Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Poet auf Eis gelegt.
Standard: Haben Sie nach der Vergabe des Kärntner Lyrikpreises von Ihren Mitspielern beim KAC einen neuen Spitznamen bekommen?
Schuller: An dem Tag, als das publik geworden ist, bin ich in die Umkleidekabine gegangen. Auf einmal sagt der Christoph Brandner im Wiener Slang zu mir: "Servas Nudlaug." Ich habe mich zuerst nicht ausgekannt, bis ich draufgekommen bin, dass das der Spitzname vom intellektuellen Dichter beim Mundl Sackbauer ist - vom Franzi. Der Mundl hat den Franzi ja auch Nudlaug genannt.
Standard: Eishockey und Lyrik sind nicht unbedingt zwei Begriffe, die man sofort miteinander assoziieren würde. Sind diese Begriffe nur scheinbar gegensätzlich?
Schuller: Ich tu mir schwer, diese zwanghaft in Verbindung zu bringen. Vielleicht passt's auch gar nicht zusammen. Sicher ist aber, dass ich in meinen sehr bedrückenden Eishockey-Jahren in Kanada den Ursprung meines Schreibens sehe.
Standard: Hat sich da ein Ereignis besonders hervorgetan?
Schuller: Ich bin als Bub mit 14 Jahren hingekommen und habe geglaubt, dass ich die Eishockey-Welt erobern werde. Dann kommt man aber relativ schnell drauf, dass die sportlichen Probleme, die man sich so vorgestellt hat, irrelevant sind. In erster Linie muss man sich durchkämpfen, gerade am Anfang ohne Bezugsperson, ohne wirkliche Freunde. Da wird schon etwas dabei gewesen sein, dass dazu geführt hat, dass ich eine Ahnung davon kriegen wollte, was sich in mir abspielt.
Standard: Haben Sie zu dieser Zeit mit dem Schreiben begonnen?
Schuller: Damals stand für mich eher das Malen im Vordergrund. Mich mit der Sprache und mit der Literatur intensiv zu beschäftigen ist erst in den letzten Jahren in mir aufgetaucht. Ich weiß, dass ich weitertun will und mich das Schreiben nicht zu einer Erkenntnis, aber doch zu einer Ahnung von den Dingen bringt.
Standard: Darf es einen nachdenklichen Eishockeyspieler geben?
Schuller: Peter Handke hat einmal gesagt: "Literatur ist alles andere als voreilig." Das heißt, man braucht sehr viel Zeit und Langeweile, um sich mit der Sprache zu befassen. Das ist beim Eishockey nicht so. Du musst blitzschnell reagieren, denken steht da gar nicht einmal so im Vordergrund. Automatisierte Bewegungen, die du übst, sind wichtiger, als permanent dein Tun zu hinterfragen.
Standard: Wie schalten Sie das Nachdenken im Sport weg?
Schuller: Ich habe schon auch die grüblerische Seite auf dem Eis. Dann merke ich selbst: Aha, jetzt besser nicht. Jetzt das Ganze einfach gscheit lafn lassen. Aber wenn ich merke, dass körperlich etwas nicht passt, dann falle ich schnell wieder in dieses Warum und Wieso rein. Das ist oft kontraproduktiv, deine Reaktionsfähigkeit ist plötzlich nicht mehr da.
Standard: Wie würden Sie sich als Eishockeyspieler beschreiben?
Schuller: Ich bin schon einer, der auf den Körper geht. Ich will mir Respekt verschaffen, zeigen, dass ich da bin und sehr wohl das Kriegerische in mir habe. Ich gehe emotional mit den Schiedsrichtern um. Auch bei meinen Mitspielern bin ich nicht unbedingt beliebt, wenn aus mir die Wut und der Zorn rausbrechen. Da kommen auch Wörter raus, die ganz und gar nicht literarisch sind. Im Nachhinein tut's mir leid. Den Verstand und die Vernunft musst du am Eis ausblenden. Und einfach nur tun. Das ist ein anderer Zugang als beim Schreiben.
Standard: Waren die Emotionen beim Gewinn des Lyrikpreises mit dem Meistertitel vergleichbar?
Schuller: Auf alle Fälle. Wenn ich mich daran erinnere, dass ich 2004 das entscheidende Tor gegen die Villacher geschossen hab: In diesem Moment habe ich gewusst, das ist es. Andererseits hat mir meine Freundin erzählt, dass sie mich noch nie so nervös gesehen hat wie im Moment, als ich vom Gewinn des Lyrikpreises erfahren habe.
Standard: Hat Ihnen Ihre aktuelle Verletzungspause zuletzt mehr Zeit gegeben, um zu schreiben?
Schuller: Der Alltag eines Eishacklers ist sowieso einer, wo du Zeit hast, dich mit dir zu beschäftigen. Am Vormittag Training, dann Besprechung, dreimal pro Woche ein Match. Dazwischen hast du Zeit. Meine Texte entwickeln sich aus dieser Langeweile heraus. Ich bin nicht der Vielschreiber oder Lesesüchtler. Wenn ich ein Wort finde, das mich rhythmisch anspricht, dann schreib ich mir das auf, und es kommen so Wortkaskaden zustande, wo eine Grundstruktur sichtbar wird. Aber dann kann es auch sein, dass das Gedicht über Wochen in einer Schublade liegt, bevor ich mich dessen wieder annehme.
Standard: Haben Sie jemandem von Ihrer Teilnahme am Lyrikwettbewerb erzählt?
Schuller: Nein. Weder meiner Freundin noch meinem Vater, der ja auch Deutschlehrer ist und mein erster Ansprechpartner, wenn es ums Schreiben geht. Die Angst war zu groß, mich lächerlich zu machen. Am meisten überrascht waren die Teamkollegen, weil die mich so nicht wahrgenommen haben.
Standard: Wer ist für Sie der größere Künstler: Wayne Gretzky oder Johann Wolfgang von Goethe?
Schuller: Wenn ich mein intellektuelles Ego aufplustern will, würde ich sagen, der Goethe. Andererseits, dieses Nichtverständliche, das der Gretzky auf dem Eis geleistet hat, wird auch in eine Kunstrichtung fallen. Das Publikum hat von beiden Künsten etwas: Ich kann's entweder in einem Buch lesen oder mich ins Stadion setzen und wundern, was die Leute auf dem Eis zustande bringen.
Standard: Können Sie sich vorstellen, über Eishockey zu dichten?
Schuller: Am Anfang, auch wenn es unbewusst ist, ist man daraus auf, literarischer zu schreiben. Da kann man zeigen, was man auf dem Kasten hat. Ich will nicht, dass die anderen glauben, der ist Eishackler und kann nur übers Eishackeln schreiben. (DER STANDARD Printausgabe; 10. Dezember 2011)
Eines der drei eingereichten Gedichte von David Schuller
Ahasver sowie Wiegen betrachtend
Vorbei, vorbei
am Limbus der hindurchdürfenden Anrufung,
am Kinngrübchen des Kapuziners,
am Schwellenflug der Möwen,
am zellophanverschweißten Fenster.
Unter den Armbeugen verschlingen zwei Adler
einen schwangeren Hasen; skins
that are shed and hung on a wall.
Zwischen den Wänden der Blutlache,
dort wo sich Innenwelt und Außenwelt berühren,
rinnen Gewichte ins schöne
Irgendwoanders.
Die Hose sorgfältig über den Stuhl gehängt,
alles legte er hinaus; Schuhe,
Brillengläser, die hellen Monologe.
DAVID SCHULLER (31) aus Kapfenberg feierte mit dem KAC zwei Meistertitel. 84 Einsätze im Nationalteam. Beim Kärntner Lyrikpreis setzte sich Schuller gegen 225 Mitbewerber durch.
Mehr Dienstag-Runden wegen dreiwöchiger Olympiapause - Jesenice soll zwölfter Verein sein
Ex-Trainer der Salzburger unterschreibt bei neuem Red Bull-Klub
Österreichischer Teamverteidiger wechselt von den Capitals zum tschechischen Erstligisten Pirati Chomutov
Ouellette, Hartl und Puschnik nach Wien
Heilungschancen laut Ärzten sehr gut - Spieler: "Auch dieser neue Kampf wird gewonnen"
Auflösung des vor zwei Monaten bei den Tirolern geschlossenen Einjahresvertrages
Wechsel in die russische KHL
Dreijahresvertrag mit dem Meister
Teamverteidiger muss nach eineinhalb Jahren gehen - Samuelsson: "Haben einige vielversprechende Junge"
Sturmtalent Häussle verlängert in Dornbirn
Verteidiger kehrt nach 13 Jahren im Ausland zurück - Goalie von Wien nach Klagenfurt
Klagenfurter biegen nach einer packenden Partie die Capitals mit 5:3, machen den Sweep perfekt und holen ihren 30. Meistertitel
KAC schlägt die Caps mit 5:3, entscheidet die Serie mit 4:0 für sich und setzt sich auf den Thron
KAC-Stürmer war für Fachjournalisten am wertvollsten
Klagenfurter gewinnen auch das dritte Finalspiel gegen die Capitals - Nach 4:0 in Wien fehlt nur noch ein Sieg zum Titel
Lammers trifft beim zweiten Spiel der Finalserie in Klagenfurt zur Entscheidung
KAC mit 1:0-Auswärtssieg in Wien - Caps erstmals seit acht Jahren ohne Heimspiel-Torerfolg - Spiel zwei am Sonntag in Klagenfurt
Rafael Rotter ist als Jude eine Ausnahme im österreichischen Spitzensport. Der Stürmer der Capitals sieht seinen Glauben "so streng, wie ich ihn sehen kann"
... oder hat der Interviewer ernsthaft getippt: "Da wird schon etwas dabei gewesen sein, daSS dazu geführt hat, dass ich eine Ahnung davon kriegen wollte, was sich in mir abspielt."
Dafür gibt´s wohl keinen Lyrikpreis. ;-)
Sind´s doch nicht so gemein, nur weil Sie nicht in der Lage sind, dieses Gedicht auch nur irgendwie zu interpretieren.
Lassen´s ein wenig die Phantasie spielen und seien sie nicht verängstigt über einzelne Worte, mit denen Sie vielleicht im ersten Moment nicht allzu viel anzufangen wissen.
Ich kann mich auch an den KAC-ler Marcel Schretter erinnern: Der hat als Lieblingsmusiker weiland immer Chet Baker angegeben - man unterschätze also nicht die Empfindsamkeit dieser Haudegen. Wahrscheinlich trainier Wayne Gretzky heimlich bei Barishnikov.
dass man sogar dieses Wort in einem Interview bewusst falsch schreibt, wird mir nie eingehen. Könnte mich nicht daran erinnern, jemals ein Interview mit einem Tiroler gelesen zu haben, wo immer kr oder sch an den Wörtern ran gehängt wurde. Oder bei den Wienern und Niederösterreichern das ur....aber ok. Solange nix Schlimmeres passiert, soll es mir recht sein....
@Schuller
ich kann mich immer noch köstlich darüber amüsieren...:)
Und vorallem weil der ja aus kapfenberg kommt und sie dort ja eher beuolln als sachalan kaffn laffn.
David schuller wäre mir ja sympathisch wenn er nicht derjenige welcher gewesen wäre der 2004 .... Wie er es erwähnt hat's mir einen kleinen Stich gegeben....
ich kann mich auch köstlich amüsieren wie man, als er damals nach wien ging, lesen konnte in welchem zustand er seine "dienstwohnung" hinterlassen hat... als normalsterblicher würde man sagen "vollprolo", aber die wahrheit ist dann doch künstler. zumindest interessant.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.