"Firmen zeigen, was bereits alles möglich ist"

Interview9. Dezember 2011, 18:14
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In Durban zeigen Firmen erneuerbare Technologien, erläutert Renate Christ - der Privatsektor mache Mut, meint sie

Standard: Wie beurteilen Sie das Verhandlungsklima in Durban?

Christ: Abgesehen von den schwierigen politischen Verhandlungen sehe ich viele positive Signale. Ganz Durban ist eine Art Show-case für New Technologies im Bereich erneuerbarer Energien, und das strahlt eine optimistische Stimmung aus. Dafür hat sich die südafrikanische Regierung wirklich eingesetzt: zu zeigen, wozu der private Sektor imstande ist.

Standard: Auf den privaten Sektor kommt es auch mehr und mehr an. Die Politik ist ja zu keinen großen Würfen bereit.

Christ: Die Firmen zeigen vielfach, was bereits alles möglich ist. Nur, ein fixer rechtlicher Rahmen macht es den Unternehmen leichter zu investieren. Aber es gibt Bemühungen auf vielen, vielen Ebenen. Eine Unep-Untersuchung zur "green economy" hat die größten Initiativen rund um den Erdball zu quantifizieren versucht, und es ist beeindruckend, was da alles geschieht!

Standard: Nun soll der private Sektor ja auch besonders beim geplanten Green Climate Fund zum Zug kommen und diesen maßgeblich finanzieren.

Christ: Ja. Bei der Dotierung des Fonds werden mehrere Varianten ventiliert. Angedacht wird eine Abgabe auf das internationale Transportwesen: also Schiffswesen und Flugverkehr - und zwar sowohl für den Güter- als auch den Personentransport.

Standard: Wo soll der Fonds seinen Sitz haben?

Christ: Es haben mehrere Staaten Interesse angemeldet - unter anderem Deutschland, die Schweiz, Mexiko, Südkorea, Südafrika. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. 12. 2011)

  • Renate Christ ist Leiterin des Zwischenstaatlichen Beirates für 
Klimafragen der Vereinten Nationen (IPCC). Die Oberösterreicherin 
studierte Biologie in Salzburg. Sie ist Koautorin einiger Klimareports 
der Uno.
    foto: andy urban

    Renate Christ ist Leiterin des Zwischenstaatlichen Beirates für Klimafragen der Vereinten Nationen (IPCC). Die Oberösterreicherin studierte Biologie in Salzburg. Sie ist Koautorin einiger Klimareports der Uno.

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