Deloitte kritisiert AKH:Kosten für Computersystem gestiegen, adäquate Struktur fehlt
Wien - Derzeit ist das Wiener Allgemeine Krankenhaus vor allem wegen des drohenden Ärztestreiks in den Schlagzeilen. Es hat aber auch andere Probleme: Bis 2007 hätte am AKH das IT-System Akim schrittweise umgesetzt werden sollen. Dieser Plan von 2003 wurde aber bis heute nicht erfüllt. Nun liegt, wie das Magazin Profil berichtet, dazu ein vernichtendes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte vor.
Mithilfe von Akim sollten sämtliche IT-Bereiche eines modernen Spitals abgedeckt und Patientendaten für wissenschaftliche Tätigkeiten an den Uni-Kliniken aufbereitet werden. Rund 44 Millionen Euro sollte es kosten, hieß es beiVorstellung der Pläne im Jänner 2003. Das Geld sollte vom Bund und der Stadt Wien kommen. Nun soll das Projekt laut Profil-Bericht, in dem von ursprünglichen Kosten über 36 Mio. Euro ausgegangen wird, 14 Mio. teurer werden.
Das Projekt sei weiters - laut vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebenem Deloitte-Gutachten - "ohne adäquate Organisations- und Controllingstruktur" durchgeführt worden. Das AKH habe "keine hinreichenden Strukturen eingerichtet" , um es "ordnungsgemäß abzuwickeln" .
Auf Bitte des AKH soll nun das Wiener Kontrollamt das Projekt untersuchen. Die Med-Uni Wien soll den Rechnungshof um eine Überprüfung ersucht haben. (red, DER STANDARD; Printausgabe, 12.12.2011)