Vertrag umfasst unter anderem die gemeinsame Durchführung von Experimenten im Weltall
Wien - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und ihr chinesisches Pendant, die CAS (Chinese Academy of Sciences), haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um gemeinsam Experimente zur Quantenphysik im Weltall durchzuführen und die dafür notwendigen Technologien und Infrastruktur zu entwickeln. Die Vereinbarung wurde am Freitag von den beiden zuständigen Institutsdirektoren, den Quantenphysikern Jian-Wei Pan und Anton Zeilinger, in China unterzeichnet, wie die ÖAW mitgeteilt hat.
Bei der Zusammenarbeit geht es um die Erforschung zentraler Fragen der Quantenphysik über riesige Distanzen, die am Boden nicht mehr realisierbar sind. Die sogenannte Quantenverschränkung wurde bisher schon via Fasern über einige Kilometer bzw. auch über optische Freiraumstrecken von mehr als 100 Kilometern zwischen den kanarischen Inseln La Palma und Teneriffa überprüft. Nun sind Experimente über mehrere tausend Kilometer von einem chinesischen Satelliten aus vorgesehen, der unter anderem verschränkte Paare von Photonen zu optischen Bodenstationen verteilen soll. Die bereits von Albert Einstein als "spukhafte Fernwirkung" bezeichnete Quantenverschränkung sollte über unendlich große Distanzen funktionieren.
Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW, dessen Wiener Abteilung gemeinsam mit der Uni Wien errichtet wurde, soll sowohl an der Entwicklung der notwendigen Technologien im All als auch an jener am Boden mitarbeiten. Die Einladung von chinesischer Seite stelle "eine besondere Anerkennung der Forschung in Wien dar", so die ÖAW in ihrer Aussendung. (APA/red)