Ergebnis soll bis Mitte Jänner 2012 vorliegen - An Sozialplan wird gearbeitet
Salzburg - Bei Sony DADC haben am heutigen Freitag die
Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau im Werk Anif bei
Salzburg begonnen. Aufgrund des wegbrechenden Geschäftes mit CDs und
DVDs seien Umstrukturierungen notwendig, begründete
Unternehmenssprecherin Christina Schobesberger. Wie
viele der mehr als 1.300 Mitarbeiter im Bundesland Salzburg betroffen
sein werden, wurde am Freitag noch nicht bekannt.
"Wir hatten in den letzten Jahren jeweils mehr als zehn Prozent
Rückgang beim Absatz von CDs und DVDs, weil zunehmend auf digitalen
Vertrieb über das Internet umgestiegen wird", so die Sony-Sprecherin.
Darauf habe man reagieren müssen und werde nun die Kräfte in Europa
neu bündeln und Doppelgleisigkeiten beseitigen. Gleichzeitig setzt
Sony aber auf neue Geschäftsfelder, etwa digitale Dienstleistungen,
die die bisherigen Disc-Kunden ansprechen. Außerdem wird verstärkt
auf Bio Science gesetzt, hier werden unter anderem intelligente
Probeträger entwickelt, die bei der Diagnose von Krebserkrankungen
oder bei Drogenschnelltests verwendet werden können.
Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen werde es zum Abbau von
Stellen kommen, die Mitarbeiterzahl werde aber "auf jeden Fall auch
nachher vierstellig bleiben", so Schobesberger. Die kolportierten 300
Stellen, die gestrichen werden sollen, seien sicher zu hoch
gegriffen. Außerdem blieben mit Sicherheit beide Werke in Salzburg,
also neben Anif auch Thalgau, erhalten.
In der ersten Verhandlungsrunde haben heute Geschäftsführung und
Betriebsrat, der auch von der Gewerkschaft unterstützt wurde, ihre
Vorstellungen eingebracht. Beide Seiten gaben sich anschließend sehr
zugeköpft: Die Geschäftsführung wollte sich gar nicht äußern,
Betriebsrats-Vorsitzender Fritz Wodnar berichtete, dass man an einem
Sozialplan arbeite. Laut Gewerkschafter Gerhard Zuckerstätter ist die
Unternehmensleitung sehr um eine sozial verträgliche Lösung bemüht,
das Gespräch sei in gutem Klima verlaufen. Laut Schobesberger soll
bis Mitte Jänner 2012 ein Ergebnis vorliegen. (APA)