Eine Wahl, zwei Sieger

9. Dezember 2011, 19:56
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    foto: ap/delay

    Eine Armeepatrouille in Kinshasa, im Vordergrund stehen mit Müll gefüllte Wahlurnen.

Wahlkommission: Amtierender Präsident Kabila mit 49 Prozent bestätigt - Oppositionsführer Tshisekedi: "Betrachte mich als gewählter Präsident"

Johannesburg/Kinshasa - In der Demokratischen Republik Kongo hat sich nach der Präsidentenwahl der oppositionelle Herausforderer Etienne Tshisekedi am Freitag selbst zum Präsidenten ausgerufen. Zuvor war Amtsinhaber Josef Kabila von der Wahlkommission zum Sieger der Stichwahl erklärt worden. "Ich betrachte diese Ergebnisse als eine echte Provokation des kongolesischen Volkes. Als Konsequenz betrachte ich mich ab heute als gewählter Präsident der Demokratischen Republik Kongo", sagte Tshisekedi dem Sender RFI Radio.

Der 78-jährige Oppositionsführer dankte seinen Landsleuten "für ihr Vertrauen". Sie sollten "angesichts der kommenden Ereignisse wie ein Mann hinter mir stehen". Die "internationale Gemeinschaft" solle ihren Einfluss geltend machen, um weiteres Blutvergießen auf kongolesischem Boden zu vermeiden. Bei Zusammenstößen von Anhängern rivalisierender Gruppen waren nach Angaben von Human Rights Watch zuvor mindestens 18 Menschen getötet worden.

Leere Straßen in Kinshasa

Kurz vor Bekanntgabe des Ergebnisses leerten sich die Straßen der Hauptstadt Kinshasa. Bereitschaftspolizisten in voller Montur gingen in Stellung. Gleichzeitig waren in einigen Stadtvierteln Schüsse zu hören. Kabila hat mit dem Einsatz der Armee für den Fall gedroht, dass Proteste gegen das Wahlergebnis aus dem Ruder laufen sollten.

Kabila erhielt nach Angaben der Wahlkommission 49 Prozent der abgegebenen Stimmen und setzte sich gegen zehn andere Kandidaten durch. Sein stärkster Rivale Etienne Tshisekedi kam demnach auf 32,3 Prozent. Nach dem Wahlgesetz ist eine Stichwahl nach einer Verfassungsänderung im Jänner nicht notwendig, dem Sieger reicht eine einfache Mehrheit. Das Wahlergebnis sollte noch vom obersten Gericht bestätigt werden.

Internationale Beobachter hatten Unregelmäßigkeiten während der Abstimmung kritisiert. Drei Oppositionskandidaten forderten die Annullierung der Wahl. Ursprünglich sollte der Gewinner bereits am Dienstag bekanntgegeben werden, jedoch konnten nach Behördenangaben nicht alle Wahlzettel aus den entlegenen Gebieten des riesigen Landes rechtzeitig ausgezählt werden. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 58 Prozent der 31 Millionen registrieren Wähler.

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der ärmsten Länder der Welt. Etwa fünf Millionen Menschen starben in einem erst 2003 zu Ende gegangenen Bürgerkrieg. Im Norden und Osten des Landes kommt es noch immer zu Gewalt. Kabila übernahm das Präsidentenamt im Jahr 2001 nach der Ermordung seines Vaters, Präsident Laurent-Desire Kabila. (APA/Reuters)

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13 Postings
Chien de Pique
00
10.12.2011, 13:28

Na, hoffentlich geht das gut aus. Ich weiß sowieso nicht, warum derart ungefestigte Staaten fast immer (semi)präsidiale Systeme haben, das ist Gift für sie.

Josef Mayer4
00
10.12.2011, 12:53
jetzt gibts...

... bresl :-(

HansPeter10
42
10.12.2011, 10:36

In solchen Ländern Wahlen abzuhalten ist sowieso Nonsens. Die hauen sich vorher und nachher die Schädel ein.
Demokratie? Was soll das sein, damit kann man dort nichts anfangen.

Totaler Durchblicksstrudel
01
10.12.2011, 14:06

Richtig, wir sollten diese Länder kolonialisieren und ihre Bevölkerung versklaven.

Voll in die Kaldaunen!
00
10.12.2011, 13:48
Dass sich die Spießbürger nie ändern:

Andrer Bürger:

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

Dritter Bürger:

Herr Nachbar, ja! so laß ich's auch geschehn:
Sie mögen sich die Köpfe spalten,
Mag alles durcheinander gehn;
Doch nur zu Hause bleib's beim alten.

nwanma
00
10.12.2011, 12:01

Na wir haben das auch erst mühsam lernen müssen vor nicht so langer Zeit

Herzerzog Johann
00
10.12.2011, 09:33
Staaten, welche die Bezeichnung "demokratisch" ...

... im Namen führen, haben es offensichtlich auch nötig.

Warentester
00
9.12.2011, 21:29

Tshisekedi soll aufpassen. Wenn er Westkanditat Kabila weiter nervt, kommt man in Den Haag (nach entsprechenden Anruf) gach drauf, dass er ein böser Kriegverbrecher ist, der schleunigst eingesperrt werden muss...

Oscar W
03
9.12.2011, 21:09
na super

lord of war, du hast wieder (mehr) arbeit

Andreas Hofer10
00
9.12.2011, 19:41

Ach Du lieber Gott, fangt dieses Theater jetzt auch hier an.

comandante che
00
9.12.2011, 19:28
"Betrachte mich als gewählter Präsident"

Ordentlich Deutsch kann er auch nicht, der "gewählte Präsident" ;-)))

blubbandkill
21
9.12.2011, 21:48
Stell dir vor, im Kongo spricht man nämlich Französich....

comandante che
02
10.12.2011, 01:10
Stell dir vor, da wäre auf den Standard und die APA gemünzt!

hamma das behirnt?
;-)))

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