Klimagipfel in Durban

Ringen um Durchbruch bei Gipfel-Marathon

11. Dezember 2011, 00:00
  • Zähes Ringen beim Klimagipfel in Durban.

Fahrplan zu neuem Abkommen in Sicht - Lange Debatten um Feinheiten

Durban - Achterbahn in Durban. Der Klimagipfel schwankt lange zwischen Erfolg und Scheitern. Am Abend verständigen sich entscheidende Staaten auf den Entwurf für einen Weltklimavertrag bis 2015. Die Gretchenfrage: Wie verbindlich soll er denn sein? Und ab wann soll er gelten?

Der längste Klimagipfel alle Zeiten hat bis zuletzt um einen Fahrplan für einen Weltklimavertrag gerungen. Nach 13 Tagen gab es Samstagabend zum Abschluss im südafrikanischen Durban einen Entwurf, der zum Durchbruch führen könnte. Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane sagte nach fast 24 Stunden langen, nur kurz unterbrochenen Marathonsitzungen zu dem Papier: "Das ist ein starkes Ergebnis". Da aber noch viele Fragen offen waren, konnte der Gipfel auch noch scheitern - die EU wollte keine faulen Kompromisse.

Der Kompromissentwurf sieht vor, dass es bis 2015 ein verbindliches Klimaabkommen geben soll, das ab 2020 in Kraft treten könnte. Streit gab es bis zuletzt, wie verbindlich es sein soll. Und ob es nicht früher in Kraft treten müsste, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll, zu dem sich nur noch Staaten bekennen, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausmachen, könnte bis 2020 verlängert werden, damit hier keine weitere Klimaschutzlücke entsteht. Mehrere afrikanische Staaten forderten nur eine fünfjährige Verlängerung, damit der alle Staaten umfassende Weltklimavertrag früher in Kraft treten kann. Länder wie die USA, China und Indien versuchten bis zuletzt die Einigung abzuschwächen - dabei ging es um Feinheiten, etwa ob man sich auf ein "rechtliches Ergebnis" oder "rechtliches Instrument" einigt - das zweite wäre weitaus stärker.

"Das ist extrem wichtig"

"Wir brauchen ein rechtliches Instrument und nicht etwas, das alles oder nichts bedeuten kann", sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Samstagabend. "Viele Menschen werden denken, was ist da für ein Unterschied, es ist doch nur ein Wort. Aber das ist extrem wichtig", betonte die Dänin. Es gebe mit den USA und Brasilien Fortschritte. "Aber es sind noch einige Stufen zu erklimmen."

Kämpferisch gab sich auch Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V). "Ich gebe nicht auf, und ich werde nie aufgeben, bis alle Möglichkeiten erschöpft sind", fügte Hedegaard hinzu. Es seien in Durban bereits erhebliche Fortschritte erzielt worden, auch bei wichtigen Ländern, von denen einige guten Willens seien. Es gehe um langfristige Perspektiven, aber auch um kurzfristige Maßnahmen.

"Wir kämpfen weiter", bekräftigte auch Berlakovich. Man sei innerhalb der EU koordiniert, wolle die eigene Position stärken und einen "klaren Fahrplan für einen Weltklimaschutzvertrag" ausverhandeln. Man müsse die letzten Stunden unbedingt nützen, um ein Ergebnis zu erzielen, das man als Fortschritt bezeichnen könne. "Brasilien und die USA wollen den Weg mitgehen und ein rechtliches Instrument unterstützen. Wir bleiben also bei unserer Forderung, dass von Indien und China Signale kommen müssen - noch ist allerdings nichts gekommen", so der Umweltminister am Samstagnachmittag im APA-Gespräch.

Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte am Abend: "Das ist durchaus eine sehr erfreuliche Bewegung, die wir gehabt haben in den letzten Stunden." Am Samstagabend begann mit 24-stündiger Verspätung das Abschlussplenum mit allen 193 Staaten, das über die unterschiedlichen Modelle entscheiden soll. Die 17. Klimakonferenz war zur Lösungssuche extra um einen Tag verlängert worden.

Viele Papiere zur Beratung zwischen den Staaten waren sehr spät vorgelegt worden. Zudem sorgte das kompromisslose Dringen der EU-Staaten und von fast 100 Entwicklungsländern auf mehr verpflichtende Klimaschutzzusagen für verhärtete Fronten. Besonders die USA, China und Indien setzen bisher auf freiwillige Ziele zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes.

Das Problem war am Samstag vor allem der große Zeitdruck. Viele Delegierte gerade aus ärmeren Ländern reisten schon ab, da sie ihr Flüge nicht umbuchen konnten. "Das ist die größte Ungerechtigkeit", sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. "Die, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, mussten schon abreisen und die Entscheidungen fallen ohne sie."

Greenpeace kritisierte scharf, dass der neue Weltklimavertrag womöglich erst ab 2020 gelten soll. "Es darf kein Kompromiss mit den USA gemacht werden", sagte Kaiser. "Sonst würde Durban als gescheitert gelten." Kaiser forderte, das Kyoto-Protokoll nur bis 2017 zu verlängern, um so den Druck zu erhöhen, dass ein Weltklimaabkommen 2018 in Kraft treten könnte.

Röttgen hatte betont, Indien, China und die USA würden zu wenig für ein Ergebnis tun, "das sich orientiert an dem Zwei-Grad-Ziel". Der erste Vorschlag der südafrikanischen Konferenzpräsidentin für einen Weg zu einem neuen Weltklimavertrag war von der EU und anderen Staaten verworfen worden, weil er ihnen zu schwache Ziele enthielt. Delegierte warfen den Südafrikanern zu wenig Führung vor, um den Gipfel zu einem überzeugenden Ergebnis zu führen. (APA)

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Borat Sagdiyev : jak sie masz?
11
11.12.2011, 08:21
Natürliche Klimaänderungen werden durch Gier süchtigen Halsabschneider a la Al Gore und Goldman Sucks instumentalisiert und als New Revenue Stream entwickelt. Die Politiker erhoffen sich auch ein Stück von diesen neuen Steuern.

Fakten:
Klimaänderungen sind so natürlich wie Tag und Nacht. In Mittelalter herrschten in Europa deutlich höhere Temperaturen wie jetzt. Auch derzeit ist kein Gletscherrückgang zu beobachten sondern das Gegenteil ist der Fall.
Menschliche Aktivitäten im Vergleich zu Vulkanausbrüchen haben keine Bedeutung. Den größten Faktor bei Klimaänderungen spielen Ozeane und kein Mensch.
Die Sommertemperaturen auf dem Nordpol sind laut dem Dänischen Meteorologischen Institut wahrscheinlich die Niedrigsten, die je verzeichnet worden sind. Die Wintertemperaturen in der Antarktis sind niedriger als normal.
Der wahre Grund, weshalb Cap & Trade der Welt aufgezwungen wird ist, dass es einen 3 Billionen Dollar Rohstoffmarkt für – die heiße Luft - erstellt.

Wir alle sind Apple
10
11.12.2011, 10:52
endlich sagt's einer!

erklären sie das mal dem ozonloch und dem feinstaub, die habens nämlich immer noch nicht kapiert.

Borat Sagdiyev : jak sie masz?
00
11.12.2011, 11:54
Handel mit diesen Papieren wird diese Probleme lösen.

Ganz sicher.

Searles
 
00
12.12.2011, 16:00

Also, gibt es jetzt Probleme oder nicht?

Hrabal
00
11.12.2011, 06:48
die Physik lässt sich nicht vertagen

ein Tiefschlag ist dies allemal. Was sich hier Diplomaten und "realistische nüchtern" denkende Beobachter nun als Erfolg einzureden suchen, kümmert die Physik des Klimas herzlich wenig . Die Temperaturen werden steigen. Dieses Ergebnis ist genauso viel wert, wie das österr. Klimaschutzgesetz - ein schöner Titel und drin ist lediglich sich zu Kaffeeplauscherln regelmäßig zu treffen. Und wie schon beim österr. Klimaschutzgesetz, ist auch aus Durban nicht herausgekommen, wer die Schäden zahlt, bzw. die Kaffeerechnung begleicht.

NickKnarrkarton
01
11.12.2011, 03:54

Live-Schaltung nach Durban:
http://www.youtube.com/watch?v=j_ntb29ndI8

nomad13
10
11.12.2011, 05:04
Es ist schon klar - dass der 2Grad Schmäh

von extrem pseudowissenschaftlicher Natur ist u man bei Durban jede Gegenmeinung aussperrt
(intressiert ja auch niemanden)Aber dann sollte auch hinter Agenda 21 blicken oder den neuen Ökof*schismus aus der neuen Ordnung heraus betrachten- hier gut erklärt u verlinkt:
http://derstandard.at/plink/132... 1/24015417
Die "Öko" governance nutzt ja den Globalismus um Europa-u im speziellen die USA auf Chinesen-Inder Niveau zu schiffen. Der Geldadel selbst- kauft in der Krise alle Sachwerte auf.Es werden nicht-die etwas kommunistischeren/f*schistischeren Schwellenländer an den Westen angegeglichen sondern umgekehrt...
:-)
Was aber nicht bedeutet-dass der "stille" Rohstoffkrieg sein Ende gefunden hat(wird wohl noch etwas eskalieren:-)

tablespace65
00
11.12.2011, 03:20
Viel Lärm um nichts! Diese "Klimagipfel" sind doch nicht einmal mehr eine authentische Show für "das dumme Stimmvieh" in den demokratischen Staaten.

So wie schon die letzten Male werden sich die (meisten) staatstragenden PolitikerInnen den Anschein geben, an einer Verbesserung bzw. Einschränkung der dramtischen Umweltverschmutzung ernsthaft interessiert zu sein.

Nach "elendslangen Verhandlungen" wird man sich auf Minimalforderungen einigen, die sich dann a posteriori - wieder einmal - als nicht erfüllbar erweisen werden. Und das große Herumjammern über den dramatischen Zustand unseres geliebten Planeten Erde wird von Neuem beginnen. Und wieder wird man sich auf einem Klimagipfel treffen, um die verfehlten Ziele des letzten zu beklagen...

Eddi der Große
00
11.12.2011, 02:01

Die Ergebnisse dieser Klimagipfel werden von Jahr zu Jahr spärlicher. Es ist bezeichnend, wenn es jetzt als "Erfolg" angesehen wird, daß man sich auf einen Zeitplan für Verhandlungen über einen Weltklimavertrag einigt, der eigentlich schon 2009 in Kopenhagen hätte unterzeichnet werden sollen. Letztlich sind diese Veranstaltungen seit dem gescheiterten Gipfel in 2009 überflüssig, weil zumindest China und die USA einem verbindlichen Abkommen niemals zustimmen werden.

C18H27NO3
33
11.12.2011, 01:14
dieses schauspiel ist an armseligkeit nicht mehr zu überbieten

für die banken haut mit in 3 jahren rettungspakete wie am fließband raus, in summen, davon wusste man anfang 2008 noch nicht mal, dass man sich so hoch verschulden kann. 1000e milliarden sollen da verschoben worden sein. Milliarden sind zur standardgrößenordnung geworden, millionen zum lächerlichen trinkgeld.
Und wenns um unsere existenzgrundlage geht, schaffen sie was? Dass wir noch ein weiteres jahrzehnt drüber diskutieren. Das ist dermaßen armselig, dass man sich nicht einmal mehr drüber aufregen kann. Und dafür gratulieren sie sich auch noch. Geht doch euer geld fressen!

asinus
00
11.12.2011, 00:45

Wieder mal nix....länger darüber zu sprechen ist sinnlos.

ANNOnymus
01
11.12.2011, 00:23

alos man einigt sich darauf das es bis 2015 eine verbindliche abmachung gibt die ab 2020 in kraft treten soll.

Na da sieht man mal wieder was passiert wenn man viele überbezahlten Politiker 14 Tage lang zwingt zu arbeiten .

Und zwar garnichts....

2015 und gar 2020 sind in unserer Quartalsbasierten Welt so weit weg das bis dahin jeder vergessen hat das es diesen Gipfel überhaupt gab und dann kan man neue Langzeitziele setzten ....

KrausKorl
 
00
10.12.2011, 23:49
Kilmazölle

Was spricht eigentlich dagegen, dass die breite Koalition der Länder, die rechtlich verpflichtende Ziele unterstützen - neben der EU noch über hundert andere - diese Ziele beschließt, und gleichzeitig auf alle Waren, die nicht unter den Bedingungen dieses Vertrags produziert werden, Zölle einhebt? Damit wäre einerseits das ewige Argument, dass strenge, rechtlich verpflichtende Ziele einen Wettbewerbsnachteil bringen würden, abgewehrt; andererseits gäbe es für Länder, die ein solches Abkommen noch ablehnen, einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz, diesem beizutreten.

nomad13
01
11.12.2011, 06:29

...weil der Geldadel Europa u insbesondere USA aufgrund Rohstoffmangels nebst anderen Dingen - auf China Niveau schiffen will (auch politisch - die Anfänge sind ja bereits ersichtlich)

nix fir unguad
00
11.12.2011, 00:16
Wie wollen Sie wissen ob das Produkt das nun nach Österreich kam...

...mit Hilfe von Elektrizität von Wasserkraft, Kernkraft oder Kohle erzeugt wurde?

Christian Schindler
 
11
10.12.2011, 23:44
Idioten an der Macht...

...das einzige was mir dazu einfällt.

Steve Anorizz
00
10.12.2011, 23:13

Wofür kämpfen der Berlakovich und so eigentlich genau? Für einen "klaren Fahrplan"? Dann sagt man eben wieder "Okay, bis 2020 schalten wir zurück!" und 2020 haben wir wieder denselben Salat wie heute. "Okay, wir haben doch nicht zurückgeschalten, tut uns ja Leid, lasst uns neu diskutieren", und dann werden andere an seiner Stelle bis zuletzt kämpfen dafür.

Es geht nicht darum, Ziele bis hier und da zu definieren, sondern sich große Ziele zu setzen uns sie Schritt für Schritt umzusetzen - ohne Limits. Sonst fängt man "morgen" an. "Atomausstieg" als Ziel, "Ausbauen alternativer Energien" als Schritt 1 und das ganze bitte "so schnell wie möglich" - okay, da geht's nicht ums Klima, aber das war ein Beispiel. Selbes geht mit Kohlekraftwerken

Bushdoctor
14
10.12.2011, 23:00
Weg mit Kyoto...

...denn Kyoto heisst für uns, dass wir Steuergeld zahlen, während andere die Luft verschmutzen dürfen. Dieses perverse System des Zertifikatehandels gehört dringend weg!

lässt
51
10.12.2011, 23:50

Ich verstehe nicht, warum (in Österreich?) so gegen den Zertifikatehandel angerannt wird? Ich glaube, dass dieser die sinnvollste Weise ist, Klimapolitik zu betreiben.

Mirabeau
01
11.12.2011, 04:07

Indem man Millionen Steuergelder in irgendwelchen "Klimabörsen" versickern läßt, wo die selben Banker, Spekulanten und Kriesengewinner, die gerade die ganze Weltwirtschaft an die Wand gefahren haben, damit ganz groß verdienen?

Wollen sie ihr sauer verdientes Geld nicht lieber gleich in den Mistkübel werfen?

lässt
00
11.12.2011, 14:12

Es kommt mir "in den Mistkübel geworfen" vor, wenn es als Förderung für eine PV im hintersten Alpendorf mit 3 h Sonne pro Tag ausgegeben wird.

Habe mir gedacht, dass Zertifikate nicht von Streuergeld sondern von den Unternehmen bezahlt werden, die damit handeln (müssen). -Ja Gratisvergabe ist nicht so gescheid.

Vl wissen Sie gar nicht was der Gedanke hinter dem Zertifikatesystem ist: Es geht darum, dort einzusparen, wo es am billigsten ist. Und das Wissen natürlich am besten die Unternehmen, die für Zertifikate bezahlen müssen. Die, die eine CO_2-Reduktion machen können, deren Kosten unter dem Preis der Zertifikate liegt, werden die Reduktion wählen und die, die das nicht können müssen Geld für Zertifikate ausgeben.

AuchMalDafürSein
41
10.12.2011, 22:58
Amerikaner und die Welt

Die USA wird nie und nimmer mitziehen. Auch wenn Obama als weitaus liberaler als seine Vorgänger gilt, ist das Risiko für ihn zu groß bei den US-Bürgern noch unbeliebter zu werden, als er ohnehin schon ist. Ungefähr 3/4 der Amerikaner sind der Meinung, dass soetwas wie Klimawandel nicht existiert (="linke Propaganda"), und auch wenn, wäre es vollkommen natürlich und von "Gott gewollt". Und auch wenn's bewiesen worden wäre, dass Climate Change von den Menschen verursacht wird, kämen sie mit der Ausrede, dass sie das "Gott gegebene Recht" hätten unsere Erde auszubeuten.

meep meep
00
10.12.2011, 22:11

Jojo und der Kongress tanzt.

paolo
00
10.12.2011, 22:55
nicht alles,

was ein vergleich ist, hinkt.

gebdensenfdazu
21
10.12.2011, 21:23

Klimagipfel auf der Kippe

Ich denke mal, da ist nicht nur dieser Gipfel auf der Kippe, hier gehts um viel mehr, wir können einfach nicht so weitermachen wie bis jetzt und die lebensgrundlagen der menschheit zerstören.

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