beamten, Journalisten und Umweltschützern, die sich Jahr für Jahr irgendwo zu Klimakonferenzen trafen.

Sehr gut formuliert! Die ueblichen Schwaetzer und Nichtsnutze sind voll am Werk.

sanjoaquin
 
35
12.12.2011, 07:18
Was für den einen illusionslos,

ist für den anderen die Hoffnung, dass demnächst wieder Vernunft statt Hysterie einkehrt. Was mich immer wieder wundert bei Klimaapologeten, vor allem auch bei Journalisten, wie sie auf der einen Seite darüber jammern, dass Atomkraft nicht beherrschbar sei um dann vollmundig zu verkünden, dass sie das Klima sehr wohl beherrschen könnten. Irgendwie erinnert mich das an einen Medizinmann im Busch. Den Defibrillator lehnt er als Teufelszeug ab, dafür tanzt er laut johlend um den Kranken herum und nennt das dann "Gesundbeten".

flotter denker
26
12.12.2011, 07:11
Gott sei Dank gibt es genug vernunftbegabte Politiker,

um die Klimafanatiker immer wieder ins Leere laufen zu lassen!

site:°~+*-||!#.\>
48
12.12.2011, 02:20

Ruzicka dürfte entgangen sein, dass Österreich zu den Klimaschutz-Schlusslichtern in der EU gehört.

Nachdem österreichs unfähige Politik und der genauso unfähige österreichische Journalismus für das grandiose Scheitern der Kioto-Ziele verantwortlich ist, erübrigt sich dieser Kommentar.

Österreich, Berlakovich und Ruzicka, als Vertreter des Umweltschutz-Sünderlandes Nr. 1 sollte einfach die Klappe halten, und an keinen Klimakonferenzen mehr teilnehmen.

CO2-Zertifakte sind Schwachsinn.

Die EU sollte Strafzölle für Klimasünderländer einführen (auch für Österreich):

30 % Einfuhrzoll für Waren aus den USA, AT, China und Indien.

Z.B. hat Brasilien den Zoll für Luxusautos auf bis zu 55 % erhöht.

Das kann AT auch.

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
02
12.12.2011, 17:35

Schlusslicht in Österreich nur, weil der Bartenstein in Kyoto in unglaublich ignoranter und für Österreich schädlicher Weise allem zugestimmt hat. Österreich produziert weniger CO2 als der EU-Schnitt und außerdem produziert kein Land der Welt mehr Strom aus Wasserkraft als Österreich. DAS sind die Fakten und nicht irgendwelche Relativzahlen, die uns ein selten dämlicher Ex-Minister aufgehalst hat.

Lukian Samosata
10
12.12.2011, 14:22
das Posting ...

... fällt unter die Kategorie "Themenverfehlung" (zumindestens) und bitte was hat die Redakteurin damit zu tun?

RichardRoe
24
12.12.2011, 06:24

Das kann AT nicht, weil Österreich - schon gehört? - Mitglied einer Zoll- und Wirtschaftsunion names 'Europäische Union' ist.

Zweitens steht immer noch der harte Beweis aus, dass die seit Jahrmillionen laufenden Klimaänderungen seit neuestem von menschenverursachten 'Treibhausgasen' wesentlich beeinflusst werden. Hier handelt es sich um eine Art Religion, die Milliarden zu bewegen imstande ist. Die Klimareligion halt.

Wie überall in der Politik folgt man dem Weg des kleinsten Widerstandes: wenn die Leute so deppert sind, den Schmarrn zu glauben, dann machen wir halt das was sie wollen, halten unser betroffenes Gesicht in die TV-Kameras. Und bitteschön, dann sollen sie dafür auch bezahlen!

Leck Marker
13
12.12.2011, 08:46

wenn der harte Beweis aussteht, dann fahrt man weiter Vollgas im Nebel. Sehr Intelligent, kann ich nur sagen.

Franz A.
00
12.12.2011, 13:45
Nebel

Im Nebel ist es aber erwiesen, dass da Hindernisse lauern, unerkannte.

Leck Marker
10
12.12.2011, 14:05

meinen sie den Feinstaubnebel oder nur den Smog über der Stadt?

Einige Städte sehen gar kein Blau des Himmels mehr. Egal!
VOOOIGAS

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
01
12.12.2011, 17:39

Ja schrecklich, die Sonne wird durch tödliches Dihydrogenmonoxid blockiert, das ist mindestens so gefährlich wie Chemtrails!!!1!eins!!

Franz A.
01
12.12.2011, 14:12
Voigas

Voigas ist sowieso das einzige Gas das zaehlt.

An sonsten ist es egal, welcherart der Nebel ist. Davon abgesehen ist es wichtig und gut weniger Erdoelzeug zu verbrennen, auch wenn es "dem Klima" sicherlich egal ist, gibt es genug andere Gruende dort zu sparen.

Leck Marker
00
12.12.2011, 14:29

*) Gorillas im Nebel
*) Nebel des Grauens
*) nebulos
*) nebst Bedienungsanleitung zur Selbstzerstörung

es ist ein Fakt, dass wir die Intelligenz des Planeten sind.
es ist ein Faktotum, welches keine Ahnung hat.

HALLO! wir leben im Paradies und bremsen das falsche Pedal.

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
01
12.12.2011, 17:31

"...dass wir die Intelligenz des Planeten sind."

Sagen's nicht "wir", wenn sie selber nicht gemeint sind.

Leck Marker
11
12.12.2011, 08:28

wenn du einem Körper auf Dauer Gift zuführst wird dieser Krank. Nichts anderes ist das.

Leck Marker
00
12.12.2011, 08:41

es könnte natürlich sein, dass es jetzt kurzfristig zu einer Erwärmung und hernach zu einem rapiden Kälteeinbruch kommt, weil es einfach kollabiert.

Hab ich schon erwähnt, dass die Amis Vollidioten sind.

mister moster
10
11.12.2011, 23:23
Eines kann man an diesen ganzen Missständen ablesen: die hohe Politik bzw Wirtschaft wird keine großen Änderungen zulassen wollen, die ihre abseitige Parallelgesellschaft gefährden könnte.

Möge auch die EU bzw die Staaten, die jetzt eh schon leiden, noch so bereit sein neue Wege zu beschreiten - die anderen großen Staaten werden sich ihre Macht durch "irgendwelche" Klima-Dings nicht verlustigen wollen.

Dh wenn sich etwas ändert, dann wird es eine Revolution von unten sein, aus der Region, aus den kleinen Zusammenschlüssen, aus Kooperativen, usw. Menschen wollen sich wohl fühlen können, wo sie leben. Wenn das gegeben ist, braucht man vieles nicht mehr was es heute zu kaufen gibt. Ergo brauchen wir auch keine Illusion vom Wirtschaftswachstum. Wir brauchen eine Welt, die fair, sozial und gleichberechtigt ist.
Mögen die großen Strukturen nur dafür da sein, um Allgemeinplätze zu reglementieren.

silver-surfer
10
11.12.2011, 20:05
ich persönlich

ich würde ja einen weltweiten Stillstand für ein halbes Jahr anordnen und eine globale Strategie von allen Sündern entwerfen lassen.

Reduzierung aller Schadstoffe und nur Lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen. So eine Art künstlicher (künstlerischer) Tiefschlaf.

General Cornwell
159
11.12.2011, 19:15
Klima ist out

wir befinden uns in einer existentiellen Wirtschaftskrise des Euroraums, in einer lebensbedrohlichen Schuldenkrise.

Der Wohlfahrtstaat auf Pump ist letztlich nicht mehr leistbar. Das ist nicht nur eine temporäre Wachstumskrise, das ist eine ganz grundlegende Krise der bisher vorherrschenden Philosophie. Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel.

Da ist für Schönwetterrandthemen wie "Klima" einfach keine Zeit. Ganz besonders dann nicht, wenn die prognostizierte Totale Klimakatastrophe abgesagt wurde und wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist, sie schlicht als Werbegag entlarvt wurde...

anglophon
00
13.12.2011, 22:14
Schönwetterrandthemen?

Hurricanes , Erdbeben allerorts, Tsunamis, Waldsterben,Grundwasserspiegel sinkt, Meerwasserspiegel steigt, Ackerflächen veröden... diese Liste lässt sich leider weiterführen.Was für einen Werbegag sehen Sie dabei?
Hätten jene Staaten der Welt, die es sich wirtschaftlich hätten leisten können (dazu zählt(e) auch Österreich) Klimaschutz Ernst genommen, in umweltfreundliche Energien und Betriebe investiert, wären in den vergangenen Jahrzehnten Hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen worden und vernünftiges Wirtschaftswachstum erreicht worden.Hoffentlich sind Sie niemand, der auf lokaler oder nationaler Ebene irgendetwas zu sagen hat, denn mit dieser Meinung sind Sie eine große Gefahr für die Umwelt.

Bernhard Marold
00
12.12.2011, 17:37
Klima ist Out?

genau wie Finanzwirtschaft, das meinten Sie doch. Wie hat ein kluger Mensch mal gesagt: Stellen wir uns vor das gesamte Finanzwesen bräche heute zusammen. Geld, Schecks und Creditkarten wären nichts mehr wert. Das würde den Kartoffelertrag um keine Knolle reduzieren und Fabriken und Rostoffe wären exakt genauso wie vor den grossen Krach. Die Finanzkrise ist eine rein virtuelle, die sich nur auf unser Leben auswirkt wenn wir es zulassen. Den Klimawandel sehe ich da schon als eine GANZ ERHEBLICH realere Bedrohung. Da geht es um real verlorene Landflächen, um Hungersnöte und Flüchtlingsströme.

Mary Nosch
00
12.12.2011, 14:09
Eu-Krise + Klimaerwärmung

haben es in sich:
http://www.oekonews.at/index.php... id=1065870

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