Acht Monate nach Ende des Bürgerkriegs
Abidjan - Acht Monate nach Ende des jüngsten
Bürgerkriegs sind die ersten Parlamentswahlen in Cote d'Ivoire
(Elfenbeinküste) friedlich verlaufen. "Im Großen und Ganzen ist die
Abstimmung in den Wahllokalen, die in Abidjan und im Inneren des
Landes besucht wurden, friedlich gewesen", teilte der UN-Vertreter
für die Elfenbeinküste, Bert Koenders, am Sonntag mit. Ersten
offiziellen Schätzungen zufolge gingen mehr Ivorer zur Urne als 2000.
Damals lag die Wahlbeteiligung bei 33 Prozent.
Beobachter rechnen damit, dass der Wahlausgang den Präsidenten
Alassane Ouattara stärkt. Es wird ein deutlicher Sieg von Ouattaras
RDR-Partei und des Verbündeten PDCI erwartet. Die Partei des früheren
Präsidenten Laurent Gbagbo hatte die Wahl boykottiert. Gbagbo muss
sich derzeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
Im Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste waren 3000 Menschen getötet
worden. Mehr als eine Million wurden in die Flucht getrieben. Gbagbo
wollte nach der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr seinen Posten
nicht für den international als Wahlsieger anerkannten Ouattara
räumen. Der Konflikt endete erst im April, als Truppen Ouattaras den
Widersacher festnahmen und unter Hausarrest stellten. (APA/Reuters)