Rechtsextremismus

Umstrittener Graf-Mitarbeiter hat gekündigt

9. Dezember 2011, 12:44
  • Artikelbild
    foto: standard/cremer

    Graf verteidigt Taschner und glaubt etwa, dass der von ihm gegründete Verein nicht rechtsextrem gewesen sei.

Taschner soll in der Steiermark aus Partei ausgeschlossen werden - Graf verteidigt ihn weiterhin

Wien - Wieder einmal hat ein Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) wegen angeblicher Kontakte zu Rechtsextremen für Aufregung gesorgt - bis hin zur Aufforderung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ), die Sache aufzuklären (derStandard.at berichtete). Am Freitag gab ein Sprecher Grafs bekannt, dass Taschner von sich aus gekündigt habe. Aber Graf hätte das nicht für nötig gehalten. Denn Taschner weise die Vorwürfe zurück und man habe keinen Anlass, an seiner Darstellung zu zweifeln.

Parteiausschluss

Die Causa hatte in der Steiermark bereits hohe Wellen geschlagen. Denn Landesparteichef Gerhard Kurzmann hat den Liezener bei einer turbulenten Parteiveranstaltung in der Vorwoche per Notverordnung aus der Partei geworfen. Dieser Parteiausschluss müsse allerdings, so Grafs Sprecher, noch vom Landesparteivorstand bestätigt werden - und da laufe ein "parteiinternes Klärungsverfahren". Sollte er tatsächlich ausgeschlossen werden, werde Taschner dies bekämpfen.

Skinheads vorgeschlagen

Kurzmann begründete den Rauswurf laut "Kleiner Zeitung" damit, dass Taschner versucht habe, "uns Leute in die Partei zu bringen, die wir nicht brauchen, die uns ruinieren. Er hat sich mit Kräften verbündet, die antidemokratische Ziele verfolgen." Gemeint waren, so Kurzmann im Standard, "Skinheads". Taschner habe fünf Leute zur Aufnahme in die FPÖ vorgeschlagen, die durch "eindeutige Symbole" aufgefallen seien. Außerdem hat er laut "Standard" neben dem Ring Freiheitlicher Jugend eine zweite Jugendorganisation in Liezen gegründet - wo es im Vereinsbüro zu Hakenkreuzschmierereien gekommen sein soll.

Graf verteidigt Taschner

Taschners Aktivitäten würden "nicht dem entsprechen, wie es medial kolportiert wird", verteidigte Grafs Sprecher den bisherigen Mitarbeiter. Dennoch habe dieser von sich aus schon am 5. Dezember um einvernehmliche Auflösung seines Dienstverhältnisses ersucht. Aber Graf glaube Taschner z.B., dass der von ihm gegründete Verein nicht rechtsextrem gewesen sei. Er habe überhaupt "keine politische Ausrichtung" gehabt, sondern nur auf Vergünstigungen für Jugendliche im Bezirk Liezen abgezielt, meinte Grafs Sprecher.

Angesichts der Zeitungsberichte hatte Nationalratspräsidentin Prammer Graf in einem Schreiben vom Mittwoch "dringend" zur Aufklärung aufgefordert. Außerdem hat sie die Parlamentsdirektion angewiesen, zu prüfen, welche dienstrechtlichen Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen. "Ich denke es ist nicht nötig zu betonen, welcher immense Schaden dem Ansehen des österreichischen Parlaments durch dieses Angelegenheit zugeführt werden könnte", schrieb Prammer Graf.

SPÖ fordert Strache zur Überprüfung auf

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der Pflicht - nicht nur in Sachen Taschner, sondern auch in Sachen Graf. "Sollte sich herausstellen, dass Graf bewusst einen Neonazi in seinem Büro beschäftigt", sei der Dritte Nationalratspräsident "endgültig untragbar" und müsse "noch heute zurücktreten", meinte Kräuter am Freitag.

Der Grüne Abgeordnete Karl Öllinger bezweifelt Taschners Darstellung. Dieser habe behauptet, die von ihm für die FPÖ Vorgeschlagenen nicht zu kennen - aber gleichzeitig mit einem der Betreffenden, der das Logo eines Vereins tätowiert habe, zu einer Veranstaltung eingeladen. Damit hätten Taschners Erklärungen doch "massiv an Glaubwürdigkeit verloren", forderte auch Öllinger Aufklärung.

In der steirischen FPÖ nahm man Taschner auch die Gründung dieses Vereins, der laut Kurzmann eine Parallelorganisation zum Ring Freiheitlicher Jugend darstellt, übel. Der Verein benutzte das FP-Bezirksbüro Liezen, wo es Hakenkreuzschmierereien gab.

Taschner ist mittlerweile aus dem Vorstand jenes "Vereins zur Förderung der Jugend im Bezirk Liezen" zurückgetreten. Der neue Obmann, Robert Stock, betont im STANDARD-Gespräch, dass man nichts mehr mit der FPÖ zu tun habe und "sicherlich kein rechtsradikaler Verein" sei. Er distanziere sich "von den Nazi-Schmierereien im FPÖ-Bezirksbüro".

Graf hatte schon einmal ähnliche Probleme mit Mitarbeitern: Vor drei Jahren sorgten zwei bei ihm im Parlament Beschäftigte mit einer Bestellungen beim rechtsradikalen "Aufruhr"-Versand für Wirbel. Nach längeren politischen Auseinandersetzungen wechselten sie in die Privatwirtschaft. (APA, Colette M. Schmidt, derStandard.at)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 125
1 2 3
ABC die Katze lief im Schnee...
01
13.12.2011, 08:10

...NAchrichtendienste und Polizei in Österreich aufgepasst: Der geht sicher in den Untergrund...

Alexander Phoenix1
01
14.12.2011, 13:13

Um kurz darauf wieder in einer staatsnahen Organisation aufzutauchen....

sainty1
22
12.12.2011, 11:06
nix neues bei der FPÖ..schei*e zieht anscheinend noch mehr

schei*e an

FalscherProphet
01
12.12.2011, 23:24
Da glaubt man,

das Maß an Extremismus im Umfeld einer Partei die den Kanzleranspruch stellt (stellen wird) ist schon lange voll -
und dann kommen Spitzenfunktionäre der Schandpartei FPÖ mit immer neuen Extremisten als Mitarbeiter und Wahlhelfer daher.

Ein weiteres Beispiel:
http://derstandard.at/1319182006961

kater bruno
22
12.12.2011, 06:43

Die Rechten sind eine Schande für Österreich und Europa. Besonders nach den 2. Weltkrieg mit den 50 Mio Toten, etc etc

gas karl
01
13.12.2011, 17:03
ja eine Schande, aber so sind halt die Österreicher

ist halt schon schwer die eigene Vergangenheit zu bewältigen....

Michail Bakunin
01
11.12.2011, 14:38

Immer wieder gut: FPÖ-Film "Martin Graf hat alles im Griff" - http://www.youtube.com/watch?v=RxPl4G2OPbg

sound and vision
13
11.12.2011, 14:23
graf halte ich derzeit für den kopf,

für den eigentlichen führer der fpö-nazi-bande.

strache, vilimsky, kickl, und wie all die anderen ungebildeten und naiven mitläufer alle heißen, sind lediglich billige marionetten, die jederzeit beliebig austauschbar sind, rhetorik-kurse und haar-gel vorausgesetzt.

Dazu folgendes:
00
14.12.2011, 15:26

Also Kickl kann man viel vorwerfen, aber ungebildet ist er grad nicht. Er beherrscht es nur perfekt so zu tun als sei er es.

sloatvie
11
11.12.2011, 12:59

Umstrittener Graf-Mitarbeiter hat gekündigt!

Ich bin erst dann froh wenn Graf als einer von vielen ähnlich Gesinnten kündigt!

Frank Shudushi
23
11.12.2011, 11:58
Rechts-Rechts

In Deutschland bilden Rechtsextreme Terrorzellen, bei uns sitzen dieser A*löcher im Parlament und Nationalrat.

Tu felix Austria.

Hans-Georg Peitl
216
11.12.2011, 09:53
Meinungsfreiheit

Auch wenn dies für den Rest der österreichischen Bevölkerung durchaus unverständlich sein wird, so bin ich dennoch mehr dafür, auch Skinheads in eine poltische Landschaft zu integrieren, als sie im Untergrund wirken zu lassen.

Das was so Verboten ist, dass man nirgends mehr in der Gesellschaft einen Platz findet wird nämlich interessant und da man, als Skinhead, seine Meinung ja nicht frei ausleben darf, so sieht man es (in diesen Bereichen) letztendlich als Verletzung der Menschenrechte.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen
http://jachwe.wordpress.com

die elster
 
04
12.12.2011, 12:51
es gibt also ...

... ein menschenrecht, die nürnberger rassengesetze überall und uneingeschränkt zu propagieren?

aha.

kunterbunter
04
11.12.2011, 14:44
was fuer ein verqueres Weltbild kommt da zum Vorschein, wenn man auf ihren Link geht...

da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Pain
04
11.12.2011, 14:11
Na*i Pfarrer hats schon im 2.WK gegeben

So wie Na*is nicht aussterben werden wir diese Pfarrer auch nicht so leicht los, obwohl sie natürlich extrem unnötig sind

puckmuck
06
11.12.2011, 13:45
selten so einen STUSS gelesen...

Sie glauben also, skinheads verfügen über ein meinungsspektrum von rechts, rechts-national, freiheitlich (fpö), freiheitlich (bzö), bürgerlich (övp-grün-spö; ev. bzö), sozialdemokratisch (spö), mitte-links-öko (grün), links (kpö) usw. und kann daraus echt was auswählen und sich gesellschaftlich adäquat - sprich demokratisch - äußern?
das wär ja fast so, als ob auch "christliche skinheads" möglich wären, die sich voller barmherzigkeit und im sinne der bergpredigt betätigen könnten!

Der Kluge
10
11.12.2011, 19:11

Jesus skins gibt es in den USA wirklich... ;)

john pell
02
11.12.2011, 13:39

meinug frehehit hat NICHT zu tun mit Geistesstört menschen die meinung freihet untergraben wollen!!!
oder wollen sie uns sagen das die NSDAP einer demokratische partei war, wen so ist sie sollten die krankekassen bitte und psicologische betreung weil SIE sind gefäerlich für die gessellschaft die in 21 jhr leben will
danke

Ingrimm
04
11.12.2011, 13:29

Der letzte große Versuch, die Rechtsextremen politisch zu integrieren hat zu einem überdurchschnittlichen Ansturm auf Himmel & Hölle geführt...

Waren damals die "Freiheitlichen Christen" auf der rechten Seite?

rks
 
09
11.12.2011, 13:03

Es gäbe da noch eine dritte Möglichkeit: Wiederbetätigung und Verhetzung (oft auch Körperverletzung, gefährlichge Drohung, etc.) konsequent verfolgen, wie es das Gesetz vorsieht.

alwi
02
11.12.2011, 12:17
ihrem verständnis nach

wäre es eine menschenrechtsverletzung, wenn ein skinhead seine (wahrscheinlich mit dem gesetz in konflikt stehende) "meinung" nicht "ausleben" darf. haben sie überlegt, was sie da zusammenschreiben?
und warum tauchen diese art von problemem IMMER im umfeld des blauen lagers auf?

mein toaster liegt am tierfriedhof
25
11.12.2011, 12:08

Die von Rechten so gern zitierte Meinunsgfreiheit endet dort, wo die eines anderen eingeschränkt oder gänzlich beschnitten wird. Rechte "Meinungen" tun einzig und allein das, sie tolerieren nichts anderes und wollen nur ihr Denken durchsetzen. DAS ist Menschenrechtsverletzung.

estragon001
314
11.12.2011, 08:11
GRAF = SCHANDE

Vergessts die Wassterträger. Der Fisch stinkt vom Kopf.

estragon001
07
11.12.2011, 08:04
Ahaaa... und Herr Graf ist weiter "tragbar" ?

Dann sollte man ihn vielleicht weg-tragen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 125
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.