Amnestie für Gaddafi-Kämpfer versprochen

11. Dezember 2011, 18:20

Kämpfe zwischen Exrebellen und Soldaten am Flughafen in Tripolis

Tripolis/Kairo - Es bedurfte der Vermittlung Mustafa Abdul Jalils, des Vorsitzenden des Nationalen Übergangsrats (NTC), sowie des Regierungschefs und des Verteidigungsministers, um das jüngste Gefecht zwischen Exrebellen und der Armee zu schlichten. Milizen aus Zintan hatten am Samstag in der Nähe des Flughafens von Tripolis auf einen Armeekonvoi gefeuert, in dem sich auch General Khalifa Hifter, der Kommandant der neuen Armee befand.

Die Hintergründe der Auseinandersetzung blieben unklar. Ahmed Bani, der Militärsprecher des NTC, wollte die Details nicht kommentieren. Er sagt nur, es gebe weder ein politisches noch andere Probleme. Und das Problem sei nun gelöst. Lokale Medien hatten berichtet, es habe sich um einen Versuch der Armee gehandelt, die Kontrolle über den Flugplatz zu übernehmen, die bisher bei den Zintan-Brigaden lag.

Der Vorfall ist der letzte einer ganzen Reihe bewaffneter Zusammenstöße und zeigt die Schwierigkeit der libyschen Führung, die Kontrolle über die verschiedenen Milizen zu gewinnen. Die meisten der Milizchefs haben zwar erklärt, sie würden ihre Macht den zentralen Institutionen abgeben, diese sind aber noch sehr schwach, und keiner will das Risiko eingehen, dass nach einem Rückzug rivalisierende Milizen in das Vakuum vorstoßen. Der Stadtrat von Tripolis hat den fremden Milizen bis zum 20. Dezember Zeit gegeben, um abzurücken.

Vor dem Hintergrund dieser prekären Sicherheitslage fand am Wochenende die erste nationale Versöhnungskonferenz statt. Gaddafi-Loyalisten, die in Folter, Vergewaltigung, Massenmord oder Diebstahl nationalen Eigentums verwickelt waren, sollen vor Gericht gestellt werden. Alle anderen, die gegen die Rebellen gekämpft haben, können mit Vergebung rechnen.

Nationale Versöhnung sei die Voraussetzung für den Aufbau staatlicher Institutionen, erklärte Abdul Jalil. "In Libyen sind wir in der Lage, alle aufzunehmen. Libyen ist für alle. Wir können vergeben und tolerieren" , betonte er. Anwesend waren Delegierte aller großen Stämme, sowie Gäste aus Katar und Tunesien. Der gesetzliche Rahmen für die Amnestie muss noch geschaffen werden. In der abschließenden Erklärung wird die Regierung zudem aufgefordert, spezielle Programme für die Integration der Rebellenkämpfer in den zivilen Neuaufbau auszuarbeiten. Schwer tut man sich auch mit der Entwaffnung der Exrebellen. Vergangene Woche forderten Bürger in Tripolis, der Staat solle die Waffen der "Revolutionäre" einsammeln. (Astrid Frefel/DER STANDARD, Printausgabe, 12.12.2011)

Kommentar posten
11 Postings
Tom93
32
12.12.2011, 15:55
was für gaddafi-kämpfer?

gaddafi hatte ja bekanntlich keine anhänger sondern nur gekaufte söldner. die brauchen aber gar keine amnestie, weil die sind ja bekanntlich alle nur ausländer, und nicht liyber. hab ich zumindest bei der frau frefel so gelesen und die hats aus erster hand von den rebellen. also wozu eine amnestie? für wen überhaupt?

NONE
44
12.12.2011, 11:17

"sowie Gäste aus Katar"

Huch. Wieso Katar? Wollen die schauen das ihre Söldner gute Arbeit geleistet haben?

Erinnert mich ein wenig an die EU, wo auf einmal Timothy Geithner herkommt und diktiert was die EU zu machen habe. Irgendwie sind wir alle Sklaven geworden, ob Libyer oder Europäer.

diamant
32
12.12.2011, 14:40
Der einzige 'Sklave' der mir da einfaellt sind sie selber....

Mex Paua
54
11.12.2011, 22:38
Breaking News - Libya NTC Being Hunted

http://www.youtube.com/watch?v=Ucu4mz3zAXc

Heinrich Müller1
01
12.12.2011, 12:32

Schwachsinn und Lügen, wie man es von Afrisynergy eh schon kennt. Nix Neues ;)) Sie stehen wohl auf solchen Blödsinn? HMM?

Seine Durchlaucht
33
12.12.2011, 07:35
Das Lügengebäude der westlichen Lügenmedien beginnt zu bröckeln.

NONE
21
12.12.2011, 11:20

Da bin ich mir nicht sicher, die westlichen Medien haben uns systematisch belogen und werden dies auch weiterhin tun. Und die "Politiker" verraten uns sowieso systematisch seit Jahren.

heinrichspamer
02
12.12.2011, 14:42

"die westlichen Medien haben uns systematisch belogen"

Wie schaut's mit "östlichen Medien" (Pravda, Peking News etc) aus ?

Elettra
85
11.12.2011, 20:10
Das bisherige Werk der Nato Friedensstifter

http://www.youtube.com/watch?v=mgM1JPOTif0

Nach solchem Schlamassel schluckt der Wolf nun Kreide
und verspricht den Gadaffi Anhängern plötzlich sogar eine alles umfassende Amnestie.
Vielleicht ist es auch nur so dass es nun über die neuen Herren aus dem Abendland nun auch den "Rebellen" dämmert und diese nun die versöhnende Hand nach der alten Gadaffi Stabilität ausstrecken.

Es gibt Berichte dass Rebellengruppen eigenmächtig gefangene Gadaffi Anhänger enthaften.

Hans Vogel
01
11.12.2011, 19:54
Ob das funktioniert?

Jedenfalls viel Glück!

supermike
71
11.12.2011, 19:25
Wir können vergeben und tolerieren

Das hat in der Vergangenheit ja auch in Europa prima funktioniert.
Und die Islamisten in Libyen sind noch etwas heftiger drauf.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.