Kritik an hochdotierten Regierungsverträgen mit chinesischen Firmen

9. Dezember 2011, 14:53

Deals im Wert von 553 Millionen Dollar wurden mit ausländischen Firmen abgeschlossen

Die Parlamentsdiskussion über das Budget für 2012 sorgte im von Robert Mugabe diktatorisch regierten Simbabwe für Aufregung. Konkret kritisierte Paddy Zhanda, der Vorsitzende des zuständigen parlamentarischen Ausschusses, dass mit ausländischen - vor allem chinesischen - Unternehmen Verträge im Wert von 553 Millionen US-Dollar abgeschlossen wurden. "Simbabwe hat eine sehr hohe Arbeitslosenrate und leidet unter einer Liquiditätskrise. Wir bitten den Finanzminister inständig, dieses Ausbluten zu stoppen", sagte Paddy Zhanda.

Bereits in Sitzungen zuvor wurde von anderen Parlamentariern kritisiert, dass chinesische Firmen viele Aufträge bekommen würden, um dann billige Arbeitskräfte für Hilfsarbeiten ins Land zu bringen, während Einheimische keine Arbeit finden würden.

Zu den Projekten, die nun von ausländischen Firmen verwirklicht werden, zählen unter anderem der neue Parlamentskomplex (134 Millionen) und mehrere Universitäten. Für den Bau der nationalen Verteidigungsakademie bekam das Land einen Kredit von 98 Millionen Dollar, der während der nächsten 20 Jahre abbezahlt wird. Das Geld zur Abbezahlung kommt aus den Erträgen einer Diamantenmine, die gemeinsam von einer chinesischen Firma und der nationalen Armee Simbabwes bearbeitet wird.

China wird immer wieder vorgeworfen, finanzielle Kolonisation in Afrika zu betreiben. Das asiatische Land hat in den letzten Jahren immer wieder autoritäre Regimes finanziell unterstützt, um im Gegenzug zu günstigen Ressourcen zu kommen. (red, derStandard.at, 9.12.2011)

Gilgamesh
00
11.12.2011, 10:52

Man nehme eine mordende Diktatur, füge wahlweise Rotchina, oder Putistan hinzu und man hat eine menschenverachtende Freundschaft....

Bezeichnend, dass sowohl Putistan (Russland), als auch Rotchina von beinahe jeder mordenden Diktatur der beste Freund ist und dass diese beiden Staaten immer wieder Sanktionen gegen mordende Länder verhindern.

Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob Staaten wie Rotchina, Putistan, USA, wirklich das Recht haben sollten, Entscheidung der Weltgemeinschaft mit einem Veto zu torpedieren...

Elettra
00
10.12.2011, 22:44
Die nehmen nun hald lieber

statt dem weichen Dollar den harten chinesischen Rénmínbì

fluß
41
10.12.2011, 11:39
Übliches westliches Kriegspropaganda Geschrei

Weil die Länder von den Wirtschaftsbeziehungen zu China profitieren, schreien die EUSA Feuer. Die Afrikaner lassen sich nicht mehr für einen Apfel und ein Ei ausbeuten, weil es Konkurrenz hauptsächlich aus China (aber auch Brasilien, etc..) gibt. Welch ein Skandal. Da muß wieder die ganze Palette her, um China als den Weltkriegsfeind Nummer drei aufzubauen. Einzugestehen, dass man in Afrika trotz oder vielleicht sogar wegen der fürsorglichen Politik des Westens regelmäßig Hungerkatastrophen hat, ist natürlich nicht drin. Schimpfen auf China ist immer gut sagt die CIA. Denn wenn China so weiter tut ist es mit den Hungerkatastrophen bald vorbei in Afrika. Womit soll man dann die Vorzüge des eigenen Systems begründen?

rubbberduck
00
10.12.2011, 22:43

die afrikaner lassen sich noch immer für einen apfel und ein ei ausbeuten. die ausbeuter sind aber diesmal die chinesen. die einfachen menschen profitieren ja auch nicht, sondern nur die politischen führer und deren freunde.

NONE
02
10.12.2011, 11:38

Und China ist nur schlauer - was China vorgeworfen wird passiert über die westlichen Länder genauso. Die hatten noch nie Skrupel mit einer Diktatur Geschäfte zu machen.

Siehe ALLE Deals mit dem Saud Regime. Die werden auffallend selten kritisiert.

NONE
00
10.12.2011, 11:38

"Für den Bau der nationalen Verteidigungsakademie bekam das Land einen Kredit von 98 Millionen Dollar, der während der nächsten 20 Jahre abbezahlt wird."

So funktioniert die "Entwicklungshilfe" - über Kredite wird ein Land verschuldet, der Diktator und seine Freunde profitieren davon, und die nachkommende Generation soll diese Korruption dann finanzieren.

Finanziert von Worldbank und IMF.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.