Wie konnte das passieren?

  • Michail Chodorkowski zeigt sich in Cyril Tuschis Dokumentarfilm "Khodorkovsky" als gewitzter Mann.
    foto: leo kino

    Michail Chodorkowski zeigt sich in Cyril Tuschis Dokumentarfilm "Khodorkovsky" als gewitzter Mann.

Das elfte Polit-Film-Festival in Innsbruck zeigt fünf selten gezeigte Filme zum Thema Finanzkrise bzw. "Tarnen und Täuschen"

Innsbruck - "Die Gier nach Gewinnen treibt das Banken- und Finanzsystem, korrumpiert die politische Klasse und knebelt die Medien", meinen Thomas Pupp und Josef Wolf, die Veranstalter des elften Polit-Film-Festivals in Innsbruck. Fünf spannende und selten gezeigte Werke geben zwischen 12. und 16. Dezember im Leokino Einblicke in den Themenkomplex.

Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm Inside Job (USA 2010) von Charles Ferguson behandelt die weltweite Finanzkrise ab 2007, beginnend mit dem wirtschaftlichen Kollaps von Island. Nebenbei erfährt man, dass einige Akteure der Deregulierung der Märkte durch die Krise finanziell erheblich profitiert haben.

Cyril Tuschi zeichnet in Khodorkovsky den Aufstieg und Fall von Michail Chodorkowski nach. Der hochbegabte Chemiestudent schaffte sich in den Wirren der postsowjetischen Zeit ein gigantisches Vermögen an. Seit 2003 sitzt er in einem sibirischen Gefängnis in Haft. Eines seiner Vergehen: Kritik an Wladimir Putin. Tuschi befragt 70 Zeitzeugen, und es gelingt ihm, mit Chodorkowski bei seiner Gerichtsverhandlung zu sprechen. Dieser überrascht mit gewitzten Äußerungen und präsentiert sich nicht als gebrochener Mann.

Widerstand in Haiderland ist eine Bestandsaufnahme der Ereignisse seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ im Jahr 2000 bis zum Begräbnis Jörg Haiders. Der austrobritische Filmemacher Frederick Baker stellt Bildern der Donnerstag-Demos die empörendsten Äußerungen Jörg Haiders gegenüber. Weiters ist mit Margin Call von John Chandor wohl einer der besten Spielfilme zur Bankenkrise zu sehen, und Miklós Gimes porträtiert in Bad Boy Kummer den einst als Starjournalisten gefeierten Tom Kummer, dessen Interviews mit Stars gefakt waren. (Dorothea Nikolussi-Salzer, DER STANDARD - Printausgabe, 10./11. Dezember 2011)

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