Elga-Debatte

"Patienten können selbst entscheiden"

Interview | 11. Dezember 2011, 18:08
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    foto: der standard/hendrich

    Die Argumente für oder gegen Elga sind beiden bekannt: Johannes Steinhart von der Ärztekammer und Elga-Verantwortliche Susanne Herbek im Gespräch.

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    "Der Datenschutz ist bei Elga nicht gewährleistet, das bedroht das Vertrauen zwischen Arzt und Patient."

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    "Patienten haben all ihre Befunde beisammen, auch Ärzte haben bei Elga alle Informationen auf Knopfdruck."

Papierbefunde-Sammeln war gestern - Susanne Herbek, Geschäftsführerin der Elga GmbH, und Johannes Steinhart, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, diskutieren

Standard: Aktuelle Umfragen zeigen: Österreicher und Österreicherinnen wollen Elga, wissen jedoch nicht genau, was das ist.

Herbek: Elga steht für elektronische Gesundheitsakte. Damit können Patienten ihre Befunde wie Entlassungsbriefe, Laborbefunde und Röntgenbilder zu Hause über den PC ansehen und ordnen. Sie müssen sie nicht mehr abholen und herumtragen. Auch Ärzte haben bei Bedarf alle wichtigen Informationen auf Knopfdruck auf dem Bildschirm. Dadurch können sie ihre Patienten rascher und zielgerichteter behandeln.

Standard: Die Ärztekammer warnt in Inseraten mit nackten Menschen vor Elga. Wovor fürchten Sie sich?

Steinhart: Wir sind grundsätzlich für die elektronische Vernetzung. Aber wir warnen vor dem Modell, das jetzt geplant ist. Es fehlt jedes Maß an Freiwilligkeit, und auch der Datenschutz ist nicht gewährleistet. Das bedroht das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient.

Herbek: Gesundheitsdaten sind sehr sensibel, und wir nehmen den Datenschutz sehr ernst. Die geplanten technischen Standards garantieren größtmögliche Sicherheit. Die Bürger können auch völlig frei entscheiden, ob sie an Elga teilnehmen wollen oder nicht.

Standard: Wer nicht daran teilnehmen will, muss allerdings ausdrücklich widersprechen.

Steinhart: Genau dieses "Opting-out" ist aus unserer Sicht so umständlich, dass man nicht von Freiwilligkeit reden kann. Man sollte die Patienten und die Ärzte fragen, ob sie teilnehmen wollen oder nicht. Dann können sie entscheiden, ob ihnen der Nutzen groß genug erscheint, und man muss sie nicht dazu zwingen.

Herbek: Wir meinen, dass die Widerspruchsregelung bürgerfreund-licher als ein "Opting-in" ist. Es gibt ein staatliches Angebot. Niemand muss es annehmen. Aber die Patienten werden sehen, dass es viele Vorteile hat.

Standard: Vielleicht möchte jemand auch erst teilnehmen, wenn er in Pension geht oder eine chronische Krankheit bekommt.

Herbek: Auch das ist möglich. Man kann bei der elektronischen Gesundheitsakte jederzeit ein- und aussteigen.

Standard: Elga schafft keine neuen Daten, sondern greift auf bestehende Befunde aus Spitälern und Ordinationen zu. Wie gut kann man diese vor unbefugten Zugriffen schützen?

Herbek: Alle Elga-Daten werden verschlüsselt und über gesicherte Netze übertragen. Zugreifen dürfen nur Ärzte, Apotheker, Spitäler und Pflegeeinrichtungen. Die Patienten müssen in der Regel mit der E-Card ihre Zustimmung zur Abfrage geben. Versicherungsärzte, Gutachter und Arbeitsmediziner haben keinen Zugang zu den Daten. Bei Missbrauch drohen Strafen bis zu 10.000 Euro.

Steinhart: Im Endeffekt können aber bis zu 120.000 Menschen hineinschauen. In Spitälern bleiben Bildschirme oft offen und für jedermann zugänglich. Wenn ein Promi im Krankenhaus ist, interessiert das manchmal sehr viele.

Herbek: Um den hausinternen Datenschutz müssen sich die Spitäler selbst kümmern, so wie das auch heute schon der Fall ist. Daten dürfen mit Elga nur im Zusammenhang mit einer konkreten Behandlung abgefragt werden. Jeder Zugriff wird automatisch protokolliert und kann vom Patienten nachverfolgt werden. Elga wird ein neues Sicherheitsdenken beim Datenschutz bringen.

Standard: Die Vernetzung der Daten ist der Ärztekammer ein besonderer Dorn im Auge. Was ist Ihre Alternative?

Steinhart: Es gibt mobile Lösungen, bei denen der Patient Herr über seine Daten bleibt. Das gibt es auch jetzt schon in Österreich auf privater Basis. Technisch kann das eine Chipkarte oder ein moderner USB-Stick sein. Der Vorteil ist, dass jeder selbst bestimmen kann, was darauf gespeichert wird und wer es abrufen darf. Auch Notfalldaten können im Ernstfall rasch abgerufen werden.

Herbek: Solche Datenträger haben sehr große Sicherheitsrisiken. Was passiert, wenn ich den Stick verliere oder die Daten irrtümlich gelöscht werden? Und wer kümmert sich um die Aktualisierung der Befunde? Diese mobilen Lösungen haben sich nicht bewährt. Es ist aber durchaus denkbar, irgendwann die verschlüsselten Elga-Daten auch auf dem Smartphone abrufen zu können.

Standard: Es gibt ganz besonders heikle Informationen wie etwa HIV-Infektionen, Psychiatrieaufenthalte oder Schwangerschaftsabbrüche. Wie kann ich diese vor neugierigen Blicken schützen?

Herbek: Dafür sieht das Gesetz besonders strikte Regelungen vor. Faktum ist, dass die Patienten immer selbst entscheiden können, wer welche Daten sehen darf. Sie können zum Beispiel dem Hausarzt den vollen Überblick gewähren und gewisse Teile für andere Ärzte sperren. Apotheker sehen prinzipiell nur die Liste der Medikamente.

Steinhart: Wir haben ernsthafte Bedenken. Es ist bereits in die sichersten Bereiche eingedrungen worden, sogar in das Pentagon.

Standard: Wann soll Elga starten, und was wird sie die Steuerzahler kosten?

Herbek: Die Gesundheitsakte soll kontinuierlich wachsen und bis 2017 in Vollbetrieb gehen. Bis dahin sind Kosten in der Höhe von 130 Millionen Euro veranschlagt. Damit sind alle Investitionen und laufenden Betriebskosten abgedeckt. Auch eine Ombudsstelle für Patienten ist schon enthalten. Auf der anderen Seite rechnen wir mit Kostendämpfungen durch den Wegfall von Medikamentenunverträglichkeiten und Doppelbefunden. Auch die Qualität der Versorgung wird durch Elga steigen.

Steinhart: Wir halten diese Kalkulation für völlig unrealistisch. Allein die Aufrüstung der EDV-Ausstattung in den Arztpraxen wird ein paar hundert Millionen Euro kosten. Insgesamt rechnen wir mit fast einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre. Auch in anderen Ländern wie Großbritannien und Deutschland sind die Budgets für ähnliche Projekte explodiert.

Herbek: Die E-Health-Projekte in diesen Ländern sind mit Elga nicht vergleichbar.

Standard: Beobachter meinen, die lauten Proteste der Ärztekammer seien vor allem Nebengeräusche der bevorstehenden Kammerwahl im Frühjahr. Der amtierende Präsident Walter Dorner wurde wegen seiner Zustimmung zu Elga aus den eigenen Reihen bereits zum Rücktritt aufgefordert.

Steinhart: Das versuchen uns manche zu unterstellen, aber das hat mit dem Wahlkampf rein gar nichts zu tun. Wir haben schon vor Jahren vor Elga gewarnt. (Andrea Fried, DER STANDARD; Printausgabe, 12.12.2011)

SUSANNE HERBEK ist seit Anfang 2010 Geschäftsführerin der Elga GmbH. Zuvor war die Medizinerin fünf Jahre lang Direktorin im Wiener Krankenanstaltenverbund.

JOHANNES STEINHART ist Vizepräsident der Wiener Ärztekammer. Der Urologe ist Geschäftsführer und ärztlicher Direktor des Krankenhauses Göttlicher Heiland und hat eine Kassenordination in Wien-Simmering.

 

WISSEN

Elga steht für elektronische Gesundheitsakte. Damit soll es in Zukunft möglich sein, wichtige Gesundheitsdaten wie Spitalsentlassungsbriefe, Labor- und Radiologie-Befunde sowie Medikamentenlisten an unterschiedlichen Orten abrufen zu können. Die Daten werden nicht zentral gespeichert, sondern bleiben dort, wo sie erfasst werden: im Spital, in der Arztpraxis, im Pflegeheim oder in der Apotheke. Zugriff haben Patienten sowie Ärzte, Apotheker und Pflegepersonen. Die Patienten können den Kreis der Zugriffsberechtigten selbst einschränken. Jede Datenabfrage wird protokolliert, Missbrauch mit bis zu 10.000 Euro bestraft. Über ein Internetportal können Patienten ihre Daten selbst verwalten und kontrollieren, wer darauf zugegriffen hat. Zu ihrer Unterstützung und für Menschen ohne Internetzugang wird eine Ombudsstelle eingerichtet. Die Teilnahme an Elga ist für Patienten freiwillig: Wer keine elektronische Akte will, kann dies schriftlich bei einer Widerspruchsstelle deponieren.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
Dr.Eisenbart
00
18.12.2011, 08:34
Frau Herbek ist zweifellos eine untadelige Ärztin,

aber auch seriös denkende Menschen können irren.
Krankenakten haben durchaus den Charakter eines Dokumentes , und wer möchte schon Führerschein, Geburtsurkunde, Staatsburgerschaftsnachweis, Maturazeugnis , etc, etc.. im Internet verfügbar haben? Solange Krankheiten oder medizinische Eingriffe auch soziale und berufliche Konsequenzen haben, ist der Widerstand gegen ELGA auch durch Gesetze nicht zu brechen.
Außerdem hat die elektronische Patientenakte medizinisch KEINE Bedeutung

Woodpecker
00
18.12.2011, 00:36
Interessenskonflikte vorprogrammiert

Nicht jeder Mediziner ist nur Haus- oder Facharzt ... er kann als Nebenjob eine Arbeitsmedizin-Ordination betreuen oder Gutachter für eine Versicherung oder sogar Kontrollarzt für eine Krankenkasse sein.
Damit ist die "Datendurchlässigkeit" schon mal vorgegeben, und es wird ganz sicher auch den Datenhandel über Versicherungsbüros usw. geben.
Leider wird eine Verweigerung der Teilnahme an ELGA seitens eines potenziellen Kunden den Abschluß einer Versicherung nicht billigerr machen, da gibt es einfach einen Risikozuschlag oder wie auch immer das genannt werden soll.

Dagmar Rehak Wien
 
12
12.12.2011, 16:33

Den Missbrauch kann man leicht mit einer hohen Strafe belegen, wenn er nicht nachweisbar ist und für den Patienten unbemerkt abläuft. Praktisch jeder in einem Gesundheitsberuf kann da reinnasern.
Wenn nicht jeder Zugriff dokumentiert und dem Patienten sofort berichtet wird, ist die Strafe bei Missbrauch reine Augenauswischerei.
Die Befunde und die Aufsicht darüber müssen komplett in die Hände der Patienten gelegt werden. Wenn ein Patient will, dass Dr. XY bestimmte Befunde lesen kann, muss er sie ihm durch einen eigenen Willensakt zukommen lassen. Wenn der Patient seine Befunde für alle freigibt, kann er das auch tun. Aber es geht nicht, dass das System von vornherein für den Patienten entscheidet, dass jeder alle Befunde lesen kann.

CyBot
01
12.12.2011, 18:27

Er ist aber nachweisbar, da jeder Zugriff protokolliert wird.

nathan2
00
16.1.2012, 15:47
.... protokolliert schon .......

... jedoch hängt es von der sozial hirarchischen Postion des Patienten ab ob all das ausgehoben wird oder eben nicht ................

Dagmar Rehak Wien
 
10
12.12.2011, 19:07

Davon hat der Patient nix, wenn er es erst nachher erfahrt, und auch nur dann, wenn er aktiv sucht und nachschaut. Das Ganze muss so eingestellt sein, dass der Patient aktiv was dafür tun muss, dass jemand anderer seine Informationen bekommt - so wie im wirklichen Leben.

nathan2
00
16.1.2012, 16:01
.... das jemand Anderer seine Informationen bekommt...

Blauäugig will ich meinen. Im den jeweiligen Bundesländern ist Datenvernetzung unter KH. ( und niedergelassenen Ärzten Normalität.) Jeder zugriffsberechtigte User kann daher in jeden Kr.Akt ohne digitale Hürden zu jeden KH. Einsicht nehmen.
sollte sich der unterpriviligierte Pat. vehement dagegen verwehren (so er es in Erfahrung bringt,)
...... na dann eben Icd-10.

CyBot
01
12.12.2011, 20:55

Wissen Sie "im wirklichen Leben" wieviele Leute in Ihre Krankenakten Einsicht haben?

nathan2
00
16.1.2012, 15:24
..... wieviele in Ihren Krankenakt Einsicht haben ........

- Der Haus/Facharzt /die Ordinationshilfe
- Spitalsarzt /Dipl.Sr./Sekretariat(e) div.Abt.
(Stationsu.ärztl.Sekreariate/Pat.Verwaltung)
(Ambulanzen)
- bei Transf. div. Hilfsorganisationen.
- Kur/Reha-Anstalt,-Ärzte/Dipl.Personal./Sekretariate.
- PVA,
- Versicherungen. .... ect. ect. ect.

minimum 100 User haben 24 Std. Zugriff zu Ihrem Akt ohne das Sie dagegen etwas unternehmen könnten. Von einer Einsichtnahme div.nicht befugter Personen u.hochsensibl. Informationsweitergabe hinter vorgehaltender Hand (z.B. zw.Ärzten auch wenn nicht zuständig oder mit dem Fall befasst) gar nicht zu sprechen. Datenschutz im tagtäglichen Gesundheits betrieb besteht bestenfalls am Papier und hält der Realität nicht einmal im Ansatz stand.

Dagmar Rehak Wien
 
10
13.12.2011, 12:41

Auch im wirklichen Leben sollten die Patientenrechte besser geschützt sein.

der gärtner
14
12.12.2011, 12:24

österreich ist nicht das erste land, das versucht hat eine ELGA zu installieren und andere haben teilweise bedeutend mehr mittel in die hand genommen.

alle sind daran gescheitert.

letztendlich wurden immer die kosten für den datenschutz zu hoch.

wenn das jetzt ausgerechnet österreich, noch dazu mit weniger kosten, schaffen soll, ist da was faul.
da wurde irgendwo gespart.

Perseus0
 
02
12.12.2011, 11:33

Grundsätzlich verstehe ich Für und Wider......

Aber die Ärztekammer als Interessensvertretung des Datenschutzes ist auch mal was Neues... interessant...

der schwitzbär der schwitzt sehr
34
12.12.2011, 10:44
Lug & Trug

die meisten werden sich nix dabei denken und den Ausstiegs-Schritt nicht machen

Sie werden auch nie erfahren, daß sie den Traumjob nicht bekommen haben, weil ihre ELGA-Akte vom Arbeitsgeber über einen Haberer mit Zugang hinsichtlich der Risikopunkte abgefragt wurde

(weiblich, 32, und noch kein Kind, aha, hohe Gefahr baldiger Karenz, bekommt den Job nicht)

Die meisten Menschen leben dumm in den Tag hinein und vertrauen dem System

Dabei können wir täglich an allen Ecken und Enden lesen, wie korrupt es ist

-----------------------------------

Die einzig richtige Methode wäre FREIWILLIGES Draufschreiben auf die E-CARD

das genügt für den Zweck

und nur so habe ICH und niemand sonst die Kontrolle darüber, wer meine Daten in die Hand bekommt

raucherl
42
12.12.2011, 07:54

Die Sorge der Ärztekammer um die Datensicherheit ist nur vorgeschoben. Es geht um den Verdienstverlust der vielen Doppeluntersuchungen. Die sollen sich um Qualität und Erleichterung ihrer Arbeit bemühen.

hot doc
00
26.12.2011, 21:35
das immer gleiche und unrichtige argument von ahnungslosen oder anfeindern.

thatslife
81
12.12.2011, 07:22
schon wieder so ein schwachsinn

wozu führt man es ein, wenn dann patienten sagen können sie wollen nicht teilnehmen und dann elga verweigern können? immerhin gehen damit alle vorteile und einsparungsmöglichkeiten wieder verloren.
da sollte man wirklich sagen jeder der nicht mitmacht, und als folge dann unnötige mehrfachuntersuchungen oder laboranalysen stattfinden muss diese überflüssigen massnahmen zu 100% selbst bezahlen.

der gärtner
11
12.12.2011, 12:19

na welche unnötigen mehrfachuntersuchungen sollen denn das sein?

die meisten röntgen und blutbefunde müssen sowieso ständig wiederholt werden. das kann die elga nicht ändern.

und die teuren mrt und ct-befunde, bzw. für die behandlung wertvolle entlassungsbriefe werden unter medizinern ohnehin schon bei bedarf getauscht, ganz ohne elga.

Jehane
00
19.12.2011, 14:36

Ganz abgesehen davon, dass man nicht einfach hergehen und ein MRT machen lassen kann - das muss die Krankenkasse erst mal bewilligen.

Denkorant
27
12.12.2011, 06:44
Warum die Gesundheitsakten gestohlen werden und warum jeder davon betroffen sein wird. (Erstens)

Erstens: Gestohlen wird, was wertvoll ist!
Wertvoll sind die Gesundheitsdaten weil jeder Arbeitgeber lieber gesunde als potentiell krankheitsanfällige Mitarbeiter beschäftigt. Wenn wir annehmen, dass ein Mitarbeiter einem Arbeitgeber 80.000€ pro Jahr kostet, lassen sich hierdurch schon Millionenbeträge an Einsparungspotential (in dem Fall für Arbeitgeber) berechnen. Hierbei sind Begehrlichkeiten von Versicherungen noch gar nicht berücksichtigt. Daher: Diese Gesundheitsakte ist hunderte Millionen von € wert.

Denkorant
26
12.12.2011, 06:18
Warum die Gesundheitsakten gestohlen werden und warum jeder davon betroffen sein wird. (Teil 2)

Zweitens: Es gibt keinen absoluten Schutz!
Wie viele Mitarbeiter haben Zugang zu diesen hochbrisanten Daten (Systemverwalter)? Es reicht hier ein Mitarbeiter (mit Zugang) welcher erfolgreich bestochen oder unter Druck gesetzt wurde.
Drittens: Kann man wirklich aus dem System aussteigen?
Selbst wenn 20% der Versicherten sich entschließen nicht mitzumachen, stehen noch immer 80% an Datensätzen zur Verfügung. Ein Arbeitgeber wird daher nur noch Gespräche mit potentiellen Mitarbeitern führen, wo er Daten zur Verfügung hat (ähnlich Versicherungen). Hier die Kernforderung: Unbedingt ein freiwillige Anmeldung und auf keinen Fall eine aufgezwängtes Abmeldungsverfahren!

CyBot
11
12.12.2011, 18:22
Erst informieren...

Die Daten werden _nicht_ zentral gespeichert, sondern liegen - genau so wie bisher - bei den jeweiligen Ärzten/Labors/...

hot doc
02
26.12.2011, 21:44
na ich freu mich...

nicht, weil ich nicht zu meinen befunden stehen würde, die kriegt derzeit jeder, der eine berechtigung dafür hat. sondern, weil ich eigentlich keine lust habe, dass ein zentralrechner nach lust und laune auf meine daten zugreifen darf, dass ich ihm den uneingeschränkten zugang zu meinem server öffnen muss. ich hab fachlich nichts zu verheimlichen, aber meine patienten tun mir leid, dass da jemand all das rauben darf, was sich zwischen ihnen und mir abspielt.

elga ist das ende des arztgeheimnisses.

schöne neue welt.
____

Denkorant
03
12.12.2011, 22:22
Erst informieren.... (und nachdenken)

Auch wenn die Daten auf mehreren nicht zentralen Speichern liegen müssen Sie im Sinne des Systems durch eine Art Datenwolke gebündelt werden. Nur dadurch sind ja alle Daten für den Patienten (und auch alle Systemverantwortlichen) abrufbar.

Es ist also vollkommen unerheblich ob die Daten dezentral oder zentral gespeichert werden.

Nachsatz
Viertens: Die Belastung der nächsten Generation
Daten, welche mal weitergegeben wurden, sind für immer im Umlauf. Daten über Erbkrankheiten können daher noch Jahrzehnte gegen jedes betroffene Kind verwendet werden.

M0ru
11
12.12.2011, 00:16
Papierbefunde-Sammeln war gestern

...digitale Befunde *auf eigenen Datenträgern* speichern ist heute. Ich verstehe nicht, warum die Daten zentral und damit angreifbar gespeichert sein müssen?
Die Verwendung eines eigenen, gut geschützten Datenträger oder vom Patienten zu authorisiertende Übertragung von Arzt zu Arzt erscheint deutlich sicherer und grenzt auch potentiellen Missbrauch ein.

"Die geplanten technischen Standards garantieren größtmögliche Sicherheit."
roflmao xD
und selbst wenn die Sicherheit gut wäre, kann sie nicht perfekt sein. Daher, gegeben ausreichend Zeit ist ein Leak garantiert.

CyBot
11
12.12.2011, 18:24

Sie werden auch nicht zentral gespeichert. Und wieviele Daten gingen schon verloren, weil ein Laptop liegengelassen wurde? Ein USB Stick geht noch viel leichter verloren.

Kommentar posten
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