Verhandlungen würden sich "gut entwickeln"
Peshawar/Kabul - Ein ranghoher Kommandant der pakistanischen Taliban hat am Samstag Friedensgespräche mit der Regierung in Islamabad bestätigt. Die Verhandlungen würden sich "gut entwickeln", so der stellvertretende Führer der Taliban Mohammad. Es war das erste Mal, dass ein namentlich genannter Führer der Taliban die Gespräche mit der Regierung bestätigte. Ob er für die ganze Gruppe spricht, war zunächst unklar.
Beobachter gingen davon aus, dass sich die pakistanischen Taliban im vergangenen Jahr in konkurrierende Fraktionen aufgesplittert haben. Die Regierung in Islamabad hatte Berichte über Gespräche mit den Taliban stets dementiert.
Mohammad stellte eine baldige offizielle Friedensvereinbarung mit der Regierung in Aussicht. Der Kommandant, dessen Einflussgebiet hauptsächlich Bajaur ist, sagte, jede in der Stammesregion erzielte Einigung könnte Vorbildcharakter für die restliche Grenzregion haben. Sollte es die Gespräche tatsächlich geben, könnten die Spannungen zwischen Pakistan und den USA weiter zunehmen. Die Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) wird von den Amerikanern als Terrorgruppe eingestuft.
Von Mohammad ist bekannt, dass er enge Verbindungen zum Extremistennetz Al-Kaida unterhält. Von der pakistanischen Regierung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. In der Vergangenheit wurden Friedensvereinbarungen von den Aufständischen dazu genutzt, neue Kräfte zu sammeln und sich neu zu organisieren.
Die pakistanischen Taliban hatten Islamabad den Krieg erklärt und Hunderte blutiger Selbstmordanschläge im ganzen Land verübt. Sie bieten Extremisten im Nachbarland Afghanistan Zuflucht. Die pakistanische Regierung hatte im September angekündigt, dem "Frieden eine Chance zu geben" und mit einheimischen Extremisten zu verhandeln. Frühere Abkommen mit der TTP brachten keine Stabilität. Die Gruppe startete stattdessen immer wieder neue Angriffe. (APA/dpa/ag.)