Neue Diskussion über CIA-Gefängnis

9. Dezember 2011, 17:57
  • Artikelbild
    foto: reuters

    Der Haupteingang des Geheimaktenarchivs in Bukarest: Hier soll die CIA einen Kerker für Terrorverdächtige unterhalten haben.

Nach neuen Medienberichten über ein geheimes CIA-Gefängnis im Zentrum von Bukarest ist die Debatte über die Antiterroranstalten neu entflammt

Menschenrechtler fordern eine weitere Untersuchung.

*****

Für einen der Nachbarn sind die Nachrichten unvorstellbar. "Ich habe jeden Tag die gleichen Autos und die gleichen Menschen gesehen", versichert er rumänischen Medien. Ein Geheimgefängnis des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA hier im ersten Bezirk von Bukarest? Der Mann kann das nicht glauben.

"Bright Light" soll der Codename für das Gefängnis gelautet haben, das laut deutschen Medien nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in der Innenstadt der rumänischen Hauptstadt eingerichtet wurde. Das Gebäude des Rumänischen Staatsarchivs für Geheimakten (Orniss) soll innerhalb des geheimen Netzwerks von CIA-Zentren ein Kerker für Terrorverdächtige gewesen sein.

Die Sprecherin des Geheimakten-Archivs, Simona Cap-Alb, weist die "Spekulationen" kategorisch zurück: "Seit Ende 2002 hat das Gebäude in der Mures-Straße 1 ausschließlich als Sitz unserer Behörde gedient." Außenminister Teodor Baconschi kommen die "Mutmaßungen", wie er es nennt, "wie die Vorführung eines alten Films" vor. Schließlich seien keinerlei Beweise erbracht worden.

"Wir wissen um die Kritik, verfügen jedoch über keinerlei Informationen zu diesem Thema", hatte auch Staatschef Traian Basescu schon im September versichert. Seit 2005 kursieren in den internationalen Medien immer wieder Gerüchte um angebliche Gefangenentransporte und Geheimgefängnisse der CIA in Thailand, Litauen, Polen - und Rumänien, das 2004 der Nato beigetreten ist.

Einen ersten Höhepunkte erreichte der Skandal um die sogenannten "black sites", als ein Bericht des Europarats 2006 feststellte, dass mindestens 100 Personen von der CIA an geheime Orte transportiert worden seien und ein Europarat-Vertreter Rumänien als eines der Ziele identifizierte. In Rumänien kam jedoch eine einschlägige parlamentarische Untersuchungskommission 2006 zur Schlussfolgerung, dass Rumänien keine CIA-Gefängnisse beherbergt habe.

Dennoch vermutete die New York Times 2009 ein CIA-Gefängnis in Bukarest, in der Nähe des Innenministeriums. Und 2011 gelangten Unterlagen über Flugrouten an die Öffentlichkeit, aus denen hervorgeht, dass geheime Gefangenentransporte der CIA zwischen 2002 und 2005 unter anderem in Bukarest gelandet waren. 2006 sollen die CIA-Zentren geschlossen worden sein, 2009 wurde das gesamte Haft- und Verhörprogramm der CIA eingestellt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert nun, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden: "Die einfache Verneinung genügt nicht mehr" , sagte die für Europa und Zentralasien zuständige AI-Direktorin Nicola Duckworth. Eine Verweigerung der Ermittlungen "stellt einen gravierenden Verstoß gegen Rumäniens Menschenrechtsverpflichtungen dar" .

Baconschi verwies bezüglich einer dazu nötigen offiziellen Anzeige auf den Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg. (Laura Balomiri aus Bukarest/DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
Animation
 
00
10.12.2011, 17:14
und selbst wenn alles rauskommt

und alle die daran beteiligt waren bücher drüber schreiben, dann wird sich auch nix ändern, außer dass die schreiberlinge noch mehr kohle verdienen.

wolfgang10005
08
10.12.2011, 14:46
Bohrmaschinen...

In der gestern auf ARD ausgestrahlten Dokumentation wurden Beweismittel vorgelegt, dass dort Folterungen unter Verwendung von Bohrmaschinen durchgeführt wurden....

Nr.3645
00
10.12.2011, 19:16
welche denn?

gestern war der 9.12. und da würde es mich sehr interessieren welche doku das gewesen sein soll!

NONE
19
10.12.2011, 14:40

Rumänien sofort rauswerfen.

Das ist Hochverrat.

Wir haben bereits die UK als trojanisches Pferd.

Die UK gehört ebenso rausgeworfen und die EU grundlegend reformiert.

NANANANANANANANA BATMAN
00
15.12.2011, 15:38
diese cia-gefängnisse sind überall in europa...

...

...verschwörungstheorie?

Mops
02
10.12.2011, 16:04

Dann aber Bitte auch Deutschland schließlich hat der BND die CIA Folterknechte auf Guantanamo unterstützt.

Theo56
124
10.12.2011, 11:01
Wenn das CIA-Foltergefängnis mit Billigung des rumänischen Staates betrieben wurde (und dafür gibt es eine Reihe von Indizien), dann sollte Rumänien aus der EU ausgeschlossen werden !!!

"Able Danger"
12
10.12.2011, 18:22

Was macht Rumänien denn anders als andere EU-Staaten?

Alle lecken doch den Amis die Stiefel.

Theo56
06
10.12.2011, 19:14
Verstoss gegen die europäische Anti-Folter Konvention des Europarates...

bzw. das Fakultativprotokoll (OPCAT) zur UN-Antifolterkonvention.

centerum censeo
013
10.12.2011, 12:39
oder zumindest: streichung ALLER förderungen

NONE
13
10.12.2011, 14:41

Nein, ein Rauswurf muss her. Es war sowieso ein Fehler Rumänien und die anderen armen Länder zu importieren. Aber wer sein eigenes Land an US Interessen verkauft - auch wie in Pakistan - der hat in der EU einfach nichts zu suchen.

Viel zu lange agierte die EU als Sklave gegenüber den USA.

so ist das
02
10.12.2011, 09:48
Nicht nur in Rumänien wird getäuscht und gelogen

Apropos Lügen: Unser oberster "Leistungsträger" sollte sich gelegentlich daran erinnern, was er in seinem berühmten Leserbrief versprochen hat, in welchem er Volksabstimmungen zu allen wesentlcihen Fragen und Vertragsänderungen im Zusammenhang mit der EU durchzuführen.
Nur, weil sein von ihm offensichtlich verachteter Vorgänger Gusenbauer nicht mehr Kanzler, sein Gönner Dichand gestorben und er jetzt Bundeskanzler ist, braucht er nicht all seine eigentlich existenzbegründenden Aussagen und Versprechen zu vergessen.
Und für auch unser im Zusammenhang mit unserem "Herrn" Bundeskanzler muss ja jetzt wohl immer die Unschuldsvermutung erwähnt werden.

so ist das
14
10.12.2011, 09:24
Rumänien, eine wahre Demokratie, in welcher Gesetze und Menschenrechte geachtet werden - Hahaha!

Rumänien: Ein ideales Mitgliedsland der EU, wo die Menschenrechte geachtet werden und alle Handlungen nach den Grundsätzen der Humanität geschehen.
Ein Land der Räuber und A.. kriecher ist das, das niemals auch nur einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU hätte stellen dürfen. Und, dass dieses Gebilde in den Schengenraum aufgenommen werden soll, ist ein Witz, dessen sich wohl unsere "Leistungsträger" in Wien oder Brüssel nicht bewußt sind.

NANANANANANANANA BATMAN
00
15.12.2011, 15:39
sie machen also die rumänen dafür verantwortlich

dass die CIA auf druck der us-regierung dort gefängnisse betreiben kann?

Fu©k O'Shima
39
10.12.2011, 08:06
So trifft die Finanzkrise die wahren Verbrecher:

* Weg mit der Leitwährung Dollar
* Abstossen der Dollar-Währungsreserven
* Schaffung von Rohstoffbörsen, die nicht in USD notieren
* Weigerung, US-Anleihen unter 7% anzukaufen - wie wollen sich denn die W1xer im eigenen Land refinanzieren???

Jetzt wäre endlich die Solidarität der wirklich "zivilisierten" Welt gefragt!

Ich wär recht neugierig, wie Moody's, Fitch und S&P die völlig überschuldeten USA beurteilen werden, wenn diese einmal die Spielregeln nicht mehr bestimmen können.

NONE
11
10.12.2011, 14:42

Die NATO gehört aber auch aufgelöst.

Ich bin aber pragmatisch - es muss ein EU Verteidigungsbündnis die NATO ersetzen.

Die UK werden nicht dabei sein, aber die gehören sowieso aus der EU rausgeworfen.

Walter Tiefenthaler
05
10.12.2011, 01:24
antiterroranstalt...

...nennt man also eine institution in der nahezu willkuerlich entführte menschen ohne irgendwelcher beachtung ihrer menschenrechte gefoltert und ermordet werden (sofern sie den drohnenattentaten in ihren heimatlaendern entkommen konnten).

nuts1
03
9.12.2011, 23:57

jeder wies es udn schaut weg.... , jaja mich graust es richtug Vor der NATo

wo sol das ncoh hinführen

und wa sits mit guantanamo, hat die flasche (ich entshculdige mcih an alle flaschen) von fridennobelpreisträger irgendwas diesbezüglich unternommen.

Verdammt Coole Schreckschrauwe
24
9.12.2011, 22:55
Wenn das so weiter geht, dass hier einfach Menschen von einem US Geheimdienst verschleppt und in Europa

in geheime Lager gebracht werden, dort vermutlich gefoltert - Gerichtsprozeß gibt es sowieso keinen - dann frag ich mich, wie lange es noch dauern wird, bis sich der Vatikan meldet, um wieder inquisitorisch werken zu können...

ist ja unpackbar, das alles.

Wer will nochmal??
215
9.12.2011, 22:09
gegege! WANN kommt die Ausrede, dass Schwarzenegger und Co dort halt grad einen neuen Action-Movie drehen? ... Die USA sind - auch einer bestimmten Ebene - schlicht und einfach ein Terrorstaat. Basta!

zimbo
 
11
10.12.2011, 07:12
Und die EU Zweigstelle und Handlanger der Menschenrechtsverbrechen.

Warum sonst hat sich keine der Marionetteninstitutionen gekuemmert

bula sagt
013
9.12.2011, 21:01
rumänien war den usa

schon immer sehr zugeneigt.
und ein land, dem seine "revolution" von einer neuen nomenklatura - darunter genügend ehemalige securitate mitarbeiter und mitläufer - gestohlen wurde, war und ist doch der ideale partner für die freundlichen verhörspezialisten der cia und anderer amerikanischer freundschaftsorganisationen.

GG22
340
9.12.2011, 19:49
Nennen wir es ruhig Folterlager,

anstelle euphemistisch CIA-Gefängnis.

papst benedikt
12
10.12.2011, 15:52

vielen dank für den hinweis auf das manipulative "wording", das wir in unseren "freien medien" täglich serviert bekommen.
das einzige, wovon unsere medien "frei" sind, ist übrigens journalistischer ethos.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.