Deals im Wert von 553 Millionen Dollar wurden mit ausländischen Firmen abgeschlossen
Die Parlamentsdiskussion über das Budget für 2012 sorgte im von Robert Mugabe diktatorisch regierten Simbabwe für Aufregung. Konkret kritisierte Paddy Zhanda, der Vorsitzende des zuständigen parlamentarischen Ausschusses, dass mit ausländischen - vor allem chinesischen - Unternehmen Verträge im Wert von 553 Millionen US-Dollar abgeschlossen wurden. "Simbabwe hat eine sehr hohe Arbeitslosenrate und leidet unter einer Liquiditätskrise. Wir bitten den Finanzminister inständig, dieses Ausbluten zu stoppen", sagte Paddy Zhanda.
Bereits in Sitzungen zuvor wurde von anderen Parlamentariern kritisiert, dass
chinesische Firmen viele Aufträge bekommen würden, um dann billige
Arbeitskräfte für Hilfsarbeiten ins Land zu bringen, während Einheimische keine Arbeit finden würden.
Zu den Projekten, die nun von ausländischen Firmen verwirklicht werden, zählen unter anderem der neue Parlamentskomplex (134 Millionen) und mehrere Universitäten. Für den Bau der nationalen Verteidigungsakademie bekam das Land einen Kredit von 98 Millionen Dollar, der während der nächsten 20 Jahre abbezahlt wird. Das Geld zur Abbezahlung kommt aus den Erträgen einer Diamantenmine, die gemeinsam von einer chinesischen Firma und der nationalen Armee Simbabwes bearbeitet wird.
China wird immer wieder vorgeworfen, finanzielle Kolonisation in Afrika zu betreiben. Das asiatische Land hat in den letzten Jahren immer wieder autoritäre Regimes finanziell unterstützt, um im Gegenzug zu günstigen Ressourcen zu kommen. (red, derStandard.at, 9.12.2011)