Frauen in der Technik

Was aus TU-Absolventinnen wird

9. Dezember 2011, 15:25

Berufsbiografische Interviews zur Ermutigung von Mädchen zur Technik

Sie sind auf vielfältigen beruflichen Wegen unterwegs, ihr Weltbild ist weniger technisch, eher das Soziale einschließend geprägt. Ihre Erfolgsdefinition basiert mehr auf subjektiven Erfolgskriterien als das ihrer männlichen Kollegen in vergleichbaren Berufen und ist sehr stark persönlich geprägt.

Es gibt zwar nur wenige Frauen in der Technik in Top-Positionen wie Monika Kircher-Kohl und Sabine Herlitschka im Infineon-Vorstand. Auch ist der Anteil an weiblichen Studierenden an der TU Wien mit 23 Prozent (2010) nicht gerade hoch. Und: Die Uni selbst wurde auch wegen der Behandlung von Frauen, wenn es um die Besetzung in der Lehre geht, gerügt. Dennoch: Es scheint sich schon etwas zu bewegen.

Christiana Hörbiger (Gesellschafterin Hörbiger-Konzern) hat nun gemeinsam mit dem Alumni-Club der TU Wien nicht die berühmte "leaky pipeline" angeschaut, sondern von Ina Wagner berufsbiografisch forschen lassen, um Role-Models aus dem Hause zu identifizieren und zu profilen: 25 Tiefeninterviews mit in der Wirtschaft erfolgreichen Absolventinnen wurden geführt.

Die Befragten berichten vereinzelt von Diskriminierungserfahrungen, allerdings ohne Ohnmachtsgefühle. Hohen Einsatz und Unterstützung im Umfeld nennen sie als Ingredienzen, auch wenn es um die Vereinbarkeit mit Kindern geht, welche als sehr große organisatorische Aufgabe empfunden wird. Ihr gutes Managementgehalt nennen sie als Hilfe dafür.

Der Aufbau von beruflichen Netzwerken wird als wichtiger Teil, wenn nicht sogar als Bedingung für Erfolg gewertet. Mentoring- und Coachingkonzepte werden lobend erwähnt. Immerhin die Hälfte der Frauen nennt männliche Vorgesetzte als starke Förderer. Ob es am Sample liegt oder so ist: Alle betonen die Machbarkeit guter Karrieren.

Die Ergebnisse sollen nun an Schülerinnen, Maturantinnen herangetragen werden, gleichzeitig plant die TU Wien, im Studienangebot karrieretechnisch nützliche Fähigkeiten verstärkt in die Vermittlung einzubauen. (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.12.2011)

Kommentar posten
21 Postings
Anton J. Helmreich
08
12.12.2011, 05:20
dieser artikel ist zwar nur hirnloses geschwafel

aber ich bin absolut für mehr frauen in der technik..
istfür die frauen gut, für die männlichen kollegen und für die technik...

habe leider nur wenige, aber ausschliesslich positive erfahrungen gemacht..

nina yankow
00
13.12.2011, 14:55

nur leider hat man hierzulande in VS und HS/AHS mehr religionsunterricht als technikunterricht (technisches werken, physik, ...) und zumindest in den HS oftmals nichtmal qualifizierte lehrende - da darf die BE-lehrerin werken und der geolehrer physik unterrichten, meist ihren kenntnissen entsprechend low-level.

so wird das interesse an technik nicht gefördert. wie viele mädchen, die nie einen schaltkreis od. ähnliches gebastelt haben, kommen auf die idee, einen entsprechenden "männerberuf" zu wählen? dass männer "sowas" können und gerne machen, ist mehr od. weniger gesellschaftlicher konsens. ob man als mädchen ausreichend interesse und fähigkeiten hat, weiß man erst, wenn man's ausprobieren kann.

metalwoman
02
13.12.2011, 17:05

Genau, und dazu gibts immer noch die Trennung in Technisches und Textiles Werken.
Ich persönlich wäre heute sehr froh, wenn ich irgendwann mal Erfahrungen mit Technik hätte sammeln können, aber als Zehnjährige wurde mir das einfach ausgeredet. Mädchen werden ja oft und gern zum Stricken und Häkeln geschickt und später dann in Schulen, wo man möglichst wenig Mathe und Naturwissenschaften, aber viiiel "fürs Leben" (= kochen, putzen, nähen, ...) lernt. Dass man im Leben auch Technikkenntnisse brauchen kann, hat sich noch wenig herumgesprochen. Warum wird Mädchen so was häufig vorenthalten?

soamist
80
11.12.2011, 16:24
die besten chancen für absolventinnen

bieten sich im facility management

leo lander alias mont tatont
92
11.12.2011, 10:24
die TU scheint im schlechten Zustand

Aufgerieben zwischen rechten Sesselwärmern und linken blabla Emanzen, wohl nur noch in Nischen zu empfehlen.

der gärtner
96
10.12.2011, 16:44

was die nicht verstehen ist, dass die meisten studentinnen gar keine karriere machen wollen,

sondern nur einen gemütlichen, aber nicht zu langweiligen, job mit hohem sozialen prestige.

The Chaos Path
03
12.12.2011, 10:14

und das ist bei den männern anders...? :X

keywords
01
12.12.2011, 10:05

ja, genau.
auf welche umfrage/statistik/evaluierung/veröffentlichung beziehen sie sich da?

gauxx
08
10.12.2011, 17:03

Das mag für so manche Studienrichtung stimmen, allerdings nicht nur für Frauen.

Hier geht es um die TU, dort habe ich keine einzige Studentin kennengelernt, auf die ihre Aussage zutrifft. Fehlt bloß noch zu unterstellen, dass sich die meisten den akad. Grad "erheiraten" wollen.

anra10
012
10.12.2011, 13:08

" ...leaky pipelines, Samples und Mentoring- und Coachingkonzepte, Role-Models profilen, ..." - aber nicht eine nennenswerte Aussage im Artikel - ???

King of Cowards
00
10.12.2011, 23:39
Sie haben recht.

Fehlt nur noch, dass irgendwo was von "Rahmenbedingungen" steht.

der gärtner
12
10.12.2011, 16:38

auf deutsch:

eine mischung aus freunderlwirtschaft, korruption und amtsmissbrauch

= networking

Kondratjew -Zyklus
 
210
10.12.2011, 04:08
Ina Wagner - die größte Enttäuschung meiner Studentenvertreterlaufbahn.

Wesentlich am Niedergang der Wiener Informatik beteiligt.

sentencedx
00
11.12.2011, 01:16
Ina Wagner VOs...

...waren der unnötigste, langweiligste müll überhaupt.

Kondratjew -Zyklus
 
23
11.12.2011, 05:41
Und erst ihre Mitarbeiter/innen, Diplomand/inn/en, Dissertant/inn/en und Habilitant/inn/en !

Sie selbst ist ja habilitiert aus "Curriculumtheorie" und wurde wegen eines Irrtums (IFIP-Reisen) an die TU Wien geholt.

Kondratjew -Zyklus
 
02
10.12.2011, 04:06
Absolventinnen der Architektur sind fast ausschließlich in qualifikationsfernen Berufen tätig.

Adolf Ogi
01
12.12.2011, 12:40
kein Gender-Gap

das trifft auf männliche Absolventen der Architektur genau so zu.

Kondratjew -Zyklus
 
00
12.12.2011, 14:43
Das stört die dortigen Lehrpersonen aber nicht im geringsten !

SiSe
10
10.12.2011, 10:37

Können sie das auch belegen bzw. was macht die Qualifikation für ein spezielles Berufsfeld bei der Architektur aus?

Kondratjew -Zyklus
 
00
10.12.2011, 15:14
In Österreich ist das leicht : Staatlich geprüfter und befugter/

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