Eine kurze Geschichte der Android-Evolution

Hintergrund11. Dezember 2011, 10:45
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Ein Rückblick auf die bisherige Geschichte von Googles mobilem Betriebssystem zeigt dessen rasche Entwicklung

Angesichts der Entwicklung von Android ist es kaum zu glauben, dass Google die erste Version des mobilen Betriebssystems erst im Herbst 2008 veröffentlicht hat. Mit Ice Cream Sandwich ist Android mittlerweile bei Version 4.0 angekommen. The Verge gibt einen Rückblick auf die bisherige Entwicklung des Systems mit zahlreichen Screenshots.

Am Anfang war das Dream

Im Herbst 2008 erblickte mit dem G1 - auch HTC Dream genannt - das erste Android-Smartphone das Licht der Welt. Erfunden hat Google das System allerdings nicht. Der Suchmaschinen-Riese übernahm den Entwickler Android Inc. bereits im Jahr 2005 und kündigte Ende 2007 offiziell an, ein eigenes Betriebssystem für Smartphones zu entwickeln. Android Inc. war 2003 von Andy Rubin, Rich Miner, Nick Sears und Chris White gegründet worden. Mit der Übernahme holte Google auch Miner und White an Bord und machte Rubin zum Chef der Android-Entwicklung.

Die Key-Features von Beginn an

Auf dem HTC Dream lief zunächst Android 1.0, im Februar 2009 kam das Update auf 1.1. Bereits in der erste Version waren die zentralen Android-Features vorhanden: die Benachrichtigungsleiste, die Widgets am Homescreen, eine tiefgehende Gmail-Integration und der Android Market, auch wenn die Zahl der Apps zu Beginn stark begrenzt war.

600.000 Apps

Der Android Market selbst hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gewandelt. Von etwas mehr als 2.000 Apps Anfang 2009 wuchs die App-Download-Zentrale mittlerweile auf 600.000 Anwendungen und Games (nach den inoffiziellen Statistiken von AndroLib). Mittlerweile sollen nach offiziellen Google-Angaben über 10 Milliarden Apps heruntergeladen worden sein.

Interface-Versteckspiel

Google wird oft dafür kritisiert unfertige Produkte zu veröffentlichen. Doch wie kaum ein anderes Unternehmen schaffen es die Entwickler neue Funktionen schnell nachzureichen - oft zum Leidwesen der Hardware-Hersteller, die mit dem Update-Tempo nicht mithalten können. So fehlten etwa in der ersten Version noch das On-Screen-Keyboard (das erste Android-Handy Dream hatte eine physische Tastatur) und Videoaufnahmen, die in 1.5 nachgereicht wurden. Das hat dazu geführt, dass die meisten Hersteller ihre eigenen Benutzeroberflächen über das eigentliche Android-Interface legen.

Süßes aus Mountain View

Mit der Veröffentlichung von Version 1.5 führte Google das Namensschema für sein System ein, bei dem jeder Release in alphabetischer Reihenfolge nach einem Dessert benannt wird. So folgten nach Cupcake bislang Donut (1.6), Eclair (2.0/2.1), Froyo (2.2), Gingerbread (2.3.x), Honeycomb (3.x) und Ice Cream Sandwich (4.0).

Nach aktuellen Angaben von Google ist Gingerbread derzeit die am weitesten verbreitete Version mit einem Anteil von knapp über 50 Prozent, gefolgt von Froyo mit 35,3 Prozent (der WebStandard berichtete). Honeycomb war die erste Version, die von Google offiziell auch für Tablets bestimmt war, wobei Hersteller wie Samsung oder HTC davor auch Tablets mit Froyo oder Gingerbread auf den Markt gebracht haben.

Eiskunstlauf

Vergleicht man die Screenshots der ersten Versionen mit aktuellen, erkennt man die Evolution, die Android in der kurzen Zeit hinter sich hat - sowohl was Funktionen, als auch die Oberfläche und das Design des Systems angeht. Android 4.0 gilt dabei als größter Sprung für die bisherige Entwicklung der Plattform (siehe auch den WebStandard-Test).

Das Galaxy Nexus, gefertigt von Samsung, ist nach dem Nexus One und dem Nexus S das neueste Lead Device von Google, das ebenfalls neue Maßstäbe setzt (hier nachzulesen im Test).

Und nach Ice Cream Sandwich?

Wie es nun weitergeht, ist derzeit noch Stoff für die Gerüchteküchen. Der Name für die nächste Version muss dem Schema folgend mit einem J beginnen, was die Möglichkeiten stark eingrenzt. So ist "Jelly Bean" ein heißer Anwärter als nächster Namensgeber. Was die Features der nächste Version angeht, heißt es vorerst noch abwarten. (br/derStandard.at, 11. Dezember 2011)

  • Android hat eine rasante Entwicklung hinter sich
    screenshot: red

    Android hat eine rasante Entwicklung hinter sich

  • Android 1.1
    screenshot: the verge

    Android 1.1

  • Android 4.0 Ice Cream Sandwich
    screenshot: standard/proschofsky

    Android 4.0 Ice Cream Sandwich

  • Android 3.x Honeycomb (nur für Tablets)
    screenshot: standard/proschofsky

    Android 3.x Honeycomb (nur für Tablets)

  • Android Market 2011 (links) und ein Screenshot der Beta-Version von August 2008
    screenshot: google

    Android Market 2011 (links) und ein Screenshot der Beta-Version von August 2008

  • Keyboard in Android 1.5
    screenshot: the verge

    Keyboard in Android 1.5

  • Keyboard in Android 2.3
    screenshot: the verge

    Keyboard in Android 2.3

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