Missbrauchsbetroffene

"Man konnte meinen Willen niemals brechen"

9. Dezember 2011, 17:01
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    foto: privat

    Schrieb das autobiografische Buch "Tote Kinderseele": Hermine Reisinger.

Hermine Reisinger schrieb ein Buch über ihr Leben, das Mut machen soll

Villach - Hermine Reisingers (60) Lieblingsplatz ist die Atelierecke in ihrer Wohnung. Dort hat sie eine Art kleinen Altar aufgebaut. In der Mitte steht ein Foto, das sie als Mädchen mit blonden Löckchen zeigt. Daneben eine Katze und ein Clown aus Keramik. An der Wand hängen selbstgemalte Bilder, in denen Reisinger ihr Leben verarbeitet: ein Leben, geprägt von Abgründen.

Geboren als "Bankert", als sechstes Kind einer ledigen Mutter, mit 32 Tagen ins Waisenhaus gegeben. Der Pflegevater vergeht sich an der Zweijährigen, mit zwölf ist sie von ihm schwanger, das Kind wird abgetrieben. Die Pflegemutter schaut weg. Mit 14 zeigt sie den Pflegevater an.

Zum Fiasko gerät auch das Leben draußen: Nach einer Vergewaltigung gebiert Reisinger eine Tochter, die sie zur Adoption freigeben muss, es folgen Prostitution, Alkohol- und Drogenexzesse: ein Mensch, betrogen um sein Leben, mit einer "toten Kinderseele".

Diesen Titel gab Hermine Reisinger auch ihrem Buch, in dem sie ihren Weg "out of the dark" beschreibt. Es ist dieser Tage im Klagenfurter Wieser-Verlag erschienen.

Hermine Reisinger ist ganz anders, als man sich eine Missbrauchsbetroffene gemeinhin vorstellt. Die kleinwüchsige, quirlige Frau lacht viel, sie spielt gern den Clown. Das tat sie schon als Kind, um ihre Qualen zu ertragen. Erst mit 42 Jahren hatte sie die Kraft, sich herauszukämpfen, begann mit Alkohol- und Drogenentzug und ließ sich zur Glaskünstlerin ausbilden. Bis heute ist sie clean und kämpft für Kinder, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben: "Das Wort Missbrauch gehört abgeschafft. Es schützt die Täter, weil es verharmlost. Aber hier geht es um brutale sexuelle Gewalt und um Macht." Deshalb fordert Reisinger auch, dass die Namen Pädophiler öffentlich gemacht werden sollen. Auf ihrer Homepage www.gegensexuellegewalt.at finden Betroffene Rat und Hilfe.

Kann Hermine Reisinger ihren Pflegeeltern verzeihen - zumal ihr Pflegevater wegen Verjährung freigesprochen wurde? "Nein. Ich habe ihnen nur ihre Seelen zurückgegeben." Erst mit dem Tod der Täter habe die Aufarbeitung der Traumata begonnen, sagt Reisingers Psychotherapeutin Jutta Menschik-Bendele. Sie hat Reisinger ermutigt, ihr Buch zu schreiben.

Tochter wiedergefunden

Viele Opfer sexueller Gewalt verlieren Sprache, Glaubwürdigkeit und Selbstwertgefühl. Ihnen soll Reisingers Buch Mut machen."Man konnte meinen Willen niemals brechen", sagt sie. Diese Überlebenskraft brachte ihr "im Milieu" den Spitznamen "eiserner Karl" ein, ließ sie ihre Tochter wiederfinden. Hermine Reisinger lebt heute in Villach, bezieht Mindestrente und ist "zufrieden". Weil es trotz allem eine Zukunft gibt: Tochter und Enkelkind. (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 53
1 2
M. Eberhardt
134
11.12.2011, 15:38

lügengeschichten

suboptimal
 
38
11.12.2011, 17:57
Na da richten wieder mal die Richtigen ihren feuchten Fokus auf ein Opfer.

Verfügt M. Eberhardt über ein "Spezialwissen" - oder steht er gar selber auf ihrer Homepage
am Pranger? Erstaunlich, wie viele Mitwisser, Besserwisser, Alleswisser in solchen Foren auftauchen, um die Leistung von Opfern und die Opfer selbst noch einmal richtig klein zumachen und dadurch ihr eigenes krankes Ego zu erhöhen.
Oder ist er nur so ein großartiger selbsternannter Experte wie die zwei wichtigen Schwurbelmännchen mit ihrer "Expertise" über ihr erfundenes "Normverhalten" von Traumamenschen, dem nicht zu entsprechen ihr Beweis dafür ist, dass es kein Trauma gab?

Die Bücher von Valérie Valère, Sabine Dardenne (Dutroux-Opfer), Jaycee Lee Dugard, Natascha K. und Hermine R. stehen in allen Fachbibliotheken und beweisen das Gegenteil.

steppi1
24
11.12.2011, 15:32
Was immer ich in der Sache Missbrauch Minderjähriger lese,

veranlasst mich zu fordern, dass es für Verbrechen dieser Art so wie für Mord keine Verjährung geben darf.
Vor allem bei Kindern dauert es extrem lange, bis sich jemand überhaupt traut, die Sache jemandem mitzuteilen oder sich dahingehend zu "outen", missbraucht worden zu sein. Das heisst, dass das Verbrechen selbst sich bereits den eigenen "Freispruch" bereitet.

sinnreich
38
11.12.2011, 10:44

diese frau wurde als zwei(!)-jährige und bitte stellen sie sich die physionomie eines zweijährigen kindes vor, vom pflegevater (der wohl vom staat finanziert war) missbraucht. die kann von mir aus auf ihre homepage schreiben was sie möchte, sollte ja wohl kein portal für angehende juristen sein sondern die möglichkeit der verarbeitung. ich wünsche ihr auf jeden fall dass sie mit dem buch soviel kohle verdient dass sie nicht mehr auf die mindestsicherung angewiesen ist.

peter schmidt
 
32
11.12.2011, 20:51
stelle ich mir schrecklich vor.

gott sei dank kann sich aber kein mensch an seine ersten 3 Lebensjahre erinnern.

So Nina
22
12.12.2011, 15:12
Achja?

Sie sollten nicht verallgemeinern....

zippy
24
12.12.2011, 05:40

doch. das gibt es

JosefGott
22
11.12.2011, 23:10

Nicht Chuck Norris. Der erinnert sich an die Zeit bevor er den Gott erschuff.

Kondratjew -Zyklus
 
00
11.12.2011, 06:03
Notorisch "Besucher" des Wilhelminenbergs sollen auch "Erzieher" anderer Heime gewesen sein.

JosefGott
189
10.12.2011, 01:21

Sie hätte meinen Respekt, wenn sie nicht so viel Schwachsinn auf ihrer Seite schreiben würde... z.B. dass man mit einer bedingten Strafe nicht als vorbestraft gilt oder dass man in die KiPo Szene nur was bekommt wenn man eigenes Material hochlädt usw.
Im allgemeinen übernimmt sie Zeitungsmeldungen und schreibt ihren Schwachfug dazu, mit dem sie beweist dass sie nicht die geringste Ahnung hat.

Kondratjew -Zyklus
 
21
11.12.2011, 06:08
Wenn sich schon jemand als "Kämpferin für die Opfer" sieht ...

Aber der Markt verlangt Missbrauchsvoyeurismen.

sooo funny
21
12.12.2011, 12:14
den voyeurismus, den sie monieren

gibt es nur bei einer entsprechenden realität. es ist billig, den voyeurismus zu kritisieren und nicht die dahinterstehenden fakten. dagegen immer wieder eindeutig und unmissverständlich stellung zu beziehen, wäre das eigentliche anliegen. steht die kritik am opfer im vordergrund, relativiert man die tat. und von der allgemeinen relativierung, verleugnung und verharmlosung profitieren am allermeisten die täter. das kanns nicht sein.

peter schmidt
 
19
10.12.2011, 14:19
offenbar sieht sich niemand diese Seite auch mal an.

Anders sind die roten Stricherl nicht zu erklären.

suboptimal
 
414
10.12.2011, 15:22
Vielleicht weil bei so einer Biographie und bei so einem Engagement

ein paar formale Kinkerlitzchen auf ihrer Homepage und ihr etwas (*hups*) lockerer Umgang mit der Unschuldsvermutung das Gesamte gar nicht aufheben können.
In der Sicht vieler Menschen ist zum Beispiel eine bedingte Verurteilung ein Nichts, weil Nicht-Sitzen müssen oder lächerliche Geldstrafen für ein Verbrechen an Kindern in ihren Augen (und auch in meinen) wie auch in den Augen der verurteilten Täter sozusagen keine Strafe, sondern höchstens eine Du-du-Verwarnung für ein Kavaliersdelikt ist.

Sie drückt sich ungewöhnlich aus, bewertet schärfer als gewohnt, wählt überspitzte Formulierungen, die nicht jedem gefallen? Na wenn schon. Hermine Reisinger hat jedes Recht der Welt auf eine radikale Meinung.

JosefGott
25
10.12.2011, 18:09

Aus meiner Sicht ist eine Bedingte wohl eher ein Schuss vor den Bug und kannn sehr wohl abgesessen werden wenn der Täter Bewährungsauflagen missachtet oder wieder gleich gelagerte Straftaten verübt.
Hermine hat zwar als Opfer das Recht radikal zu sein, aber Lügen verbreiten darf sie trotzdem nicht.

monothematisch
52
11.12.2011, 00:17

Hermine? Sind Sie per Du mit Frau Reisinger?

JosefGott
55
11.12.2011, 00:51

Wenn es ihr nicht passen würde, hätte sie schon was geschrieben.

siliconvalley
211
10.12.2011, 00:29
"„Mein Pflegevater hat dem Richter nämlich gesagt, er habe mich ja nur zwischen sechs und elf missbraucht, also könne ich nicht als Zwölfjährige von ihm schwanger geworden sein“, erinnert sich Reisinger. "

Quelle: http://www.woche.at/klagenfur... 60950.html

"Kinderschaender haben eine starke Lobby".

Schaut so aus ;-(

LCD
23
10.12.2011, 20:44
Sie hat ihn ja mit 14 angezeigt...

Wenn er sich an ihr zwischen sechs und elf vergangen hat, wieso war es dann verjährt? Vrjährung beginnt mit der Volljährigkeit+10 Jahre oder so.
@Saskijan, vielleicht würden sie uns aufklären?

Saskijan
39
10.12.2011, 22:46
1968

@LCD
...war die Verjährungsfrist 5 Jahre wie bei der kath.Kirche bis 2010! Klarer jetzt?

www.gegensexuellegewalt.at

LCD
01
13.12.2011, 14:01

Die Anzeige war aber innerhalb von den 5 Jahren erfolgt, oder?

Information und aufklärung:
gegensexuellegewalt.at-Forum: http://reisinger.forenworld.at

JosefGott
02
11.12.2011, 21:11

Katholische Kirche ist kein strafrecht-Verfolgungsorgan, wie kann sie also Verjährungsfristen haben? Sie beweisen erneut ihre Unwissenheit.

siliconvalley
310
10.12.2011, 00:21
Hermine Reisinger lebt heute in Villach, bezieht Mindestrente und ist "zufrieden"

hoffe das Buch verkauft sich gut und hilft das Leben von der Mindestrente ein bissl aufzubessern.

suboptimal
 
310
9.12.2011, 19:16
Alles Gute, meinen uneingeschränkten Respekt hat sie,

auch wenn ich nicht jede Meinung von ihr uneingeschränkt teile. Das soll meinen Respekt für diese tapfere Frau aber nicht schmälern. Als "Archiv des Schreckens" und als Dokumentation der österreichischen Alltagsgeschichte ist ihre Homepage sehr gut zu gebrauchen.

Erwin Wolfram
40
10.12.2011, 00:23
...

eher soll man die homepage nicht fuer etwas anderes gebrauchen, sie entsteht um zu ziegen, dass entschaedidung und wiedergutmachung und ehrung hier angebracht ist!

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