Schüsse bei Protesten in Homs und anderen Orten
Damaskus - In Syrien sind nach Angaben von Demokratieaktivisten am Freitag bei Protesten gegen die Regierung mindestens 41 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, befanden sich auch Frauen und mehrere Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren unter den Todesopfern. Allein 18 Zivilisten starben demnach nahe der Hauptstadt Damaskus, zwölf Demonstranten seien in der zentralsyrischen Provinz Homs, einer Hochburg des Protests, getötet worden. Auch im nördlicher gelegenen Hama und in Daraa (Deraa) im Süden des Landes gaben Sicherheitskräfte nach Informationen der Organisation tödliche Schüsse ab.
Der als oppositioneller Dachverband auftretende syrische "Nationalrat" hatte der Regierung von Präsident Bashar Assad am Freitag vorgeworfen, in Homs ein "Massaker" zu planen. "Alle Informationen, darunter Videos und Berichte von Aktivisten" wiesen auf einen solchen Plan hin, erklärte das von Burhan Ghalioun geleitete Gremium. Die Armee habe Dutzende Straßensperren in Homs errichtet und tausende Soldaten mit schwerem militärischem Gerät rund um die Stadt zusammengezogen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass seit dem Beginn der Proteste Mitte März bereits mehr als 4000 Menschen getötet wurden. (APA)