Vorschlag

SPÖ Kärnten will Uni-Absolventen zahlen lassen

10. Dezember 2011, 12:00

"Nach-Studiengebühren" von 20 Euro monatlich brächten Unis jährlich 108 Mio. Euro - Ab Bruttogehalt von 3.200 Euro - SP Oberösterreich kritisiert Burgstaller

Klagenfurt - Nach dem Vorstoß der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) für eine Wiedereinführung von Studiengebühren und der Idee von SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, Beiträge nur von "Millionären" zu verlangen, hat sich am Samstag Kärntens SP-Chef Peter Kaiser mit einem weiteren Vorschlag zu Wort gemeldet. Er will Uni-Absolventen, die eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten, über ihr gesamtes Erwerbsleben 20 Euro monatlich abliefern lassen. Das brächte den Unis 108 Mio. Euro jährlich. Kaiser schlug im APA-Gespräch die Verdienstgrenze von 3.200 Euro brutto pro Monat vor.

"Durch den Solidarbeitrag nach dem Studium würde niemand aus finanziellen Gründen vom Gang auf die Universität abgehalten werden", sagte Kaiser. "Die Umsetzung bringt pro Person 240 Euro im Jahr und rund 108 Millionen Euro jährlich zusätzlich für die Unis, wenn man die derzeit etwa 450.000 erwerbstätigen Universitätsabsolventen in Österreich heranzieht", meinte der Politiker in einer Aussendung.

Auch brächte die Idee bei Umsetzung eine "Tendenz der Reproduktion von Akademikern". Jene (ehemaligen) Studierenden, die vor Abschaffung der Studiengebühren solche zahlten, sollten ausgenommen werden. "Es ist natürlich auch zu überlegen, wie man die Abgabe staffeln kann und Ausnahmen müssen möglich sein." Die Bundesregierung sei jedenfalls gefordert, über den Tellerrand zu blicken und etwas mehr Kreativität in die Debatte zu bringen. Auch warnte Kaiser seine eigenen Parteikollegen: Es dürfe mit einer Wiedereinführung der Gebühren keine "Art Kuhhandel mit der ÖVP für deren Zustimmung in anderen Bereichen" geben.

Ganz klar gegen Studiengebühren hat sich indes am Samstag die SP Oberösterreich ausgesprochen. Die Lage der Studenten sei durch die Kürzung der Familienbeihilfe, Verdopplung der Kosten für die studentische Selbstversicherung "ohnehin prekär genug. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie der nächste finanzielle Anschlag auf Studierende vorbereitet wird, oder uns gar daran beteiligen", so der Landesparteivorsitzender Josef Ackerl in Richtung "vereinzelter Stimmen auch aus der Sozialdemokratie", die für Studiengebühren eintreten. Kritik übte er an Burgstallers Aussage, wonach eine schweigende Mehrheit in der SPÖ für eine Wiedereinführung von Studiengebühren sei. "Und wer auf die schweigende Mehrheit hören will, muss auch hören, dass diese mit Kulturförderungen auch wenig Freude hat - und trotzdem stellt niemand die Festspielsubventionen infrage." (APA)

 

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Chemist88
00
12.12.2011, 22:11
also werden die erfolgreichen "bestraft"

und müssen zahlen?

Gonzalo Gerardo
01
13.12.2011, 08:22

nein wir nehmens von denen die nicht erfolgreich sind und nichts haben damit sie uns weiterhin die Iphones und Rolex von der Hand klauen!

noch besser wäre natürlich irgendeine neue Unter-16 Steuer für die kleinen Nichtsleister damit sie neben der Schule auch noch einen für die Arbeitgeber möglichst billigen Oaschjob erledigen!

Chemist88
00
13.12.2011, 08:27
das ist doch gar nicht mein Problem an der Sache

eher, dass die Absolventen jener Studienrichtung die tendentiell ein höheres Einkommen haben, dann die Studien finanzieren die Absolventen mit eher geringerem EInkommen haben. Und alle finanzieren die Studien von denen die nie fertig studiert haben.

RS69
 
00
13.12.2011, 09:18

Das ist jetzt auch schon so - die Dummheit an der Sache aus meiner Sicht ist vor Allem die Aussage "Studenten sollen endlich ihr Studium selbst zahlen" - wenn gleichzeitig alle seriösen Studien und Statistiken zeigen: Allein direkt durch die im Schnitt höheren Einkommenssteuern der Akademiker ist das Unisystem voll bezahlt, und es bleibt ein Überschuss. Akademiker als Gruppe sind schon eine Cashcow für die Volkswirtschaft. Wir bezahlen das Unisystem bereits voll.

Da reden wir noch nicht mal von positiven Sekundäreffekten.

Gonzalo Gerardo
00
13.12.2011, 08:49

achso, die erfolgreichen Studenten meinens?

ich find so ein System jedenfalls sinnvoller als die 360 EUR die ich damals gezahlt habe während des Studiums und als Gegenleistung dafür hab ich überfüllte Hörsäle, kein Zutritt zu Lehrveranstaltungen, multiple choice Tests in der Kurhalle Oberlaa usw usf bekommen.

den Ansatz im Nachhinein einen Beitrag einzufordern der den Unis zweckgebunden zugute kommt find ich daher sinnvoller. eine Lösung für die vielen "ausländischen" Studierenden die ebenfalls unser System in Anspruch nehmen muss sbvst. auch gefunden werden.

allerdings glaube ich dass die 20EUR/Monat >3.200 EUR Gehalt noch nicht das Gelbe vom Ei sind aber immerhin ein Vorstoss in die richtige Richtung!

der Xote
00
13.12.2011, 07:02

Na was glauben Sie, worauf unser Steuersystem aufbaut...

Jurist0815
00
12.12.2011, 12:20
108 Mio

Danach würde es in Ö 450.000 Uniabsolventen geben die mehr als 3200 brutto im Monat bekommen.
Die möchte ich bitte sehen!
woher sind diese Zahlen?

Außerdem wenn man den Verwaltungsaufwand abzieht, was bleibt da noch über?

Kräuterpfarrer Escobar
22
12.12.2011, 22:04

Wenn man als Akademiker nach spätestens 5 Arbeitsjahren nicht 3200 brutto verdient, dann war das Studium eh komplett sinnlos.

3200 ist echt nicht viel.

Jurist0815
00
13.12.2011, 08:47

Wenn ich nicht erst bei 3 Jahren wäre, wäre ich jetzt depremiert. ;-)
Bei meinem 1. Job lag der KV bei 1482,- brutto, gsd wurde ich weit darüber bezahlt und hätte auch nach KV mehr verdient als Kollegen die bei Rechtsanwälten 60 Std oder mehr in der Woche arbeiten mussten.
Es gibt Branchen da verdient man exorbitant gut (Technik) und dann gibt es wieder Branchen da verdient man schlecht.

Worauf ich mit meinem post hinaus wollte: Bei 8,4 Mio. EW in Ö kann es keine 450.000 Akademiker geben die über 3200 brutto verdienen, mann muss zB auch die Gruppe ausscheiden die schon so alt ist das sie in ihrem Studium noch Prüfungsgebühren uÄ bezahlt hat, das die zahlen müssen wird man nie und nimmer durchbringen.

RS69
 
00
13.12.2011, 09:16

Ich hab grad nur Stand 2009: Es gab ca 4 Mio Erwärbstätige, das oberste Dezil lag bei ca 3,3 TEUR *14 B - und das sind nur die Unselbstständigen.

Dh - die 450 Tausend werden nicht so falsch sein. Die Frage ist, wieviele davon Akademiker sind, so falsch ist das ansonsten nicht.

Die Einkommensstatistiken nach Berufsgruppen würden der Aussage auch nicht widersprechen, wenn man von den Akademischen Berufen und einem Teil der Führungskräfte ausgeht. - und es gibt ja noch die Selbstständigen dazu.

Überschlagsmässig schaut die Zahlenbasis nicht so falsch aus, plausibel erscheint sie, und die wesentlichen dahinterstehenden Daten sind ja leicht zu ergoogeln, wenn SIe's selbst nachprüfen wollen.

Jurist0815
00
13.12.2011, 10:06

es wurde ja behauptet das es 450T Akademiker in Ö gibt die über 3.200 brutto verdienen und die 20 EUR zahlen sollten.
Laut Statistik Austria gibt es 511T Akademiker, jetzt ziehen sie mal die ab die weniger verdienen als 3200 brutto (Berufseinsteiger, Arbeitslose, Pfarrer, Pensionisten) und diejenigen die schon so alt sind das sie damals Prüfungsgebühr bezahlt haben.

Das es so viel Akademiker gibt heißt noch lange nicht dass diese unter die Kriterien die zum Zahlen verpflichten fallen würden.

Gonzalo Gerardo
00
13.12.2011, 08:55

so gesehen wird man nie irgendwas durchbringen, das ist doch genau das Problem.

viele Leute sitzen auf einem passablem bequemen Berg an Wohlstand (klar die 30 Meter Jacht vor Antibes sollte nicht Referenz sein) in AUT und keiner will was hergeben. es ist aber nunmal Zeit zum zurückschrauben, hergeben und ausbalancieren und das muss für alle gelten. es kann nicht sein dass sich permanent bestimmte Gruppen durch geschicktes Lobbying aus der Verantwortung stehlen und weiters unsere Kapazunder an der Spitze nicht die Eier haben radikal durchzugreifen, aus Angst vor Wahlrückschlägen bei Akademikern, Pensionisten, Bauern, Superreichen, Beamten, usw usf.!

samba cat
03
12.12.2011, 09:17
ausnahmen, staffelungen,

das bringt sicher wieder viele arbeitsplaetze fuer finanzbeamte. dann rechnen sich zwar die laecherlichen 240 euro nicht mehr, wenn an jedem akt auch nur eine stunde geprueft wird, aber hauptsache aktionismus.

petrarca
00
12.12.2011, 10:22
Und die Leute, die bereits Studiengebühren bezahlt haben

kriegen die dann zurück oder brennen die doppelt?

samba cat
00
12.12.2011, 11:03
laut dem artikel

sind die ja ausgenommen.
und leute, die teils-teils studiert haben, die werden wohl gestaffelt. je nachdem wieviele semester sie in welchem system studiert haben, zahlen sie dann 3,67 euro, oder 12,55 euro, etc. ad inf.

Nik M
00
12.12.2011, 07:05
Das schwedische Modell

durchaus hohe Studiengebuehren, allerdings gepaart mit staatlichen Studienkrediten, die auf Wunsch auch die Lebenserhaltungskosten des Studenten abdecken. Zurueckgezahlt wird der Kredit anteilig am (spaeteren) Einkommen (x-% vom Jahreseinkommen).

Dadurch kann einerseits jeder studieren, andererseits finanzieren die Akademiker ihr Studium selbst.

RS69
 
11
12.12.2011, 08:18

Akademiker finanzieren ihr Studium bereits jetzt durch die als Gruppe höheren EInkommenssteuern - und erwirtschaften dabei auch noch einen Überschuss für die Volkswirtschaft.

Nik M
00
12.12.2011, 23:32

Die Hoehe der Steuern ist nur von der Hoehe der Einkommen abhaengig - ein Tischlermeister mit Tischlerei zahlt genausoviele Steuern wie ein Zahnarzt mit Zahnartzpraxis, wenn er genauso viel verdient.

Da gehts nicht darum, einen Beitrag fuers Studium zu leisten, sondern darum, die Einkommensschere wieder etwas zu schliessen.

Akademiker muessten zusaetzlich noch fuer ihre Ausbildung zahlen, wenns fair sein soll.

RS69
 
00
13.12.2011, 09:07

Genau: Und die Kurve der Einkommensverteilungen der Akademiker liegt höher als die der Nichtakademiker.

Für Nicht-Statistiker: Akademiker verdienen kürzer, aber im Schnitt mehr als Nichtakademiker. Dementsprechend zahlen's auf's Leben mehr Steuern - die ausreichen, um das Unisystem zu finanzieren. Und es bleibt sogar noch was für alle über.

Warum sollen gerade Akademiker mehr zahlen?

* Lehrlingsausbildungn werden massiv gefördert, und dort kommt weniger der Kosten über Steuern zurück. Warum sollen nicht die zahlen?

* Frühpensionisten sind einer der grösseren Kostenblöcke, und in der Regel haben die dafür auch nicht mehr bezahlt.

"Fair" ist das Argument für "ich hätt das gerne", wenn's inhaltlich fehlt.

Nik M
00
13.12.2011, 09:40
Das ist ein schwaches Argument, der statistische Unterschied

Steuern sind persoenlich, und nur, weil eine Gruppe im Mittel mehr zahlt als eine andere Gruppe heisst das nicht, dass sie damit staatliche Leistungen abgleicht.

Vergleicht man z.B. das mittlere Lebenseinkommen von Akademikerinnen mit dem mittleren Lebenseinkommen von nicht-Akademikern (nur Maenner), verschwindet der Unterschied.

Darf ich daraus schliessen, dass bei Frauen Studiengebuehren gerechtfertigt waeren?

RS69
 
00
13.12.2011, 10:18

Warum vergleichen's nicht das Einkommen von Akademikeren (nur Männer) mit Nicht-Akademikern (nur Männer)? Das wär dann der Akademiker-Nichtakademiker Effekt.

Wenn's den Frauen - Männer Effekt überlagern, sehen's eben hauptsächlich den. Natürlich können Sie daraus jede beliebige Aussage für sich ableiten - valide Aussagen haben aber mehr Charme.

Für Ihre Frage wäre die Antwort im Vergleich Akademikerinnen - Nichtakademiker (Nur Frauen) zu finden.

Nik M
00
13.12.2011, 10:28

Sie haben mit der Statistik als Rechtfertigung angefangen. Mag schon sein, dass sich Effekte ueberlagern - aber Tatsache ist, dass nicht alle Untergruppen der Akademiker um soviel mehr Steuern zahlen, dass man damit die staatlichen Mehrkosten einbringt. Also, warum nicht differenzieren? Wenn ich mich in die Daten einarbeite, kann ich ihnen sicher noch mehr Gruppen rausholen, die Studiengebuehren zahlen muessen. Auch unter den Maennern. Wir koennten nach Studienrichtungen aufschluesseln, nach Elternhaus, nach Charakter, nach IQ, und dann die Studenten je nach Studienrichtung/Geschlecht/Herkunft/Elternhaus/Intelligenz mehr oder weniger Studiengebuehren zahlen lassen.

RS69
 
00
13.12.2011, 11:00

"Wir koennten nach Studienrichtungen aufschluesseln, nach Elternhaus, nach Charakter, nach IQ, und dann die Studenten je nach Studienrichtung/Geschlecht/Herkunft/Elternhaus/Intelligenz mehr oder weniger Studiengebuehren zahlen lassen."

Dafür gibt es keine statistischen Daten in ausreichender Güte.

RS69
 
00
13.12.2011, 10:59

Warum reden's von Untergruppen?

Sinn macht die Gesamtaussage: Akademiker vs Nichtakademiker - das sind die Nutzniesser der Unis, die auch die Kosten finanzieren.

Natürlich können's auch Teilgruppen vergleichen - dann aber (damit sich eine sinnvolle Aussage ergibt) jeweils die Selben hier und dort: Männer vs Männer, Frauen vs Frauen, das oberste Quartil vs das Oberste Quartil.

Wenn SIe Vergleichen wie gut Unternehmen zahlen fragen's (hofentlich) auch nicht auf der einen Seite die Hilfsarbeiter und auf der anderen das Management und vergleichen das dann, oder?

Nik M
10
13.12.2011, 13:53

"Sinn macht die Gesamtaussage: Akademiker vs Nichtakademiker - das sind die Nutzniesser der Unis, die auch die Kosten finanzieren."

- sagt wer? Ich hab mein Studium x mal abgezahlt, bin aber in einen sehr angewandten Teilbereich gegangen. Warum soll ich solidarisch sein mit Kollegen, die im Elfenbeinturm der Grundlagenforschung bleiben (wuerd mir auch gefallen), aber einen Nasenrammel verdienen? Die sollen ihr Studium gefaelligst selbst zahlen!

(So koennt man argumentieren)

Alle Akademiker in eine Gruppe zu fassen hat keinen Sinn.

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